Thyssen-Krupp mahnt Qualität bei Flächenvermarktung an
05.10.2012 | 18:27 Uhr 2012-10-05T18:27:00+0200
Essen. Freie Gewerbeflächen werden in der Stadt Essen knapp. Nicht zuletzt deshalb fordert der Chef der Thyssen-Krupp-Immobilientochter, dass bei der Vermarktung auf Qualität gesetzt wird. Für seinen Konzern nennt er dafür zwei aktuelle Beispiele.
Das Essener Immobilienunternehmen Thyssen-Krupp Real Estate fordert bei der Vermarktung von Flächen in der Stadt und der Region mehr Qualitätsbewusstsein. „Qualität kommt nicht über Nacht.“ Die Flächeneigentümer müssten Durchhaltevermögen zeigen, betonte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Martin Grimm am Freitag auf einer Pressekonferenz im Vorfeld der Immobilienmesse Expo Real in München, wo sich das Thyssen-Krupp-Tochterunternehmen als einer der Partner gemeinsam mit der Metropole Ruhr präsentieren wird.
Thyssen-Krupp wartet auf „Vier-Sterne-plus“-Hotel
Grimm nannte Beispiele aus seinem eigenen Haus: Thyssen-Krupp plant seit längerem in unmittelbarer Nähe seiner neuen Konzernzentrale ein Hotel. „Wir hätten das Areal schon mehrfach verkaufen können“, so Grimm. Aber ein Drei-Sterne-Hotel an dieser Stelle reiche dem Konzern nicht. Grimm sprach davon, dort ein Hotel mit „vier Sterne plus“ ansiedeln zu wollen. „Wir wollen dort Qualität.“
Gleiches gilt für das Krupp-Gelände gegenüber an der Altendorfer Straße. Auch dafür gab es laut Thyssen-Krupp Real Estate schon mehrere Interessenten. Offenbar nicht die richtigen. „Wir warten noch auf den großen Wurf“, so Grimm weiter.
Thomas Westphal, Geschäftsführer der Metropole Ruhr GmbH, unterstrich: „Wir können keine Flächen verschenken.“ Seine Worten zufolge werden in den nächsten Jahren die vermarktbaren Flächen immer knapper werden. In Essen gebe es voraussichtlich schon in vier Jahren keine verfügbaren Gewerbeflächen mehr, so Westphal. Für Grimm steht bei der weiteren Entwicklung auch der Anspruch fest: „Es darf nicht sein, dass im Ruhrgebiet am Ende nur noch Logistikstandorte entstehen“.
Der Chef der Thyssen-Krupp Real Estate mahnte neben einem Mehr an Qualität zudem eine stärkere Dynamik bei der Entwicklung von Flächen an. Investoren würden nach Grundstücken suchen, die sofort bezugsfertig sind und nicht erst in einigen Jahren, bestätigte Westphal.
Metropole Ruhr präsentiert sich mit 120 Partnern
Auf der Expo Real in München wird sich die Metropole Ruhr ab kommendem Montag mit 120 Partnern aus dem Revier vorstellen. Essen gehört zu den elf Städten, die sich an dem Gemeinschaftsstand präsentieren und über ihre aktuellen Bauprojekte informieren werden.

00:32
Ach übrigens, Herr Grimm: Die 25 Ex-TK-Flächen, für die diese Düsseldorfer Holding insg. 300 Mio. Euro bezahlte, werden zum großen Teil heute wie vermarktet? Richtig - Logistikflächen.
00:29
Tja, und die Kommunen sollten mehr "Qualität" der ThyssenKrupp-Flächen anmahnen, für die sie wie z.B. beim Phoenix-Gelände in Dortmund teuer Geld zahlen mussten, *ohne* dass sich TK auch nur einen Deut um die notwendige Sanierung gekümmert hat.
Ebenso in Dortmund befindet sich eine Gewerbefläche auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Dorstfeld, welches vor ein paar Jahren von TK an eine Düsseldorfer Holding verkauft wurde und auf dem sich nun *mehere zehntausend Tonnen illegal gelagerter Bauschutt* und Erdaushub befinden. Keiner weiß z.Zt., woher das Zeug stammt und was sich an Schadstoffen - in unmittelbarer Nähe zu einem Naturschutzgebiet - darin tummelt.
Für schicke Hotels und florierendes Gewerbe sollen also Kommunen springen, während viele Gewerbeflächen aus TK-Beständen vergammeln, weil Verantwortung für industrielle Vergiftung für TK ein Fremdwort ist.