Thriller um Ehebruch und Rache

Auf Schloss Hugenpoet wird der Trailer zum neuen Thriller der Kettwiger Krimiautorin Astrid Korten gedreht. Vorn die Darstellerinnen , 3. v.L. Astrid Korten rechts daneben Regisseur Uwe Donner von der Fa. Donner - Media aus Borken.
Auf Schloss Hugenpoet wird der Trailer zum neuen Thriller der Kettwiger Krimiautorin Astrid Korten gedreht. Vorn die Darstellerinnen , 3. v.L. Astrid Korten rechts daneben Regisseur Uwe Donner von der Fa. Donner - Media aus Borken.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Kettwiger Autorin legt neuen Kriminalroman vor.

Kettwig..  Auf dem Küchentisch von Astrid Korten liegen direkt neben der Kaffeetasse frisch ausgedruckt die ersten Rezensionen ihres neuen Buches. Ein spannender Moment für die Kettwiger Autorin.

Den Kritikern gefällt „Eiskalter Plan – im Netz der Rache“. Sie ist zufrieden.

Es ist ihr neuntes Buch, der mittlerweile fünfte Thriller. Und er ist anders als seine Vorgänger. „Ich freue mich auf die Reaktionen der Leser“, sagt die 51-Jährige, „denn ich habe dieses Mal auf blutige Szenen verzichtet. Alles läuft subtiler ab, ist nur angedeutet. Das psychologische Moment spielt eine noch größere Rolle.“

Von ihren Ehemännern enttäuschte Frauen – eine Verlegerin, eine Ärztin, eine Anwältin und eine Polizistin – lernen sich in einem Chatroom kennen, treffen sich bald auch im realen Leben und finden einen gemeinsamen Nenner. Die Rache an den Bösewichten dieser Welt. Ein Jahr lang hat Astrid Korten an dem Buch geschrieben. An der Tür ihres Büros unter dem Dach hing häufig das Schild „Bitte nicht stören“. Recherche ist ihr wichtig. Sie hat sich in Dating-Portalen umgeschaut und 178 Frauen interviewt. „Ich wollte wissen, was sie dazu bringen könnte, den eigenen Ehemann zu töten. Ehebruch war die mit Abstand häufigste Antwort. Mir war nicht klar, dass dieses Thema so viel Wut auslöst.“

Die Frauen in ihrem Buch verlieren irgendwann völlig das Rechtsempfinden, es geht nur noch um Rache – „und dann beginnt das wahre Spiel...“, sagt Astrid Korten. Frauen, die das Manuskript vorab gelesen haben, „erkennen sich wieder. Und Männern, die das Buch kennen, wird klar, dass sie für diese Gefühle der Frauen verantwortlich sind“.

Am Donnerstag wurde der Trailer zum Buch abgedreht. Einen Tag lang arbeitete sie mit der Crew von Donner Media aus Borken. Das Kaminzimmer von Schloss Hugenpoet hat sich die Kettwigerin als Kulisse ausgesucht, und vier Laiendarstellerinnen setzten unter Anleitung des Regisseurs ihre Texte um. Auf Youtube und auf der Seite des Verlages wird der Film zu sehen sein. Ihr neues Buch erscheint pünktlich zur Leipziger Buchmesse am 2. März – dieses Mal nicht nur als E-Book, sondern auch als Print. Im Hamelner Verlag CW Niemeyer hat sie einen Partner gefunden. „Ich habe angerufen und gefragt, ob sie einen Thriller gebrauchen können.“ Ein Exposé und eine Textprobe sollte sie schicken – innerhalb eines Monats war der Vertrag unterschrieben.

Als 13-Jährige schrieb die gebürtige Niederländerin ihre erste Kriminalgeschichte. „Die Leiche im Brunnen“ landete im Papierkorb. Mittlerweile hat sie viele Fans und verlässt auch ab und an das Genre Thriller. Sie schreibt Theaterstücke und Kinderbücher. Im vergangenen Jahr ist „Winterküsse“ erschienen– ein Buch mit kleinen Geschichten über den alltäglichen Wahnsinn und eine Liebeserklärung an ihren Wohnort Kettwig.

Astrid Korten ist außerdem Redakteurin des Online-Magazins Frauenpanorama und interviewt für ihre eigene Rubrik Autorinnen und Autoren. Jüngst führte sie ein Gespräch mit Peter Prange – „ein toller Mensch und ein toller Autor“. Ganz oben auf ihrer Wunschliste steht die Begegnung mit dem brasilianischen Bestseller-Autor Paulo Coelho. „Ich habe ihm eine Anfrage geschickt und hoffe sehr, dass er mir antwortet.“