Trinkerszene: Ratsmehrheit wird ungeduldig

In der Diskussion um ein Alkoholverbot an den Trinker-Treffs verliert die Große Koalition die Geduld. Die Fraktionen von SPD und CDU verlangen von der Stadt die zügige Umsetzung der im März vom Rat beschlossenen Verlagerung weg vom Willy-Brandt-Platz. Die Maßnahmen von einem Alkoholverbot abhängig zu machen, sei nicht zielführend, erklärte die Ratsmehrheit gestern. Wie berichtet, hatte die SPD signalisiert, der vom Verwaltungsvorstand beschlossenen Bier-Bannmeile nicht zustimmen zu wollen. Die CDU hat sich dem bislang nicht versperrt, zeigt jetzt aber ebenfalls Abstinenz: Die Frage nach einem Alkoholverbot stelle sich nicht. „Die mit großer Mehrheit beschlossene Verlagerung der Trinker- und Drogenszene darf sich nicht weiter in die Länge ziehen“, erklärte Fabian Schrumpf, ordnungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion.

Hans-Ulrich Krause, ordnungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, ergänzte: „Die Verlagerung der Szene kann unabhängig von einem Alkoholverbot erreicht werden.“ Die Betreuung der Suchtkranken müsse dabei eine wesentliche Rolle spielen.