Turbulenzen um Hubschrauber-Rundflüge am Flughafen Essen

Hubschrauber-Flüge sorgen am Flughafen Essen/Mülheim für Ärger.
Hubschrauber-Flüge sorgen am Flughafen Essen/Mülheim für Ärger.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Essener Bürger klagen über Lärm. Der Aufsichtsrat des Flughafens Essen/Mülheim verlangt deshalb das Aus für die Hubschrauber-Rundflüge. Doch die Gesellschafterversammlung ignoriert diese Forderung. Grüne und die Schutzgemeinschaft Fluglärm schreien Zeter und Mordio.

Essen.. Das nervtötende Flap-flap-flap der Hubschrauber am Flughafen Essen/Mülheim bringt Anwohner buchstäblich auf die Palme. Nun sorgen die Rundflüge auch politisch für Turbulenzen. So hat der Aufsichtsrat jetzt zwar beschlossen,dass ein für allemal Schluss sein soll mit gewerblichen Hubschrauberflügen auf den Ruhrhöhen.

Die Gesellschafter des Flughafens - der Airport gehört den Städten Essen, Mülheim und dem Land NRW - sollen die Geschäftsführung deshalb beauftragen, bei der Bezirksregierung eine Änderung der Betriebsgenehmigung zu erreichen. Nur: Die Gesellschafterversammlung schlug die Empfehlung des Aufsichtsrates gleich in den Wind; wie es heißt, weil die Vertreter des Landes und der Stadt Essen den geforderten Beschluss nicht mittragen wollten.

Nun schreien die Grünen und die Schutzgemeinschaft Fluglärm Zeter und Mordio. Letztere erwägt rechtliche Schritte, hatten sich doch die Stadträte sowohl in Mülheim als auch in Essen unmissverständlich für eine Einschränkung der Helikopter-Rundflüge ausgesprochen. Der Teufel steckt allerdings wie so oft im Detail.

Abstimmung im Aufsichtsrat war knapp

Schon die Abstimmung im Aufsichtsrat war mit 6 : 5 Stimmen denkbar knapp ausgefallen, wobei auch Stadtdirektor Hans-Jürgen Best als Vertreter der Stadt Essen und Ratsherr Michael Stelzer (SPD) mit „Nein“ votierten. Hintergrund: Der Essener Rat hatte zwar auch mit den Stimmen der SPD verlangt, dass die umstrittenen Hubschrauberflüge an Wochenenden und Feiertagen auf die Zeit zwischen 9 und 13 Uhr beschränkt werden. Im Aufsichtsrat stand, wie Stelzer betont, jedoch nur der Mülheimer Ratsbeschluss zur Abstimmung. Und der geht deutlich über den der Essener hinaus.

Mülheim fordert nämlich, dass Helikopter aus gewerblichen Zwecken gar nicht mehr aufsteigen dürfen sollen. Soweit wollten Best und Stelzer nicht gehen, sie fühlten sich laut Best allein dem Essener Ratsbeschluss verpflichtet. Anders als die Vertreter von CDU und Grünen, die mit den Mülheimer Aufsichtsräten für ein Helikopter-Verbot stimmten. Begründung: Die Zielrichtung beider Ratsbeschlüsse sei schließlich die gleiche.

Ohne Helikopterflüge würde das Loch Etat weiter wachsen

Dass die Gesellschafterversammlung die Empfehlung des Aufsichtsrates mehrheitlich ignorierte, hat augenscheinlich aber wirtschaftliche Gründe. Hubschrauberflüge bringen dem Flughafen pro Jahr 100.000 Euro ein. Diese Summe nennt der Wirtschaftsplan für 2014, den der Aufsichtsrat pikanterweise einstimmig abgesegnet hat. Der Flughafen kalkuliert mit einem Defizit von 650.000 Euro pro Jahr.

Ohne Helikopterflüge würde das Loch im Etat weiter anwachsen. Die Beteiligungsverwaltung der Stadt Essen sieht dies als nicht vereinbar mit den bestehenden Haushaltsbeschlüssen an. Die Grünen wollen das Hubschrauberthema nun abermals auf der Tagesordnung im Rat landen lassen. Bis auf weiteres heißt es also weiter flap-flap-flap.