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Trotz letztem Platz beim "Glücksatlas 2012" lieben viele Essener ihre Stadt

14.09.2012 | 08:00 Uhr
Trotz letztem Platz beim "Glücksatlas 2012" lieben viele Essener ihre Stadt
Jennifer Magin (links) ist nicht so begeistert von Essen; Myriam Buttler möchte aus Essen nicht mehr weg.Foto: Olaf Fuhrmann

Essen.   Bei Umfragen zum "Glücksatlas 2012" wählten die Essener ihre eigene Stadt auf den letzten Platz. Die WAZ hat sich umgehört und fand mühelos viele Lokalpatrioten, die nicht aus Essen wegziehen wollen. Positiv bewertet werden vor allem das kulturelle Angebot, die Naherholungsmöglichkeiten und die gute Nachbarschaft.

Platz 13 von 13 - Essen landete beim jüngst veröffentlichtem Städteranking der Deutschen Post unter allen untersuchten Großstädten auf dem letzten Platz. Das ernüchternde Ergebnis, das die Wirtschaftswissenschaftler Prof. Bernd Raffelhüschen (Uni Freiburg) und der Meinungsforscher Klaus-Peter Schöppner (Emnid) im für den „Glücksatlas 2012 “ der Post ermittelten, ist für Lokalpatrioten natürlich eine bittere Pille.

Ist der „Glücksatlas“ überhaupt seriös? „Es ist die umfassendste Untersuchung zur Lebenszufriedenheit in Deutschland, eine repräsentative Studie“, meint Dieter Pietruck, Sprecher der Deutschen Post. Schwerpunkt der Untersuchung bildet die Frage nach der Zufriedenheit der Großstadtbewohner mit ihrer Stadt. Essener gaben nur 69 von 100 möglichen Punkten. Zum Vergleich: Tabellenführer Hamburg erreicht 84, Düsseldorf 81 und Dresden 80 Punkte.

Schlechte Bewertung für Familienangebote

Schlecht bewertet werden in Essen vor allem die kritische Finanzverfassung der Stadt, die Angebote für Kinder und Familien sowie die Qualität der öffentlichen Verwaltung. Positiv beurteilen die Bürger dagegen die gute Nachbarschaft, die Naherholungsmöglichkeiten, das kulturelle Angebot sowie die Luft- und Wasserqualität. Im guten Mittelfeld liegen Faktoren wie wirtschaftliche Attraktivität, das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Verkehrsinfrastruktur.

Die WAZ hörte sich gestern um und wollte es von den Bürgern wissen: „Sind sie glücklich in ihrer Stadt oder können Sie das schlechte Ergebnis des Rankings nachvollziehen?“ Das Ergebnis, natürlich nicht repräsentativ, lässt immerhin hoffen: Die Befragten sind weitgehend zufrieden mit ihrer Stadt. Ganz egal, ob gebürtiger Essener oder Hinzugezogener und ganz gleich ob Jung oder Alt, männlich oder weiblich. Klar, irgendetwas könnte immer besser sein, doch auch in anderen Städten sei mit Sicherheit nicht alles perfekt, so die einhellige Meinung. „Wegziehen aus Essen käme für mich nie in Frage“, sagt dabei nicht nur die 83-jährige Gertrud Merthin, die seit 80 Jahren in Essen beheimatet ist, sondern auch die 28-Jährige Myriam Buttler, die hier geboren wurde.

Immer wieder ist die Rede von Essener Wahrzeichen wie der Zeche Zollverein , dem Baldeneysee oder dem Aalto-Theater . „Die Stadt hat kulturell absolut viel zu bieten und ist dabei mit seinen Wäldern, dem Baldeneysee und der Gruga noch sehr grün. Wo findet man so etwas schon?“, lobt Marlies Becker, die vor 77 Jahren auf der Margarethenhöhe geboren wurde und immer in Essen gewohnt hat. Und, da ist sie sich sicher: „Das bleibt auch so.“

Julia Bodlin



Kommentare
18.09.2012
14:07
Trotz letztem Platz beim
von damalsinessen | #11

Essen 2030 - Es wird in der Breite so aussehen wie der Stadtteil Altenessen heute....
Die Guten ziehen weg, was belbt ist der Bodensatz und die Alten verwurzelten Rentner.

18.09.2012
14:03
Trotz letztem Platz beim
von damalsinessen | #10

Perspektive - leider aussichtslos, Verarmung langfristig abzusehen
Schuldenstand 2 Mrd. Euro - ohne wirtschaftlichen Aufschwung unmöglich, Pleite unausweichlich
Verschuldung NRW per Ende 2011 - 230Mrd. Euro! ebenfalls so gut wie pleite.
Demografie und Bildungsstruktur strukurell höchst problematisch
Zukunftsbranchen und Förderung von Hochqualifizierten - Fehlanzeige
Städtische Leistungen - rückläufig

So liebe Essener führt der Weg in die Pleite und Verarmung. Als mittlerweile Außenstehender gibt es keinen Grund jemals zurückzukommen, da geht leider jeglicher Patriotismus verloren.

17.09.2012
21:01
Trotz letztem Platz beim
von bb | #9

Essen - kannst du vergessen!
Oder anders: Anfang der 90er habe ich hier ein Haus gekauft und war voller Hoffnung. Da habe ich tatsächlich noch geglaubt, dass sich in Essen was ändert. Mittlerweile habe ich die Nase voll und will weg, sobald die Rente durch ist. Denn als steuerzahlender Bürger mit mittlerem Einkommen und als Hausbesitzer wird man hier von vorne bis hinten abgezockt. In den Nachbarstädten ist es nicht besser, deswegen halte ich es im Revier noch aus bis 2019 und hoffe, dass ich dann noch einen Dummen finde, der mir einen angemessenen Preis fürs Haus bezahlt.


15.09.2012
19:49
Trotz letztem Platz beim
von Stukkadierta | #8

Jede Kritik sollte auch ein Ansporn an die Verantwortlichen sein, es besser zu machen oder Missstände zu beheben. Insofern finde ich es gut, dass diese (wie etwa Winterdienst, fehlende Schwimmbäder) angesprochen werden. Nicht passend finde ich Antworten, wie von "Totti0405", die Nörgler sollen wegziehen. Davon wird die Stadt nicht attraktiver, sondern schlimmer, außerdem ziehen bereits viele Bürger weg- Essen wird, wie viele Städte im Ruhrgebiet auch, immer kleiner, Düsseldorf etwa immer größer.

15.09.2012
09:23
Trotz letztem Platz beim
von altenessen | #7

Wahrscheinlich wurde die Umfrage nur im Essener Süden gemacht, in Altenessen ist
nicht mehr so toll, der letzte Platz ist hier noch gut berwertet, schlimmer gehts nimmer.

1 Antwort
Warum?
von totti0405 | #7-1

Was hält Sie dann hier? Warum ziehen Sie nicht woanders hin, wenn Sie in Essen so unglücklich sind? Laut Ihrer Aussage geht es nicht mehr schlimmer - es müsste also an jedem Fleck der Erde besser sein als in Essen. Dann los!

15.09.2012
08:56
Fortsetzung
von totti0405 | #6

"Gedankenstichw o rt" sollte das heißen...

Zig Milliarden fließen von den Pleite-Städten im Westen in den Osten (wo das Geld, das sich die West-Städte LEIHEN müssen, teilweise sogar zinsbringend angelegt wird, weil die Städte dort eh schwarze Zahlen schreiben!) Kein Wunder, dass dort der Nahverkehr, die Freizeitangebote, die Gebäudesanierungen etc. pp. blühen und gedeihen.

@ BorbeckerBefreiungsFront

Welch kleinliche Auflistung! Das kann Ihnen in absolut jeder Stadt genauso passieren, siehe Berlin - dort mit den 3 Ausnahmen:

- Sie müssen u.U. auch im Sommer laufen, weil die S-Bahnen alle im Werk sind.
- nicht Zollverein, aber zig andere "Projekte" wie BER, Hbf, Palast der Republik etc. pp.
- in den Straßenbahnen werden Sie nicht nur angemacht, Sie bekommen auch gleich eine aufs Ma** (wenn Sie Glück haben und es nicht sogar das Messer ist)

Wir sehen, welch wahres Glück dieser "Glücksatlas" präsentiert...

15.09.2012
08:41
Trotz letztem Platz beim
von totti0405 | #5

Danke, @ dergutepott. Volle Zustimmung!

Ich verstehe das auch nicht - die Essener Bürger können vor allem eines besonders gut: meckern und nörgeln! Aber wohnen tun sie trotzdem hier. Und wenn sie aufgefordert werden, aktiv an der Zukunft der Stadt und an Alternativen und an der Beseitigung von Problemen mitzuwirken, dann kommt rein gar nichts (siehe bspw. ausbleibende Beteiligung an Bürgerbus Essen.2030). Man man meckert eben nur, aber Alternativen kann man genauso wenig aufzeigen! Das fängt bei der Messe Essen an und hört bei den EBE auf.

Wenn es jemandem nicht passt, dann soll er/sie doch ins ach so tolle München, Düsseldorf, Hamburg, Stuttgart oder sonst wohin ziehen (wenn man meint, dass dort die Lebensqualität ach so viel höher ist (kleines Gedankenstichwirt: verfügbarer Wohnraum und Miet-/Kaufpreise).

Und wie usedom1218 schon völlig richtig geschrieben hat - die Städte in NRW/Ruhrgebiet haben kein Geld. Dafür, dass sie pleite sind, läufts noch sehr gut finde ich!

14.09.2012
22:31
Trotz letztem Platz beim
von dergutepott | #4

Was wollt ihr Dauernörgler eigentlich noch in dieser Stadt?
Zieht doch einfach in die Metropole eures Herzens.
Diese Stadt bietet nicht nur Duchschnitt, nein sie ist ganz einfach tofte
Klar, Probleme haben wir genug, wo aber gibt es die nicht?

14.09.2012
17:44
Wenn man genau hinsieht..
von usedom1218 | #3

... ist der Knackpunkt wohl tatsächlich die schlechte Haushaltslage und damit verbundene Einschränkungen, die Essen hinzunehmen hat. Wie die unten schon beschriebenen Faktoren (Winterdienst, Schwimmbäderschließungen, etc.). Tja, Hauptsache der Osten erhält weiterhin die Solidaritätsbeiträge und blüht schön auf.

14.09.2012
15:31
Trotz letztem Platz beim
von sprichdichaus | #2

Das Bürgerämter geschlossen werden, der Winterdienst von EBE nicht funktioniert, das Laub nicht richtig von den Gehwegen entfernt wird, Schwimbäder geschlossen werden um nur einige Dinge aufzuzählen trägt bestimmt nicht dazu bei im Glücksatlas einen der ersten Plätze zu belegen. Eine Ohrfeige für Essen, aber die Stadt wird sich schmerzlos wie immer zeigen.

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