Tausende tote Fische in der Ruhr sorgen für Großeinsatz
02.12.2011 | 17:14 Uhr 2011-12-02T17:14:00+0100
Essen. Ein Massensterben von Fischen in der Ruhr hat am Freitag für einen Großeinsatz gesorgt. Erste Proben geben Hinweise auf eine Wasserbelastung. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der illegalen Einleitung von Schadstoffen. Die Entsorgung der verendeten Tiere ging am Samstag weiter.
Entsetzen bei Spaziergängern, Umweltalarm beim Ruhrverband, Großeinsatz für Polizei, Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und DLRG: Tausende tote Fische trieben am Freitagnachmittag in Essen-Kupferdreh an die Ruhrufer. In ersten Schätzungen sprechen die Behörden von bis zu zehntausend Fischkadavern. Am Abend begann die Feuerwehr mit der Bergung, die Untersuchungen von Wasser und Tierkörpern liefen auf Hochtouren.
Bis Samstagmittag lagen der Polizei Essen keine neuen Erkenntnisse zur Ursache des Fischsterbens vor, so ein Sprecher auf Anfrage von DerWesten. Die Entsorgung der verendeten Tiere ging am Samstag weiter. "Das kann noch dauern", sagte ein Feuerwehr-Sprecher in Essen.
Fieberhafte Suche
Der erste Anruf kam um 14.40 Uhr vom Hardenbergufer: Spaziergänger hatten die ersten Kadaver auf dem Wasser bemerkt. Als die Polizei am ersten Fundort eintraf, der etwa 150 Meter von der Prinz-Friedrich-Straße entfernt liegt, meldeten sie bereits „zigtausende“ verendete Fische.
Diese Rückmeldung löste einen Großalarm aus. Alarmiert wurden Feuerwehr, Fischereibehörde, das Landesumweltamt, die Wasserbehörde, die DLRG und die Rheinischen Wasserwerke, weil das verschmutzte Wasser Richtung Mülheim floss. Eine fieberhafte Suche nach der Quelle der vermuteten Einleitung begann. Dabei half auch der Polizeihubschrauber „Hummel“, der den Deilbach absuchte. Am Abend waren die Experten relativ sicher: Die Einleitungsstelle liegt unmittelbar hinter dem Kupferdreher Gewerbegebiet Prinz Friedrich.
„Eine Gefährdung des Trinkwassers schließen wir im Moment aber aus“
Alarmiert ist auch der Ruhrverband. Sprecher Markus Rüdel rechnet erst in einigen Tagen mit belastbaren Ergebnissen. Bei der großen Menge an toten Fischen seien im Grunde nur zwei Möglichkeiten denkbar: Entweder es handele sich um eine extrem toxische Substanz oder aber die Menge des eingeleiteten Schadstoffs sei sehr groß. „Eine Gefährdung des Trinkwassers schließen wir im Moment aber aus“, so Rüdel. „Die Wasserwerke sind deshalb in der Lage, eine Welle mit schadstoffhaltigem Wasser vorüberziehen zu lassen.“ Das Trinkwasser für Essen wird vor der Einleitungsstelle entnommen und ist in keinem Fall gefährdet.
Am Abend haben Feuerwehreinheiten mit der Bergung der Fischkadaver begonnen. Der Anleger des TVK wurde zur provisorischen Sammelstelle. Mit Ölschlängeln trieben Bootsbesatzungen dort die toten Fische in die Kescher der Feuerwehr.
Markus Rüdel, Sprecher des Ruhrverbands, sprach von einer ungewöhnlich hohen ph-Belastung. Inwieweit das Trinkwasser betroffen sei, könne zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht gesagt werden. In solchen Fällen sei es aber die Regel, dass die Wasserwerke mit eingeschaltet werden. Diese können gegebenenfalls auf Wasservorräte zurückgreifen. Eine Gefahr besteht also nicht. Der Ruhrverband ist mit einem Labor vor Ort, um Proben zu nehmen und so auf den Verursacher zu schließen. Eine genaue Auswertung nehme jedoch noch einige Zeit in Anspruch.
Nach aktuellem Stand geht die Verschmutzung von der Einmündung des Deilbachs aus. Dort, so vermutet die Polizei, müssen die Stoffe eingeleitet worden sein. THW und Feuerwehr sind vor Ort, um weitere tote Fische aus dem See zu entfernen. (Mit Material von dapd)

18:15
alle in den knast
13:43
ist nicht weit entfernt es ist gegenwärtig ein schluck aus dem emscher ist sicherlich gefährlicher als sich 1 stunde in fukushima aufzuhalten
11:47
"Eine genaue Auswertung nehme jedoch noch einige Zeit in Anspruch." Wann können wir denn mit Ergebnissen rechnen? Wird es heute noch eine Pressekonferenz geben?
11:17
"Schadstoff" - welch ein verharmlosender Ausdruck für Gift!
10:21
Und das auch noch in einer Umweltzone.
Geht ja gar nicht.
Ich fordere harte Bestrafung für den Verursacher.
09:54
aber das in einen Hochindustrieland die Wasserwerke das nicht merkten macht mir dann doch etwas Sorgen. Zumindest könnte man ja mal gelegentlich Messsonden in die Flüsse versenken, sinnvollerweise auch mal am langen Wochenende der Behörden, auf das der Verbrecher in diesem Fall augenscheinlich gesetzt hat.
09:21
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08:51
Ist schon eine Schweinerei, die armen Tiere. Andererseits bin ich trotz des schlimmen Vorfalls guter Hoffnung, weil ja Späziergänger ihre Beobachtung gemeldet haben, und nicht einfach gesagt haben: "Ein paar tote Fische gehen uns nix an!" sondern daß dann nach freiwilligen Helfern gerufen wird, die die Fischsuppe ausbaden müssen. Da auch wir am Wasserkreislauf hängen, wird jetzt schnell vieles unternommen, um den Schaden zu beheben. Auch wenn die Berichterstattung fürchterlich verharmlost wird.
07:47
Besatzfisch wird in der Regel nicht in solchen Mengen ausgesetzt, schon gar nicht ausgewachsen. Wie hoch sollte denn der PH-Wert gewesen sein um dieses Sterben auszulösen. Außerdem sind auch andere Fischarten betroffen, nicht nur Rotfedern.
Bleibt zu hoffen, das der Verursacher ermittelt wird und nicht alles wieder unter den Tisch gekehrt wird. Schließlich besteht immer auch eine Gefahr für unser Trinkwasser. Ich habs gerne sauber. Auch ein bißchen giftig ist mir zu viel.
07:42
Hoffentlich wird der Täter gefunden. Den würde ich die Brühe trinken lassen.