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U 18 - Fahrgast gerät mit Service-Mitarbeiter der Evag aneinander

09.02.2012 | 19:33 Uhr
U 18 - Fahrgast gerät mit Service-Mitarbeiter der Evag aneinander
Service wird bei der Evag groß geschrieben. Oder? Foto: Arne Poll

Essen.   Ein Fahrgast gerät in der U 18 mit einem Service-Mitarbeiter der Evag aneinander. Nach dem Vorfall steht Aussage steht gegen Aussage. Die Frage stellt sich: Welche Befugnisse hat eine Service-Kraft?

Pascal Runte fährt häufig mit der U-Bahn. In der U 18 geriet er eines Tages mit einem Service-Mitarbeiter der Evag aneinander. Ein Wort ergab das andere. Schließlich fuhr die U-Bahn ohne Pascal Runte weiter. Der Fahrer hatte ihn hinauskomplementiert.

90 Mal innerhalb eines Jahres machten Bus- oder Bahnfahrer „von ihrem Hausrecht Gebrauch“, so die aktuellste Zahl der Evag-Statistik. Ob zu Recht oder zu Unrecht - darüber dürften die Meinungen auseinander gehen. So auch in dem oben beschriebenen Fall, der für die Evag erledigt ist, für Pascal Runte aber nicht. Eine Frage wirft der Vorfall auf: Welche Befugnisse haben die Service-Kräfte?

Vom Mitarbeiter bedrängt

Der Anlass für die Auseinandersetzung, so wie Pascal Runte ihn schildert, klingt banal. Als er auf besagter Fahrt mit übereinander geschlagenen Beinen in der Bahn saß, habe er mit der Schuhspitze das Polster des Sitzes ihm gegenüber berührt - sachte und ohne das Polster zu verschmutzen, wie er betont. Runte ist nach eigenen Worten 1,90 Meter groß.

Der Service-Mitarbeiter habe ihn aufgefordert: „Nehmen Sie Ihre Schuhe von den Polstern.“ Sosnt werde er des Zuges verwiesen. Der Tonfall und die Maßregelung erschienen ihm völlig unangemessen, so Runte. Als er sich den Ton verbeten habe, entspann sich laut Rute ein Disput, in dessen Verlauf der Mitarbeiter nicht nur seine Fahrkarte habe sehen wollen, sondern ihn auch bedrängt habe.

„Tschüss und gute Reise“

Als Runte schließlich der Aufforderung des Fahrers, der keine weiteren Fragen gestellt habe, folgte und ausstieg, habe die Service-Kraft ihm zugewunken und „Tschüss und gute Reise gewünscht“. Als demütigend habe er dieses Verhalten empfunden. Dem Mann sei es „eine persönliche Genugtuung gewesen“.

Runte wandte sich an die Beschwerdestelle der Evag. Diese antwortete ihm unter anderem: In dem er der Aufforderung, die Bahn zu verlassen, nachkam, sei „die Situation entschärft“ worden, einer Weiterfahrt habe nichts im Wege gestanden. Für Runte eine Unverschämtheit.

Keine Gemeinwohlarbeiter

Die Evag bedauert den Vorfall, den Vorwurf, die Mitarbeiter hätten sich falsch verhalten, weist das Unternahmen aber weit von sich. Fahrer und Service-Kraft seien befragt worden, erklärt Evag-Sprecher Olaf Frei auf Nachfrage. Das Angebot einer „kleinen Wiedergutmachung“ - zwei X-Mas-Tickets zum Weihnachtsmarkt - wies Runte dankend zurück.

So steht Aussage gegen Aussage. Hatte Runte überempfindlich reagiert, als er von dem Service-Mitarbeiter aufgefordert wurde, die Polster nicht zu berühren? Oder war er wirklich an „den Falschen“ geraten? Die Evag beschäftigt nach eigenen Angaben 30 Service-Kräfte. Anders als ihn früheren Jahren handelt es sich nicht etwa um Gemeinwohlarbeiter , die angelernt wurden, sondern um ehemalige Bus- oder Straßenbahnfahrer, die ihre frühere Tätigkeit meist aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben könnten.

„Kundenansprache“ Teil der Fahrerausbildung

Als Service-Kräfte sollen sie Fahrgästen vor allem bei Bedarf Auskunft geben. Da sie mit dem Tarif-System sowie mit Netz und Fahrplan vertraut seien, seien sie dafür bestens geeignet. Das Kontrollieren der Fahrkarten gehört nicht zu ihren Aufgaben, auch seien die Service-Kräfte nicht etwa Wachpersonal. Dass der betreffende Mitarbeiter Runte in der U 18 angesprochen habe, sei nachvollziehbar und richtig gewesen.

Ob die Service-Kräfte rhetorisch geschult werden? Die „Kundenansprache“ sei Teil der Fahrerausbildung, antwortet Evag-Sprecher Olaf Frei. In diesem Jahr sollen alle 30 Mitarbeiter ein Deeskalations-Training durchlaufen.

Marcus Schymiczek

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Kommentare
12.02.2012
10:10
da macht der servicemann den schröder
von trickflyer | #14

unfassbar.aber so isset.iq von einer pommesschale und in der schule nur singen und klatschen gehabt.....und so schön kann die evag so ein intermezzo gar nicht reden,wie oben zu lesen ist.

11.02.2012
14:53
U 18 - Fahrgast gerät mit Service-Mitarbeiter der Evag aneinander
von Rubicone | #13

Verschmutzung der Bahnen durch unkultivierte Leute ist ein Problem.
Wie #3 schreibt ist es kein Naturgesetz, dass es ab einer gewissen Größe unausweichlich ist, das Polster zu "berühren." Insofern wüsste ich auch nicht, warum man solche Leuten auch noch ausgesucht höflich bitten sollte, was eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist.
Wie würden wir denn Zuhause auf solche Leute reagieren, die ihre Schuhe am Sofapolster haben und dann auch meinen, das wäre ja nur sachte und ohne Verschmutzung?
Ich würde sie diskussionslos rauswerfen.

10.02.2012
19:48
U 18 - Fahrgast gerät mit Service-Mitarbeiter der Evag aneinander
von is_klar | #12

diese "service-kräfte" wissen aber auch ganz genau wen sie ansprechen können, und wen sie lieber bewusst ignorieren, damit sie nicht mit einer geplätteten nase nach hause gehen. für mich sind 90% dieser "ordnungskräfte" (security, service, usw.) komplexbehaftete würstchen die sich durch solche aktionen ihre portion selbstbewusstsein aus dem job holen....endlich mal was zu sagen haben und den schmalspur-sheriff markieren. ich habe selbst mal vor den zugängen zur ubahn am hbf eine schlägerei zwischen 2 kräftigen typen gesehen, bei denen 4 oder 5 "security"-mitarbeiter umherstanden und sich nur trauten per handy die polizei zu rufen, was jeder dahergelaufene ochse zum nulltarif auch machen könnte...aber hauptsache cargo-hose, lässiger gang und ganz böse gucken ...und wenns drauf ankommt nicht mal die klöten haben dazwischenzugehen und die streithähne zumindest auseinanderzuhalten....es war später nachmittag also noch viel los und da hätten auch unbeteilgte verletzt werden können so wie die fäuste da durch die luft flogen!

1 Antwort
U 18 - Fahrgast gerät mit Service-Mitarbeiter der Evag aneinander
von UntermWasserturm | #12-1

Sie haben natürlich die Weisheit und den Mumm mit Löffeln gefressen und wären in Ihrer beschriebenen Situation dazwischen gegangen? Ich weiß nicht ob Ihnen klar ist, wie oft das Sicherheitspersonal und die Kontrolleure Konfliktsituationen aushalten und deeskalieren müssen, trotz übelster Anfeindungen und physischer Gewalt.
Möchten Sie für 1800 Euro Brutto zwei mal pro Monat ins Krankenhaus, nur weil sie sich zwischen zwei Deppen gequescht haben, die sich alkoholisiert die Fäuste ins Gesicht hauen?
Ich glaube Sie haben etwas zu viel Chuck Norris Filme geschaut.

10.02.2012
18:49
U 18 - Fahrgast gerät mit Service-Mitarbeiter der Evag aneinander
von drmccoy | #11

Die Evag handelt doch viel zu lasch. Wie oft muss ich erleben das Menschen die Füße auf die Sitze haben trotz Videoüberwachung! Wie oft sehe ich Stadtbahnwagen die von ihnen durch Eddingstifte bemalt wurden, trotz Videoüberwachung. Doch reagiert das Fahrpersonal? Nein !

10.02.2012
17:21
U 18 - Fahrgast gerät mit Service-Mitarbeiter der Evag aneinander
von amo17 | #10

Wenn ein Service-Mitarbeiter in einem Fall einen Kunden ungerechtfertigt einen Fahrgast auf etwas hinweisst, dann sollte man auch als Kunde gelassen reagieren.
Diese Mitarbeiter sind unterwegs, weil es eben von Kunden dieses Verhalten gibt.
Wer sich da verteidigt klagt sich nur an.

10.02.2012
16:12
U 18 - Fahrgast gerät mit Service-Mitarbeiter der Evag aneinander
von ralfh2 | #9

Ich wünsche mir mehr engagierte Service-Mitarbeiter. Wahrscheinlich können diese zwar nicht die Defizite in Anstand und Benehmen mancher Fahrgäste abstellen, jedoch ensteht durch die Anwesenheit der Service-Mitarbeiter mehr "gefühlte Sicherheit" .

10.02.2012
14:52
U 18 - Fahrgast gerät mit Service-Mitarbeiter der Evag aneinander
von grindhouse | #8

#1

So siehts aus.
Wenn der Fahrgast Migrationshintergrund hat, breite Schultern oder in sonst irgendeiner Form "gefährlich" aussieht, traut sich keiner von den Kundenbetreuern diese Fahrgäste anzusprechen.

Übrigens würde ich im o.g Fall, wenn er denn wirklich nur die Beine überschlagen hatte und den Sitz nicht berührt hat - mich nicht rausschmeißen lassen. Mit Monatsticket habe ich Anspruch auf Beförderung und hätte in dem speziellen Fall die Bahn einfach anhalten und die Polizei kommen lassen. Werden wir ja sehen wer am längeren Hebel sitzt :)

Das Auftreten dieser Kundenbetreuer ist nicht geradeaus und das liegt in erster Linie daran, dass diese Kundenbetreuer viel zu alt sind und gar nicht die körperliche Verfassung mitbringen um sich um die Problemfälle zu kümmern.

Jeder einzelne Kontreuller der EVAG bekommt mehr Respekt als diese Kundenbetreuer.Zum Kinderwagen reintragen sind die zu gebrauchen, aber im Ernstfall völlig ungeeignet.

2 Antworten
U 18 - Fahrgast gerät mit Service-Mitarbeiter der Evag aneinander
von amo17 | #8-1

Was sollen das für "Ernstfälle" sein. Sollen Kundenbetreuer mit Gewalt jemand aus der Bahn befördern?
Mit Ihrem längeren Hebel wäre ich da sehr vorsichtig. Die EVAG hat erst einmal Hausrecht. Wenn Sie sich dem widersetzen, ist das Hausfriedensbruch. Auch wenn die Ausübung des Hausrechtes nicht gerechtfertigt wäre, steht ihnen dann nur eine Entschädigung zu.
Ein Verfahren wegen Hausfriedensbruch bringt aber der EVAG wirtschaftlich nichts.

Respekt erwirbt man sich aber nicht durch heroischen Körperbau, dass wissen aber auch die Kontrolleure, nicht die Kontreuller. ;-)

U 18 - Fahrgast gerät mit Service-Mitarbeiter der Evag aneinander
von Buskutscher | #8-2

Ja dann wirst du schnell merken an welch kurzem Hebel du sitzt. Anspruch auf Beförderung besteht nur solange wie du dich an die Besförderungsbedingungen hälst.

Wenn ich die Polizei dazu kommen lasse und denen sage das du aussteigst, glaube mir dann steigst du aus. Entweder freiwillig oder mit Nachdruck der Beamten. Die Polizei interessiert es nicht ob es aus deiner Sicht gerechtfertig ist oder nicht.
Haha...

10.02.2012
14:31
U 18 - Fahrgast gerät mit Service-Mitarbeiter der Evag aneinander
von Alt-Essener | #7

Die EVAG ist doch zu feige dem Fahrgast mal richtig die Stirn zu bieten,
das Rauchen auf den Bahnsteigen, das Essen und Trinken in den Bahnen, sowie die verunreinigung der Polster, der Fahrgasträume und der Bahnhöfe müssen mir einem Bußgeld geahndet werden. Aber lt. einem Sprecher der EVAG Herrn Niels Hoffmann, werden die Bahnen nicht mehr so von den Fahrgästen verschmutzt, da stellt sich dann für mich die Frage wer macht es denn, da bleibt ja nur noch das Fahr und -Servicepersonal die den Unrat da hin schmeissen. Ganz großes Eigentor Herr Hoffmann, sie hätten besser beim Radio bleiben sollen!

10.02.2012
13:33
U 18 - Fahrgast gerät mit Service-Mitarbeiter der Evag aneinander
von grundwissen | #6

Etwa vor zwei Monaten wurde ich folgenden Vorfalls gewahr: von einem Servicemitarbeiter der EVAG wurde eine junge Dame, die sich auf einen Absatz eines Fahrstuhlschachtes an dem Bahnsteig für Straßenbahnen gesetzt hatte, aufgefordert sofort aufzustehen. Als diese dem uniformierten Servicemitarbeiter entgegnete, dass es doch nichts dagegen einzuwenden gäbe, diese Sitzgelegenheit kurzfristig wahrzunehmen, wurde dieser direkt und bedeutete der Passantin sofort den Bahnhof zu verlassen. Sie könne sich ja draußen hinsetzen. Offensichtlich war dem Bediensteten vor lauter Eifer auch nicht aufgefallen, dass es sich bei der Dame um eine gehbehinderte und mit einer Gehhilfe ausgerüstete Kundin der EVAG handelte. Die Frau verließ daraufhin die U-Bahn-Station. Der Servicemitarbeiter, der an mir vorbei ging ließ sodann noch die Bermerkung fallen, dass es noch so weit kommen würde, dass sich jeder das Recht herauszunehmen wage usw. usw. Kurze Zeit später als ich in der Straßenbahn Platz genommen hatte, saß die Dame mir gegenüber. Eine peinliche Situation für den Bahnservice, der m. E. höchst unangemessen von seinem Hausrecht Gebrach gemacht hatte. Dabei will ich nicht behaupten, dass es manchmal durchaus notwendig wäre, durch Servicepersonal manche Fahrgäste auf die Einhaltung von Regeln hinzuweisen. So zum Beispiel Menschen, die lauthals telefonieren, Musik aus ihren Handys plärren lassen, Getränke- und Essensreste und deren Verpackungen durch die Gegend werfen oder mit ihren Schuhen die Polster verschmutzen oder mit Zigarettenkippen die Bahnhöfe verschandeln. Leider werden diese Kontrollen selten durchgeführt mit dem Ergebnis, das es jeden Tag verkommener ausschaut als am Vortag. Ein Volk ist das!

1 Antwort
U 18 - Fahrgast gerät mit Service-Mitarbeiter der Evag aneinander
von immerrwe1907 | #6-1

Ehemalige Fahrer sind meistens frustriert, weil sie jetzt diese Aufgaben erledigen müssen. Und irgendwo müssen sie den "Dampf" ablassen! Diese Leute tun mir nur Leid!

10.02.2012
12:49
Absolut Richtig gehandelt
von sprichdichaus | #5

Der Service - Mitarbeiter hat aus meiner sicht vollkommen richtig gehandelt. Durch Schuhe verschmutzte Polster laden andere Fahrgäste bestimmt nicht zum sitzen ein da man ja auch gefahr läuft seine eigene Kleidung einzuschmutzen.Leider sind viele Fahrgäste nicht nur in dieser hinsicht unmöglich. Sehr oft zieren weggeworfene Kaffeebecher und andere Hinterlassenschaften Sitze und Fahrgastraum in den öffendlichen Verkehrsmitteln. Doch was sollen die Service - Mitarbeiter ausrichten bei dem Ton und Unverständnis der ihnen meist bei ermahnungen entgegenschlägt.

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