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Tabakriese Philip Morris zieht gegen Essener Hersteller von Liquids für E-Zigaretten zu Felde

24.03.2013 | 11:00 Uhr
Tabakriese Philip Morris zieht gegen Essener Hersteller von Liquids für E-Zigaretten zu Felde
E-Zigaretten werden mit aromatisierten Flüssigkeiten gefüllt.Foto: Walter Fischer

Essen.  In der Geschichte ist Dampf drin: Der Konzern Philip Morris geht juristisch gegen ein Essener Unternehmen vor, das Flüssigkeiten für E-Zigaretten herstellt. Denn eines der Produkte soll zum Verwechseln ähnlich klingen wie die Zigarettenmarke Marlboro.

Uwe Cronenbroeck stellt seit zwei Jahren Flüssigkeiten, so genannte Liquids, für E-Zigaretten her und vertreibt sie übers Internet. Das Kämpfen gehört seither mit zu seinem Geschäft. Erst war es NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens, die gegen die E-Zigaretten zu Felde zog und vor dem Handel mit ihnen gewarnt hatte. Erst ein Gerichtsurteil vergangenes Jahr stoppte den Vorstoß der Ministerin.

Das spürte auch Cronenbroecks Firma, die Niko Liquids GmbH. Nur langsam sei danach die Verunsicherung der Kunden gewichen. Doch seit einigen Monaten läuft das Geschäft wieder besser. Nun aber droht dem Unternehmen aus Frillendorf erneut Ungemach: Der Tabakriese Philip Morris geht juristisch gegen die Essener vor.

„Abmahnung wegen Marken- und Wettbewerbsverletzung“

Am 4. März fand Cronenbroeck den Brief einer großen Anwaltskanzlei in seinem E-Mail-Postfach - überschrieben mit der Ankündigung: „Abmahnung wegen Marken- und Wettbewerbsverletzung“. Stein des Anstoßes sind demnach seine Liquids „MARBO“ bzw. „MARBO red“ mit Tabakgeschmack.

Philip Morris sieht darin eine Verwechslungsgefahr mit seiner berühmten Zigarettenmarke „Marlboro“ und damit eine Markenrechtsverletzung. Auch am Zusatz „red“ (rot) stößt sich der Konzern, weil mit der Farbe Bezug auf die erwähnte Zigaretten-Marke genommen werde.

Alles Quatsch, meint Cronenbroeck. „Eine Verwechslungsgefahr besteht nicht“. Auch enthielten die strittigen Liquids zwar Nikotin , aber es seien Flüssigkeiten, „die nicht brennen und auch kein Tabakprodukt sind“.

Seit anderthalb Jahren vertreibe er das Produkt schon unter diesem Namen. Bislang habe sich niemand daran gestört. Er vermutet hinter dem Vorgehen des Konzerns deshalb mehr als den Namensstreit: Möglicherweise solle es einer wachsenden Konkurrenz schwer gemacht werden.

Mit weiteren juristischen Schritten gedroht

Die von den Anwälten geforderte Unterlassungserklärung hat Cronenbroeck nicht abgegeben. Für diesen Fall hat der Tabakkonzern mit weiteren juristischen Schritten gedroht. Ob das so kommt, blieb gestern offen. Bis Redaktionsschluss ließ der Konzern eine Anfrage dieser Zeitung unbeantwortet.

Cronenbroeck will sich jedenfalls nicht einschüchtern lassen: „Ich lasse mir das nicht bieten, egal wie groß die sind“, sagt er. Es ist wieder einer dieser berühmten Kämpfe David gegen Goliath: Auf der einen Seite das Frillendorfer Unternehmen mit 14 Mitarbeitern und auf der anderen Seite der Konzern mit Milliarden schweren Umsätzen und fast 90 000 Mitarbeitern weltweit.

Die erste Runde geht jedoch schon mal an Cronenbroeck: Die juristische Auseinandersetzung beschert dem Essener Unternehmen eine neue Bekanntheit.

Janet Lindgens



Kommentare
25.03.2013
14:27
Tabakriese Philip Morris zieht gegen Essener Hersteller von Liquids für E-Zigaretten zu Felde
von boehmann | #17

Warum ist die Stadt MARL noch nicht gegen die Kippenfabrik Philip M , angegangen.
Der Stadtname war ehr da als der Name der Krebsstengel.
.

25.03.2013
10:31
Tabakriese Philip Morris zieht gegen Essener Hersteller von Liquids für E-Zigaretten zu Felde
von mansgruf | #16

Giftmischer kämpft gegen Giftmischer..LOL

25.03.2013
08:13
Nikotin
von netzschrecken | #15

Wenn nicht geraucht, so kann es immerhin verflüssigt inhaliert werden. Wenn auch das nicht mehr geht, kann man es ja injizieren.
Bleibt die Frage: Wozu?

25.03.2013
08:07
Tabakriese Philip Morris zieht gegen Essener Hersteller von Liquids für E-Zigaretten zu Felde
von Wurzelputz | #14

Abmahnung im EMail-Postfach?
Umschalt + Entf und futsch ist sie im elektronischen Nirwana!

24.03.2013
21:16
(„Eine Verwechslungsgefahr besteht nicht“)
von medlar | #13

...dabei ist es gerade die gewählte "Geschmacksrichtung", die es einem (zukünftigen) Ex-Raucher erleichtert, seine bevorzugte Zigarren/Zigarettenmarke in einem guten Liquid wiederzufinden.

Falls man wirklich bei einer Zigarre/Zigarette von Geschmack reden kann, so gibt es wirklich gute Liquids am Markt, die fast genauso "schmecken" wie die Originalmarke der Tabak-Konzerne.

(Fraglich ist nun , ob Tabak-Konzerne ihre "Geschmacksrichtungen" patentrechtlich geschützt haben, also scheint man es hier über das Namensrecht zu versuchen...)

24.03.2013
20:35
Tabakriese Philip Morris zieht gegen Essener Hersteller von Liquids für E-Zigaretten zu Felde
von Hui-Buh | #12

Viele Raucher sind bereits auf die E-Zigarette umgestiegen und die fühlen sich bestens. Eigentlich wie Nichtraucher. Dass die Tabakmafia langsam Panik schiebt ist doch kein Wunder! Man stelle sich vor, die Hälfte der Raucher würde umsteigen. Da würden ein paar Milliardchen fehlen...

1 Antwort
Tabakriese Philip Morris zieht gegen Essener Hersteller von Liquids für E-Zigaretten zu Felde
von Doom13 | #12-1

hoffentlich

24.03.2013
18:17
Tabakriese Philip Morris zieht gegen Essener Hersteller von Liquids für E-Zigaretten zu Felde
von Essen_OK | #11

@ arippe

Dazu muss man nicht mal ein Schelm sein ;-)

Phillip Morris hat schon eine Firma aufgekauft, die e-Zigaretten herstellt.

Die finanziellen Verluste der Zigarettenhersteller und der Finanzämter sind schon recht deutlich.
Bisher schwirren Zahlen rum, die von über 7 Millionen e-Rauchern ausgehen, in Europa.
Gehen wir mal im Durchschnitt von einer Packung Zigaretten aus, die jeder dieser ehemaligen Raucher täglich gekauft hat.
Damit fehlen Einnahmen für ansonsten ca. 210 Millionen verkaufter Zigarettenpackungen.
Bei einem mal zugrunde gelegten Preis von 5 € pro Packung ist das mehr als 1 Milliarde € pro Monat!!!
Steuern und Provisionen für den Großhandel und die Zigarettenverkäufer mal abgerechnet, bleibt immer noch ein äußerst heftiger Verlust für die Hersteller von Zigaretten.

Deshalb sollen die e-Ziggaretten am liebsten verschwinden, oder die Tabakfirmen steigen selbst massiv in das Geschäft ein.

1 Antwort
Tabakriese Philip Morris zieht gegen Essener Hersteller von Liquids für E-Zigaretten zu Felde
von Doom13 | #11-1

Naja da werden doch aber auch immer Kampagnen betrieben wie schädlich rauchen ist. Es soll doch nicht an den Einbussen liegen. Man soll sich doch freuen, dass die Menschen allmählich davon wegkommen :-) *g*

24.03.2013
17:53
Tabakriese Philip Morris zieht gegen Essener Hersteller von Liquids für E-Zigaretten zu Felde
von arippe | #10

Ich sehe in den Markennamen nicht im geringsten eine Ähnlichkeit. Kann Goliath nicht lesen?
Es wird schon so sein, das der Tabakkonzern die Dampfe als Konkurenz wachsen sieht, hat er ja schon ein eigenes Modell in der Schublade.

Ein Schelm der Böses dabei denkt???

24.03.2013
16:02
Tabakriese Philip Morris zieht gegen Essener Hersteller von Liquids für E-Zigaretten zu Felde
von HaPeS | #9

So, so, eine Unterlassungsabmahnung im e-mail-Postfach "gefunden"....

24.03.2013
14:30
David gegen Goliath?
von Catman55 | #8

Nein!

Eher Teufel gegen Belzebub.

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