Trittbrettfahrer fälschen Demo-Aufruf der SPD im Essener Norden

Nach dem Auftauchen der gefälschten Aufrufe im Internet und in Altenessen schaltete die Karnaper SPD die Polizei ein. Die war am angekündigten Treffpunkt der Demo präsent, traf aber nur auf kleine Besuchergruppen.
Nach dem Auftauchen der gefälschten Aufrufe im Internet und in Altenessen schaltete die Karnaper SPD die Polizei ein. Die war am angekündigten Treffpunkt der Demo präsent, traf aber nur auf kleine Besuchergruppen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
  • Nach der abgesagten Demo der SPD im Essener Nord sind gefälschte Aufrufe aufgetaucht.
  • Beim Text hielten sich die Trittbrettfahrer exakt an den stark umstrittenen Wortlaut des ursprünglichen Aufrufs.
  • Die Polizei war mit einer Streife am Treffpunkt präsent. Doch die Demo blieb aus.

Essener Norden.. Große Aufregung hatten die drei SPD-Ortsvereine Altenessen, Karnap und Vogelheim bundesweit mit ihrer Demonstration gegen geplante Flüchtlingsunterkünfte ausgelöst. Doch damit nicht genug: In der Nacht vor dem anberaumten und dann abgesagten Termin am Dienstag waren auch noch ein Eintrag auf einer privaten Facebook-Seite und täuschend echt gefälschte Aufkleber mindestens in Altenessen aufgetaucht, die zu eben dieser Demonstration aufriefen.

„Genug ist genug, Integration hat Grenzen, der Norden ist voll!“: Beim Text hielten sich die Trittbrettfahrer exakt an den stark umstrittenen Wortlaut, den der Demo-Mitinitiator Stephan Duda, Vorsitzender im SPD-Ortsverein Karnap, längst als völlig verunglückt eingeordnet hatte. Auch SPD-Logo, Gestaltung und Farbauswahl der Fälschungen wirkten täuschend echt. Der einzige Unterschied: Am unteren Rand wurde der Satz „Abgesagt: Wir marschieren trotzdem“ hinzugefügt.

Karnaper SPD erwägt rechtliche Schritte

Stephan Duda reagierte am Dienstagmorgen und forderte den Facebook-Autor auf, alle Hinweise in der Öffentlichkeit zu unterlassen. „Als aber gegen Dienstagmittag Aufkleber in der Öffentlichkeit auftauchten, haben wir die Polizei informiert“, so Duda. Die Polizei war am Dienstagabend auch mit einer Streife am Treffpunkt Zweigertbrücke auf der Karnaper Seite präsent. Doch mehr als einige Neugierige kamen nicht. Duda erwägt nun rechtliche Schritte.