Trendsport Calisthenics: Essen bekommt Bewegungsparks

Mit Hilfe einfacher Geräte lassen sich bei Calisthenics Eigenkörpergewichts-Übungen durchführen.
Mit Hilfe einfacher Geräte lassen sich bei Calisthenics Eigenkörpergewichts-Übungen durchführen.
Foto: : Baristi-Workout
Was wir bereits wissen
Die Initiative „1000 Herzen für Essen“ fördert Essener „Calisthenics“-Projekt, das frei zugängliches Training ermöglichen will. Erster Park soll ins Löwental.

Essen.. Unter freiem Himmel effizient und gratis mit Hilfe einfachster, fest installierter Geräte trainieren: Was in Ländern wie Spanien, Italien oder den USA unter dem Namen „Calisthenics“ längst zur Trendsportart geworden ist, soll nun auch nach Essen kommen. Der Hobbysportler Kristian Schäfer will solche Bewegungsparcours in der ganzen Stadt errichten. Unterstützung bekommt er dabei von der Initiative „1000 Herzen für Essen“.

„In Deutschland muss Fitness immer was kosten“, hat sich Kristian Schäfer geärgert. Der Werdener Diplomgitarrist und Hobbysportler will das ändern: Er ist in der „Sportgemeinschaft Calisthenics Essen“ aktiv, die sich vor zwei Jahren zusammengeschlossen hat. Diese verabredet sich zumeist über soziale Medien, um an frei zugänglichen Sportgeräten in Street-Workout-Parks zu trainieren.

Ruhrgebiet unterentwickelt

„Bislang müssen wir nach Düsseldorf oder Köln fahren, wenn wir trainieren wollen“, so Schäfer. Denn wenngleich Calisthenics weltweit mittlerweile rund 100 Millionen Anhänger habe, sei das Ruhrgebiet diesbezüglich unterentwickelt. Um das zu ändern, versucht Schäfer seit gut einem Jahr, Unterstützer und Sponsoren für einen Bewegungsparcours in Essen zu finden. Mit Erfolg: Zunächst sagte die Bezirksvertretung Kettwig/Werden einen Zuschuss von 5000 Euro für einen Parcours im Löwental zu, vorausgesetzt, die Sportler bringen die Restsumme auf. Wie hoch diese ist, hängt wohl vor allem von der Größe des Parks ab: Zwischen 8000 und 20.000 Euro schwanken die Kosten in den Planungen, je nachdem, ob der Parcours auf 50 oder 100 Quadratmetern realisiert werden soll. Doch auch wenn man klein anfängt, lassen sich die Parks dank Modulbauweise beliebig erweitern.

Nun hat sich auch „1000 Herzen für Essen“ dem Projekt angenommen: Diese Initiative haben der gemeinnützige Verein „Essener Chancen“ und das Contilia Herz- und Gefäßzentrum ins Leben gerufen. „Wir wollen junge Menschen in Bewegung bringen und damit einen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge leisten“, so Contilia-Sprecher Thomas Kalhöfer. Und da passe die Sportgemeinschaft Calisthenics Essen gut ins Konzept, denn die einfache Handhabe der Geräte und der kostenlose Zugang ermögliche es, unabhängig von Alter und Einkommen zu trainieren.

Bereits am 1. Mai veranstaltete „1000 Herzen für Essen“ auf Zollverein den Charity-Herz-Kreislauf: Die rund 10.000 Euro Startgeld fließen in das Projekt, ebenso wie die Spenden, die während eines Charity-Golfturniers am 5. September am Haus Oefte zusammenkommen. Zudem sammelt die Sportgemeinschaft bereits am Freitag, 26. Juni, von 15 bis 18 Uhr, bei einem Spielplatzfest im Löwental Spenden. Noch in diesem Jahr, so hofft Schäfer, soll der erste Essener Bewegungsparcours im Löwental entstehen. Dann sollen weitere folgen: „Zunächst im Essener Norden, dann wollen wir uns in alle Himmelsrichtungen verbreiten.“