Das aktuelle Wetter Essen 26°C
Vermittlungschance fürs neue Jahr

Tiere aus dem Tierheim in Essen suchen ein neues Zuhause

29.12.2012 | 06:00 Uhr
Tiere aus dem Tierheim in Essen suchen ein neues Zuhause
Im Essener Albert Schweitzer Tierheim wartet Pini auf ein neues Zuhause.Foto: Kerstin Kokoska

Essen.   Mitarbeiter des Essener Tierheims stellen rund um den Jahreswechsel einige ihrer Bewohner vor. Die Pfleger hoffen 2013 auf eine Vermittlungschance, denn manche Katze wartet schon lange, mancher Hund ist alt und leidet sehr. Neue Besitzer gesucht.

Weihnachten ist vorbei, da folgen die Wünsche fürs neue Jahr – auch im Tierheim. Um es vorweg zu nehmen: Natürlich liegen den Pflegern alle Tiere am Herzen, aber es gibt einige, deren Vermittlungschancen einfach schlechter sind, weil sie alt sind. Und es gibt die Tiere, die schon lange auf ein neues Zuhause warten. Ihre Pfleger stellen einige vor, die 2013 endlich ausziehen sollten.

Die Kater Toni (8) und Tigger (6) leben seit fast einem Jahr im Tierheim, was für Katzen eine recht lange Zeit ist, erklärt Pflegerin Rabea Jügel. Bei den Brüdern wird es wohl daran liegen, dass sie eher zurückhaltend sind und zudem Freigang brauchen, was in einer Großstadt nicht in jeder Wohnlage möglich ist, sagt sie. Reine Wohnungskatzen hingegen seien meistens schnell vermittelt. Toni und Tigger sollen zusammenbleiben, weil sie sehr aneinander hängen, sagt Rabea Jügel. Die Silber-Tiger waren schon mal im Tierheim, damals kamen sie aus schlechter Haltung mit zwölf Katzen. Jetzt war der Umzug Schuld, dass sie auch ihr zweites Zuhause verloren. „Sie brauchen nun etwas Zeit, bis sie Menschen vertrauen, dann lassen sie sich streicheln.“

Ob Miles wird sich je anfassen lassen, das kann die Pflegerin nicht einschätzen. Der schwarz-weiße Kater (10) ist wohl einer von denen, „die sehr lange im Tierheim bleiben werden.“ Miles ist scheu, braucht Freigang und mag eher Männer. Daher hat das Frauchen ihn abgegeben, als das Herrchen starb, erklärt die Pflegerin. Fundkater Felix (2 bis 4 Jahre alt) ist unkomplizierter, ansonsten Miles zum Verwechseln ähnlich. Auch Felix braucht Freigang, sagt Rabea Jügel und legt Katzenfreunden noch die getigerte Pini ans Herz: „Eine echte Katze, die verschmust ist, aber bestimmt, wann es reicht.“ Pini wurde vor knapp einem Jahr in Kupferdreh gefunden: „Vermisst hat sie bis heute niemand.“

Ein Jahr wartet auch die Bartagame Tatü, während Artgenosse Tata („Die Feuerwehr hatte die Reptilien ins Tierheim gebracht“) bereits ausgezogen ist. Tatü braucht ein großes Terrarium mit Höhlen, Sand, Ästen und Steinen, UV-Licht, erläutert die Pflegerin: „Mädchen wären als Mitbewohner möglich.“

Weibliche Artgenossen mag auch Berry (10), Rüden dagegen nicht. „Ansonsten ist der Leonberger-Schäferhund-Mix anhänglich und ein lieber Teddy“, beschreibt Pflegerin Annette Kox. Als sein Herrchen ins Pflegeheim musste, kam Berry erst in eine Hundepension und schließlich ins Tierheim.

Henry hingegen wurde gefunden. „Er ist sogar registriert“, sagt Annette Kox. Allerdings in England, seine Besitzer blieben bislang unauffindbar. Henry ist 14 Jahre alt und geht noch freudig eine halbe Stunde lang spazieren. „Er ist absolut lieb, verschmust und auch verträglich“, schwärmt die Pflegerin, die sich für ihn möglichst bald ein ruhiges und ebenerdiges Zuhause wünscht, denn Henry leidet sehr im Tierheim. „Junge Hunde lassen sich beim Spielen eher mal von uns ablenken“, beschreibt Annette Kox. Die alten Hunde, die grauen Schnauzen, liegen ihnen aber auch deshalb am Herzen, „weil es das Schlimmste wäre, wenn sie ihre letzte Zeit im Tierheim verbringen müssten.“

 

Minni und Maxi sind zwölf Jahre alt und genauso lange leben die weiblichen Schildsittiche bereits zusammen: „Das soll auch so bleiben“, wünscht sich Pflegerin Annette Kox für das Pärchen. Das ist abgegeben worden, weil ihr Besitzer keine Zeit mehr hatte, sich um sie zu kümmern. Im neuen Zuhause sollten sie mindestens eine riesige Voliere haben oder noch besser: „Ein Vogelzimmer“, sagt Annette Kox. Denn die Tiere brauchen viel Freiflug, „den wir ihnen im Tierheim leider nicht bieten können.“ Deswegen hofft sie sehr, dass Minni und Maxi bald ausziehen können. Da die Sittiche Schwarmtiere sind, können sie auch mit weiteren Artgenossen vergesellschaftet werden. Allerdings müsse da im Einzelfall geschaut werden, ob sie sich dann vertragen.

Krach machen sie übrigens meistens nur, kurz bevor es Futter gibt, erklärt die Pflegerin. Sind sie satt, werden sie ruhiger. Und auch wenn sie zwölf Jahre alt sind: „Schildsittiche können 20 Jahre alt werden.“

 

 

Öffnungszeiten für Besucher: Di, Mi, Fr: 13-17 Uhr; Do: 13-19 Uhr; Sa: 11-14 Uhr, Grillostraße 24

Montags, sonntags und feiertags ist das Tierheim geschlossen

Schutzgebühr: z.B. Hund Mischling kastriert u. gechipt 200 /250 Euro; Hauskatze kastriert und gechipt 85 Euro; Hauskatzenpärchen kastriert und gechipt 150 Euro; Nymphensittich 20 Euro; Meerschweinchen männlich, kastriert 35 Euro; Bartagame Weibchen 50 Euro, Männchen 25 Euro

Telefonischer Kontakt: dienstags - freitags: 13-16 Uhr; samstags : 11-14 Uhr: 32 62 62

 

Dominika Sagan



Kommentare
Aus dem Ressort
Betrüger leiten mit Phishing 231.000 Euro auf Essener Konto
Geldwäsche
Für die Zollfahnder war die Ermittlung ein kniffliges Puzzle: Auf einem Essener Konto waren 231.000 Euro gelandet - und die Begleitumstände waren dubios. Stammte das Geld aus Drogengeschäften? Sollte es "gewaschen" werden? Die Antworten auf diese Fragen bringen einen Essener nun wohl hinter Gitter.
Verletzte nach Streit libanesischer Familienclans in Essen
Polizei
Großeinsatz für die Essener Polizei am Donnerstagabend: Circa 20 Angehörige libanesischer Familienclans lieferten sich laut Angaben der Polizei eine "gewalttätige Auseinandersetzung". Dabei erlitt unter anderem ein Mann eine Schnittverletzung am Hals. Die Hauptverdächtigen flüchteten.
Christen aus dem Irak und Syrien demonstrieren in Essen
Demonstration
In Essen treffen sich am Samstag Christen aus dem Irak und Syrien zu einer Schweigedemonstration. So wollen sie ihre Angehörigen in den Heimatländern unterstützen und auf die Situation der Christen im Irak und Syrien aufmerksam machen. Die Caritas im Ruhrbistum hilft seit 2007 den Christen im Irak.
Thomas Kufen will in Essen als OB-Kandidat antreten
Kommunalpolitik
Die CDU-Führung hat sich inoffiziell auf den Ratsfraktionsvorsitzenden festgelegt. Das Problem der möglichen parteiinternen Konkurrenten: Sie sitzen alle im Verwaltungsvorstand und müssen mit ihrem Chef Reinhard Paß als Gegner rechnen, sollte die SPD ihn für eine zweite Amtszeit aufstellen.
Im Rausch auf den Sattel - das kann den Führerschein kosten
Verkehr
In diesem Jahr verunglückten bisher sechs angetrunkene Radfahrer in Essen. Die Polizei, die Verkehrswacht und der ADFC warnen: Schon geringe Mengen Alkohol können die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. Dann droht Führerscheinentzug
Umfrage
Der Initiativkreis der Religionen in Essen hat am Donnerstag eine öffentliche Erklärung gegen Antisemitismus und Islamfeindlichkeit unterzeichnet. Wie beurteilen Sie das?

Der Initiativkreis der Religionen in Essen hat am Donnerstag eine öffentliche Erklärung gegen Antisemitismus und Islamfeindlichkeit unterzeichnet. Wie beurteilen Sie das?

 
Fotos und Videos