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"Taktische Taufe" - Die Wahl des Stadion-Namens in Essen

11.08.2012 | 20:00 Uhr
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Essen.  Am Ende entschieden sich die Verantwortlichen für die sachliche Variante: "Stadion Essen" heißt sie nun, die neue Spielstätte an der Hafenstraße in Essen. Der Entschluss sorgte für kontroverse Diskussionen bei den Bürgern. Redakteur Jörg Maibaum kommentiert die Situation.

Insolvenz-Arena, Willi-Nowack-Erlebnispark, Pommes-Rot-Weiss-Bude, Ich-danke-Sie-Rund – es müssen wahre Emotionen und Leidenschaften für lokales Kolorit sein, die sich in diesen Tagen in schier unerschöpflichen Namenskreationen Bahn brechen. Doch all diese Wortspiele, ernst geschossen, locker genommen, sie mögen noch so grandios sein, am Ende unterliegen sie doch gnadenlos. Denn der Titel „Stadion Essen“ ist in seiner Schlichtheit einfach nicht zu besiegen. Nicht in dieser, nicht in der nächsten und auch nicht in der übernächsten Saison. An diesem Ergebnis, gut oder schlecht, wird nunmehr kein Sturmlauf der Entrüstung und auch kein DFB-Schiedsgericht mehr etwas ändern.

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Für die Fans war eine der letzten Chancen sich die "heilligen" Gewölbe des Georg-Melches-Stadion an der Hafenstraße in Essen anzusehen, denn der Abriss steht unmittelbar bevor.

Die Mannschaft der Andersmeinenden ist gänzlich chancenlos, und sie war es von Beginn an, weil sie erst gar nicht ins Spiel gekommen ist: Die Taktik der Taufe war nur für wenige zu durchschauen. Was selbst für den Aufsichtsrat der städtischen Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH als Bauherrin zu gelten scheint: Wie nach dem Abpfiff in der Polit-Kabine zu hören ist, sollen der Rechtekäufer und Namensgeber, der Energiekonzern RWE, und Oberbürgermeister Reinhard Paß die Sache fein unter sich ausgemacht haben.

Am Ende gibt’s dafür nicht nur Applaus. Doch wer kein Geld hat, muss einen Preis zahlen, und wer sich als bettelarmer Viertligist mit einem Player aus der reichen Königsklasse einlässt, erst recht. Dafür gibt’s allerdings zwei Millionen Euro retour, so wird zumindest gemunkelt, und die große Chance auf einen Neuanfang – ein Name ist Geschichte, die Zukunft beginnt morgen: mit der Eröffnung des Stadions an der Hafenstra..., tschuldigung, des Stadion Essen, natürlich.

Alles neu im neuen Stadion

Der Titel kann als klares Bekenntnis eines Unternehmens zum Standort und als gleichzeitiger Ausdruck bescheidener Zurückhaltung gewertet werden. Er kann aber auch ein Zeichen sein dafür, dass der Konzern RWE nicht häufiger als unbedingt nötig mit einem Regionalligisten wie RWE ins Spiel gebracht werden möchte. Daher ist es alles andere als ein unsportliches Signal, wenn sich das Unternehmen eine Namensänderung vorbehält. Denn die Botschaft dahinter könnte heißen: Stimmt in Zukunft die Leistung, können wir vielleicht noch mal drüber reden. In dieser Hinsicht bietet ein gefühlsneutrales Stadion Essen durchaus Vorteile. Ein Rahn-Rund oder ähnlich populäre Kreationen ließen eine Namensänderung im Nachhinein schwerlich zu.

Worthülse mit Leidenschaft füllen

Jetzt kommt es viel mehr auf die Vereins-Verantwortlichen, die Sportler und die Fans an, die Worthülse mit Leistung und Leidenschaft zu füllen und sich nicht im Unwichtigen festzudribbeln. Denn das Wesentliche ist nach vielen Jahren des erfolglosen Hin und Hers geschafft: Die Stadt hat ein neues Stadion, in dem vielleicht in naher Zukunft etwas ganz Besonderes passiert.

Und das nennen wir dann: das Wunder vonne Berne.

Jörg Maibaum

Kommentare
12.08.2012
11:41
ich sag nur
von trickflyer | #3

willi-nowack-gedächtnis arena.

12.08.2012
07:57
Stadion Essen
von gudelia | #2

Jetzt mal ganz nüchtern: Es zeugt nicht gerade von großem Geist der bestimmenden Personen dieses "Stadion" als Stadion Essen zu bezeichnen. Eine Stadt die sich quält bei den "Großen" mit zu mischen, und der es mit Folkwang, Philharmonie und Aalto ja so einigermaßen gelingt, vergeigt dieses Bemühen indem sie eine "Pommesschachtel" als Stadion Essen bezeichnet. Es ist, und wird immer ein viel zu groß geratener Viertliga-Fußballplatz sein (bestes Beispiel: Viplogen). Die Namenswahl spiegelt in eklatanter Weise die fehlende Weitsicht der daran beteiligten Stadtoberen wider. Jeder x-beliebige Name würde die Stadt weniger belasten als "Stadion Essen". Traurig, aber wahr.

4 Antworten
Stadion Essen
von meister1955 | #2-1

Ja, blablabla...Keine Ahnung oder S05 Fan? Den vielen Neidern sei gesagt, das Stadion steht schon und Rot-Weiss Essen wird sehr oft in dieser schicken Bude vor zehntausenden Zuschauern spielen. Und jetzt ab und vor der eigenen Haustür kehren ihr Neider...

Immer wieder dieselben Vorurteile ...................
von Big0di | #2-2

Immer alles nachplappern ohne sich mal wirklich zu informieren. Hauptsache die eigenen Vorurteile werden bedient.
Bitte nehmt endlich zur Kenntnis: Der RWE ist kein normaler Viertligist, auch wenn Viele das gern hätten. Gleich das erste Spiel im neuen, angeblich "viel zu groß geratenen Viertliga-Fußballplatz" war binnen Stunden ausverkauft. Ein großer Teil der Fans, die ihre Rot-Weissen sehen wollten, müssen draußen bleiben weil das Stadion "viel zu groß" ist für den Viertligisten. Nehmt endlich zur Kenntnis: Das neue Stadion ist jetzt schon wieder zu klein für den RWE! Gegen Oberhausen kamen knapp 14.000 gegen Union Berlin hätten leicht noch mehr Karten verkauft werden können, wenn das neue Stadion denn mehr Plätze geboten hätte! Aber die ewiggestrigen Ignoranten schwadronieren immer noch von "überdimensioniert" und "unnötig". Man, macht endlich die Augen auf: Die Realität ist anders - auch wenn Ihr das nicht sehen wollt.

Viertligastadion
von gudelia | #2-3

Na, da bin ich aber platt. Man darf als RWE-Mitglied nicht das, von der Stadt lieblos hingeworfene, Stadion kritisieren? Was sie oben lesen ist eine Kritik an das Stadion und nicht an den Verein!!! Neid auf diese "schicke Bude"? Ich bitte Dich, da kennen wir als RWE-Fans aber andere Arenen. Als RWE-Mitglied und Fan bleibe ich dabei: Spätesten wenn wir da spielen wo wir Fans uns immer sehen werden andere über das "Stadion" nur den Kopf schütteln.

Wenn man keine Ahnung hat.....
von Essen_OK | #2-4

Erstens ist der Name "Stadion Essen" nur ein vorübergehender Platzhalter.
Die RWE AG wird im Lauf der nächsten 12 Monate einen anderen Namen für das Stadion verkünden.
Zweitens das leidige Thema VIP-Logen: Diese sind bereits bis auf 2 alle verkauft!!
Und drittens Thema Größe des Stadions:
Die Größe ist genau richtig. Es gibt, ja tatsächlich auch in der vierten Liga, einige Spiele, bei denen 20000 Plätze gerade mal so reichen.
Und die nächsten Aufstiege werden noch kommen. Rot-Weiss Essen wird nicht immer in der 4. Liga bleiben.Und dann werden 20000 Plätze definitiv zu wenig sein.

11.08.2012
22:08
Wunder vonne Berne
von dergutepott | #1

Apropos Berne.
Nennen wir es doch einfach Stadion/Estadio Bernebéu.

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