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Umwelt-Tisch gibt Stadt beim Radverkehr keine gute Note

05.02.2013 | 00:23 Uhr
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Rein formal ist Dieter Küpper Sprecher des Runden Umwelt-Tisches Essen (Rute), doch beim Neujahrsempfang wird rasch klar, dass diese Bezeichnung zu kurz greift. Küpper, der die Veranstaltung moderiert, ist Kommunikator, Netzwerker, Ideengeber – und Zeitnehmer.

Denn im Verband Rute, der Ende des Jahres sein 20-jähriges Bestehen feiert, sind knapp 20 örtliche Umwelt- und Verkehrsverbände vertreten. Im Forum Kunst und Architektur kommen am Sonntag Vertreter aller Parteien, Mitarbeiter der Verwaltung und Umweltdezernentin Simone Raskob dazu. Der Raum ist gefüllt mit Kompetenz und Sendungsbewusstsein; und Küpper nimmt die Eieruhr, um sicherzustellen, dass kein Redner überzieht. Er selbst beschränkt sich auf den Hinweis, dass sich der Umwelt-Tisch selten auf rein politisches Terrain begebe, im Vorjahr aber von dieser Linie abgewichen sei, als es um die geplante Einsparung des Fahrradbeauftragten ging. Das abzuwenden, sei natürlich Aufgabe für ein Umwelt-Netzwerk; zumal Essen in puncto Fahrradfreundlichkeit Nachholbedarf habe.

Eine Einschätzung, die Jörg Brinkmann mit seinem Vortrag belegt: So habe Essen beim Klimatest 2012 des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) nur scheinbar akzeptabel abgeschnitten. „Vor 20 Jahren bekam Essen die Rostige Speiche, da hatten wir die Note 5,0. Nach zwei Jahrzehnten haben wir uns bloß auf eine 4 hochgearbeitet.“ Noch fühlten sich die Radfahrer als Verkehrsteilnehmer zu wenig akzeptiert und dadurch unsicher, die Radwege seien zu schmal, beim Winterdienst würden sie eh ausgespart: „Teils wird Schnee von der Fahrbahn auf den Radweg geschoben“, so Brinkmann, der dem ADFC Essen vorsitzt.

Weil Mobilität am Sonntag im Mittelpunkt steht, darf sich das Projekt „Mobilität Werk Stadt“ vorstellen, spricht Iko Tönjes vom Verkehrsclub Deutschland über Rad, Bus, Bahn. Doch auch die EnergieNetzRheinRuhr Genossenschaft „Enerrgisch“, die eine transparentere Energiepolitik fordert, kommt zu Wort. Und schließlich wird dafür geworben, im neuen Univiertel, „die Öffnung der Uni zur Stadt nicht wieder zu verriegeln“: Das Tortenstück vor dem Hörsaalzentrum am Rheinischen Platz dürfe nicht sechsgeschossig bebaut werden, sondern müsse Grünfläche bleiben. Solche Forderungen konnten nach den Reden gleich mit Ratsleuten aller Couleur und der Umweltdezernentin diskutiert werden.

Christina Wandt

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