Umweltzone: Ausnahmegenehmigungen laufen aus
18.08.2009 | 17:07 Uhr 2009-08-18T17:07:00+0200Essen. Für zumindest 2080 Bewohner und Gewerbetreibende, die in der Essener Umweltzone wohnen bzw. dort unterwegs sind, ist der 30. September ein wichtiger Stichtag.
Dann laufen jene Ausnahmegenehmigungen nach dem Luftreinhalteplan aus, die den Betroffenen erteilt wurden, um sich mit der neuen Plaketten-Regelung anzufreunden.
Auch diese Fahrzeuge der Schadstoffgruppe 1 (ohne Umweltplakette) dürfen ab 1. Oktober nicht mehr in die Umweltzone einfahren. Deshalb raten Karl-Heinz Webels vom Amt für Verkehrs- und Bau-stellenmanagement sowie Thomas Dobrick vom Umweltamt: „Wer sich noch nicht um eine Nachrüstung seines Fahrzeugs gekümmert oder es ausgetauscht hat, sollte spätestens jetzt daran denken, denn die Ausnahmegenehmigungen werden nur in ganz speziellen Fällen verländert.”
Nach dem Motto: „Die Schonfrist nach der Schonfrist” gibt es für bestimmte Bürger die Möglichkeit, eine Verlängerung der Ausnahmegenehmigung bis höchstens 31.12.2010 zu beantragen. Das gilt für Gewerbetreibende, die die Bevölkerung mit lebenswichtigen Gütern und Dienstleistungen versorgen. Bewohner der Umweltzone haben nur dann Aussicht auf eine Verlängerung, wenn zum Beispiel regelmäßig Arztbesuche notwendig sind und ein Ausweichen auf den Nahverkehr nicht möglich ist. Entsprechende Anträge sind beim Amt für Verkehrs- und Bau-stellenmanagement, Porscheplatz 1, erhältlich.
Karl-Heinz Webels zieht Zwischenbilanz: „Die Einführung der Umweltzone haben wir bislang relativ geräuschlos abgewickelt. Dazu gehören auch weiterhin Fingenspitzengefühl und Lebenserfahrung.” Thomas Dobrick: „Mit der Umweltzone haben wir einen wichtigen Schritt zu mehr Umweltschutz getan, aber die Grenzwerte beim Stickstoffdioxid können wir vermutlich doch nicht einhalten.” So habe es auf der Gladbecker Straße 32 von 35 zulässigen Übertretungen gegeben. Deshalb rechnet die Stadtverwaltung damit, dass es ab Herbst 2010 zu verschärften Bestimmungen kommen könnte. Dobrick erläutert: „Der Verkehr ist ja nicht der alleinige Verursacher von Feinstaubpartikeln. Da hilft nur ein Maßnahmenpaket weiter.” Es gehe um Verbrennungsprozesse in der Industrie ebenso wie um Kaminöfen als Verursacher. Auch dürfe nicht übersehen werden, dass es neben den 273 000 in Essen registrierten Fahrzeugen täglich rund 120 000 Einpendler und einen erheblichen Transitverkehr gebe. 233 892 Essener Autos tragen bereits die grüne Plakette.
22:10
Schön, dass die Wirkungslosigkeit der Umweltzone offen zugegeben wird, die Daumenschrauben für Normalsterbliche, die sich nicht mal eben aus der Portokasse eine neue Benzinschleuder (am Besten einen sinnlosen SUV) leisten können, angezogen werden. Ein Hoch auf die Politik!