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Staatsanwältin: Polizei hat Video direkt nach tödlichem Unfall verlangt

06.01.2016 | 19:26 Uhr
Staatsanwältin: Polizei hat Video direkt nach tödlichem Unfall verlangt
Nach Einschätzung der Evag hätte keine ihrer Kameras den Unfall auf der Steeler Straße einfangen können.Foto: Evag

Essen.   Staatsanwältin stellt sich vor die Polizei, die kurz nach der Kollision des Streifenwagens mit der jungen Wittenerin Kontakt zur Evag suchte. Unternehmen kontert: Aufnahmen hätten den Crash nicht gezeigt.

Die gelöschten Videoaufnahmen des tödlichen Verkehrsunfalls in Essen-Steele werfen kein gutes Licht auf die internen Abläufe bei der Essener Verkehrs AG (Evag): Die Polizei hat nach Angaben von Staatsanwältin Elke Hinterberg „schon sehr früh bei der Unfallaufnahme“ darum gebeten, dass die Bilder der Überwachungskameras am S-Bahnhof gesichert werden. Anhand des „objektiven Beweismittels“ sollten die genauen Umstände der tragischen Kollision eines Streifenwagens mit einer 23 Jahre alten Fußgängerin aus Witten am Neujahrsmorgen aufgeklärt werden.

Ein Fax für die Evag-Leitstelle

Ihr Begehr formulierten die Beamten auch schriftlich: Um 14.26 Uhr am 1. Januar ging ein entsprechendes Fax der Polizei auf der Evag-Leitstelle ein, was das Unternehmen bestätigte. „Danach sind alle Beteiligten davon ausgegangen, dass die Videoaufnahmen gesichert werden“, sagte Hinterberg am Mittwoch. Wie sonst auch.

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Video vom tödlichen Unfall mit Streifenwagen wurde gelöscht

Der Streifenwagen, der eine Wittenerin erfasst hat, war ohne Martinshorn unterwegs. Unfassbar: Ein Evag-Video vom tödlichen Unfall wurde gelöscht.

Doch als die Bilder laut Staatsanwaltschaft am Dienstag angefordert wurden, existierten sie nicht mehr. Sie waren automatisch überschrieben worden, weil der einzige Evag-Mitarbeiter, der zu einem Zugriff auf den Computer in Steele berechtigt ist, im Urlaub war. Selbst die leise Hoffnung, die gelöschten Daten wiederherstellen zu können, wurde enttäuscht. „Die Aufnahmen wurden zwei Mal überschrieben“, so Hinterberg: „Sie sind nicht mehr zu rekonstruieren.“

Evag: Videoaufzeichnungen hätten nicht zur Aufklärung beitragen können

Wie das geschehen konnte, darauf hatte die Evag auf Anfrage dieser Zeitung am Mittwoch noch keine Antwort. Denn normalerweise werden Aufnahmen nach 72 Stunden automatisch überschrieben, also nach 144 Stunden zum zweiten Mal. In diesem Fall wären die Sequenzen aus der Unfallnacht aber erst am Donnerstag unwiederbringlich verloren gewesen.

Die Evag tritt derweil die Flucht nach vorne an. Aus ihrer Sicht hätte die Videoaufzeichnung am Verkehrsplatz Steele gar nicht zur Aufklärung des tragischen Unfalls beitragen können, weil die Kameras aus Datenschutzgründen lediglich auf die Haltepunkte und Bahnsteige gerichtet sind.

Videotechnik am Steeler Platz werde gerade modernisiert

Dass letztlich nur ein Mitarbeiter der Verkehrsgesellschaft Zugang auf das von der Polizei erbetene Videomaterial hat, liegt auch an dem besonderen Umstand, dass die Videotechnik am Steeler Platz gerade modernisiert wird und die Anlagen vom Hauptrechner abgekoppelt sind. Der Steeler Platz ist deshalb an einen gesonderten Server mit laut Evag „eingeschränkten Zugriffsmöglichkeiten“ angebunden.

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Von Streifenwagen erfasst - 23-Jährige erliegt Verletzungen

Eine Frau aus Witten ist in Essen-Steele am Neujahrsmorgen von einem Streifenwagen auf Einsatzfahrt erfasst worden. Am Samstag ist sie gestorben.

Diesen Zugriff hatte in diesem Fall nur ein Mitarbeiter des Unternehmens, der aber erst nach seinem Dienstbeginn am Montag, den 4. Januar, vom schriftlichen Hilfeersuchen der Essener Polizei erfuhr. Insgesamt sind nur vier Mitarbeiter ermächtigt, auf Anfrage der Polizei Videoaufzeichnungen innerhalb von 72 Stunden zu sichten und gegebenenfalls der Polizei auszuhändigen.

Das Vorgehen ist je nach Verkehrsunternehmen mitunter unterschiedlich. Bei der Rheinbahn in Düsseldorf gibt es zwar aus Datenschutzgründen ebenso einen nur sehr begrenzten Kreis, der die Videos sehen darf. Aber dort sind deutlich mehr Personen berechtigt, eine Aufnahme zu sichern, damit sie nicht gelöscht wird.

Jörg Maibaum und Michael Mücke

Kommentare
07.01.2016
20:11
Staatsanwältin: Polizei hat Video direkt nach tödlichem Unfall verlangt
von zukunfti | #28

schon alles in Krimis vorgekommen!!

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11439375
Staatsanwältin: Polizei hat Video direkt nach tödlichem Unfall verlangt
Staatsanwältin: Polizei hat Video direkt nach tödlichem Unfall verlangt
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http://www.derwesten.de/staedte/essen/toedlicher-unfall-polizei-habe-video-direkt-danach-verlangt-id11439375.html
2016-01-06 19:26
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