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„Vom Kunststudenten bis zur Kiez-Oma“

06.04.2010 | 15:49 Uhr
„Vom Kunststudenten bis zur Kiez-Oma“

Essen.In Essen ist man dabei, das großstädtische Potenzial zu entdecken. Kreative Köpfe kehren der Stadt nicht mehr den Rücken zu, sondern setzen ihre originellen Ideen um. Einer von ihnen ist Alexander Tillmann, der Berlin verließ, um sich mit seiner Café-Bar-Klub-Kombi „StadtKind-Essen“ einen Traum zu erfüllen.

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OPEN DECKS

Stadtkinder gesucht

Jeden ersten und dritten Mitt-woch im Monat können Musikliebhaber selber ihre Platten in der Bar auflegen und sich vor Publikum und Freunden beweisen. „Die Musik muss ,StadtKind‘-tauglich sein“, betont Alexander Tillmann. Italo-Disco, Deep House, generell elektronische Tanzmusik, aber auch Indie, Pop und Alternative sind gefragt. Bewerbungen mit Promoset oder Playlist können Interessierte an OpenDecks@StadtKind-Essen.de schicken. Am Mittwoch, 7. April, werden es ab 20 Uhr „Frau Keludowig“ und „kid data“ sein. Ferner wird der Gastronom bald den Klub-Bereich im Keller eröffnen. Nach Entkernung, neuer Verklei-dung und dem Entfernen einer Kegelbahn wird Essen einen neuen Anlaufpunkt in der Club-Szene bekommen. Das „StadtKind“ hat dienstags bis donnerstags von 17 bis 0 Uhr geöffnet, freitags und samstags ab 18 Uhr, Ende offen. Infos auch auf der Homepage.

In Essen ist man dabei, das großstädtische Potenzial zu entdecken. Kreative Köpfe kehren der Stadt nicht mehr den Rücken zu, sondern setzen ihre originellen Ideen um. Einer von ihnen ist Alexander Friedrich Tillmann. Auf der Margarethenhöhe aufgewachsen und nach der Ausbildung nach Berlin gezogen, ist er zurückgekehrt und hat sich in der Heimat seinen Traum erfüllt. Im Dezember, pünktlich vor dem Start des Kulturhauptstadtjahres, eröffnete der 26-jährige Gastronom und DJ seine Café-Bar-Klub-Kombi namens „StadtKind-Essen“.

„For urban rocker“ – dieser Slogan folgt der Corporate Identity des „StadtKindes“ auf Schritt und Tritt. Ob Getränkekarte, Werbepostkarte oder Außenfassade – Alexander Tillmann betont das Großstädtische an seinem Lokal. „Den Begriff ,urban rocker‘ kann jeder für sich frei definieren“, findet er. Diese Freiheit spiegelt sich auch in der originellen, aber nicht zu aufdringlichen Einrichtung des Lokals wider.

Mischung aus Berliner Kiezkneipe und Szenetreff

Mit viel Liebe zum Detail hat Tillmann aus dem ehemaligen „Litfaß“ an der Segerothstraße 85 eine Mischung aus Berliner Kiezkneipe und szeneträchtigem Geheimtipp für passionierte Verfechter des urbanen Lebensgefühls gemacht. Erdbeerkakteen und Cocktailgläser mit Popcorn-Tüten stehen jeweils auf den Tischen. Letztere stammen von der Popcorn-Maschine, die abends vor sich hin „poppt“. Diese kleine Knabberei ist für Besucher gratis und wird begeistert angenommen.

An einer Wand hängt ein Geweih, an ihm baumeln Duftbäumchen. „Die sind noch eingepackt, da sonst der ganze Laden danach stinken würde“, lacht er. Während er hinter der langen Theke seiner Arbeit nachgeht, „dreht“ er auch gerne am Licht. Über eine Fernsteuerung kann er zwischen verschiedenen Farben wählen – je nach Stimmung. Der eigentlich eher dunkle Charakter des früheren „Litfaß“ wird zwar beibehalten, jedoch sorgen große Kerzen auf den Fensterbänken und viele Teelichter in bedruckten Papiertüten für eine angenehme Atmosphäre.

Lounge-artig gruppieren sich einzelne Bereiche mit kleinen Ledersitzgelegenheiten um niedrige Kaffeetischchen. Begleitet werden sie von exzentrischen Lampenkreationen und nicht zu verfehlenden Accessoires, etwa ein altes Tonbandgerät, ein Furby-Stofftier, das als Platzhalter für Reservierungen dient, oder einer Kindertafel mit Magnetbuchstaben, Marke Sesamstraße. Statt Schieferplatte und Kreide geht es hier bunt zu, wenn der Gast etwas für den kleinen Hunger lesen und bestellen will. Ein Motiv zieht sich jedoch durch den ganzen Laden: das „Stadtkind“, die Graffiti-Schablone (stencil) eines kleinen Jungens in Latzhose.

Mit Tellerwäscher-Job in der Gastronomie Fuß gefasst

Alexander Tillmann hat sich mit dem „StadtKind“ an der Segerothstraße einen Traum erfüllt. Foto: Arnold Rennemeyer

„Mit 15 habe ich mit einem Tellerwäscher-Nebenjob bei einem Sonntagsbrunchs eines Hotels angefangen“, erinnert sich Tillmann. Etwa ein Jahr habe er das gemacht. Auch sämtliche Praktika, die er in jungen Jahren absolvierte, waren in der Gastronomie oder Hotellerie. Nach der Ausbildung im Renaissance Hotel in Düsseldorf, welche er als knallhart, aber super beschreibt, war für ihn jedoch eines für die Zukunft klar: „Gastronomie ja, Hotellerie nein“.

„Von der Ausbildung profitiere ich heute noch“, unterstreicht er. Trotzdem zog es ihn danach erst einmal weg und zwar nach Berlin. „Meine Mutter kommt gebürtig aus Berlin und ich wollte dort schon immer hin“, schwärmt der „StadtKind“-Inhaber. In einer Nacht- und Nebelaktion ist er in die Bundeshauptstadt gegangen. Der erste Job fand sich jedoch wieder in der Hotellerie. „Das hat mir nach einem Monat gereicht“, erinnert er sich. Vier Jahre blieb er in Berlin, legte als DJ auf und war freischaffend für eine Projekt- und Modeagentur tätig.

„Ich wollte mich schon immer selbständig machen, war aber damals nach der Ausbildung zu jung“, erklärt Tillmann und ergänzt: „Und dann habe ich mir gedacht, zum Kulturhauptstadtjahr machst du etwas in deiner Heimatstadt“. Anzeigen im Internet habe er durchstöbert, bis er schließlich auf die Räumlichkeit des ehemaligen „Litfaß“ stieß. „Im Juli 2009 hatte ich den Mietvertrag in der Tasche und habe dann bis zur Eröffnung am 12. Dezember 2009 in kreativer Eigenregie den Laden in meinen Look gebracht“, sagt der 26-Jährige.

Ausschlag gab für ihn auch, dass sich das Univiertel dank neuer Pläne und Umbauarbeiten, die nun beginnen, im Auftrieb befände. Den Gesamteindruck macht aber auch das bunt gemischte Publikum aus. „Vom Kunststudenten bis zur Kiez-Oma“, resümiert Tillmann. Bei ihm seien alle willkommen, die Spaß haben wollen und keinen Stress machen.

Urbanes Konzept in der Metropole Ruhr

„Die Idee für den Namen geht zurück auf das urbane Konzept meines Ladens“, betont er. Die Metropole Ruhr sei definitiv ein Raum, in dem viel ungenutztes Potenzial stecke. Als Beleg dafür, dass viele Kreative bleiben oder zurückkehren, sieht Tillmann bereits erfolgreich laufende Projekte, wie etwa das „Hotel Shanghai“ oder den „Goethebunker“ sowie die „nice2meetu partys“.

Und was wäre so ein Traum ohne Kunst? „Ein Freund von der Berliner Universität der Künste hat mir zwei Ölmalereien kreiert“, sagt Tillmann und klärt auf: „Auf dem Wandgemälde ist die New Yorker Transe Amanda LePoor zu sehen und auf dem anderen Macaulay Culkin.“ Der abgehalfterte Kinderstar hat sich mit dem Film „Party Monster“ einen Namen in der Szene gemacht. Kubisch gebrochen und facettenhaft, fast wie ein Puzzle, erscheinen die beiden Portraits.

Mit Eigenkreationen wartet Alexander Tillmann bei den Getränken auf, sei es der Virgin-Cocktail namens „GreenIced Lemon“ oder sein alkoholischer Kollege „Mr. Ginberry“. Nur eines entsteht nicht aus seiner Hand, sondern wird ruhrgebietstreu einer Expertin überlassen. „Den Zwiebelkuchen backt meine Mutter“, lacht der 26-Jährige.

Tim Walther

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Kommentare
17.08.2010
18:33
„Vom Kunststudenten bis zur Kiez-Oma“
von RocknRoller | #11

Hallo Bjorn,

in Rüttenscheid hätte ich mich nicht gewundert über den Laden...auch wenn ich seit Jahren da in keiner Kneipe mehr war...aus gutem Grund. Ich will keine In-Kneipen oder Schickeria-Läden, sondern ne Kneipe...Spelunke...wie auch immer, wo man ein Bier trinkt (keinen Cocktail), ne Kleinigkeit isst, kickert, flippert oder ne gute Live-Band (die mit richtigen Instrumenten) sieht.

21.07.2010
17:48
„Vom Kunststudenten bis zur Kiez-Oma“
von Dirk | #10

Kiez Oma ? Wenn ich so einen Quatsch lese....Entweder der Schreiber oder der Betreiber wären lieber in Berlin oder Hamburg...Kiez ist kein Begriff aus dem Ruhrgebiet !

25.06.2010
17:42
„Vom Kunststudenten bis zur Kiez-Oma“
von Christ und Demokrat | #9

Nabend Bjorn,
da kannste aufen Brustkorb trommel wie King Kong, dat Litfass kann uns der Schuppen nicht ersetzen.
haste eigentlich mal die serbische Bohnensuppe oder die Spielgeleier Bratkartoffel probiert.
So toll und das über jahrzehnte,
datt findeste in Essen (ich habs auch noch nicht anderswo gefunden) kein 2tes mal

24.06.2010
11:02
„Vom Kunststudenten bis zur Kiez-Oma“
von Bjorn Rohde | #8

Moin,

das alte verkommene Littfass und dessen versiffte Küche mit dem Stadtkind zu vergleichen, kommt dem Vergleich von Äpfel und Birnen nahe.

Das Stadtkind ist eine Szenekneipe welche sich locker mit den Szenekneipen in Rüttenscheid messen kann.
Jeder der auf gepflegte und moderne Kneipenkutur steht, wird sich an diesem Ort wohlfühlen.

Bald wird der Klub eröffnet, der so in dieser Art in Essen einzigartig sein wird. :)

Ihr werdet Spass haben!

LG :)
Bjorn

09.06.2010
15:11
„Vom Kunststudenten bis zur Kiez-Oma“
von Christ und Demokrat | #7

Hi RocknRoller,
auch ich vermiss das Litfass sehr.
ging ja dann alles sehr schnell.
Bin gar nicht mehr dazu gekommen ein letztes Mal meine geliebete serbische Bohnensuppe, Bratkartoffel-Spiegelei und PflaumenPfannkuchen zu essen.
Stand vor verschlossener Tür.

25.05.2010
20:04
„Vom Kunststudenten bis zur Kiez-Oma“
von RocknRoller | #6

Ich war erst einmal da, wobei ich nicht wusste, dass der Laden einen neuen Besitzer hat.
Mir gefällts da überhaupt nicht, wer das alte Litfass kennt, weiss, dass was hier verloren gegangen ist.
Kein Stil, kein Wohlfühlen, keine Wärme...schade drum
Ich will das Litfass wiederhaben!

07.04.2010
13:02
?Vom Kunststudenten bis zur Kiez-Oma?
von Irmgard. W. aus E | #5

zitat uli : auch wenn das bei der Lage vielleicht sehr sehr schwierig werden dürfte!
das gegenteil sollte der fall sein, in der gegend gits doch nicht viele kneipen und bars, wenn es sich erst rumgesprochen hat und sich viele jungs und mädels vom tollen konzept überzeugt haben wird das schon.

was den proto-stereo-typischen unterbelichteten Klischeebericht angeht, da kenn ich mich nicht so aus und ich denke das man besseres zutun haben könnte als berichte zu kritisieren (freunde suchen, selber besser schreiben.....) naja was solls, wers brauch

zitat hartz4istnichtgut : immer mehr kneipen machen auf, wer soll da hingehen? die leute die im univiertel verkehren und dort wohnen, es gibt doch da nicht viel, das uralte lahme kkc ist doch auch nicht sehenswert und da ist der laden doch echt ne willkommene abwechslung. wenn der club im keller eröffnet ist und sich die leute vom tollen charakter dort überzeugt haben, wird man sicher lange spaß an der sache haben. und mit den tausenden studenten die unsere uni besuchen sollten sich schon bald viele patyfreudige leute finden und das nicht nur an den wochenenden, denn auch unter der woche wirds bald lustiges und auch abwechslungsreiches programm geben. siehe flyer und website

also ich denke das wird schon :)

07.04.2010
12:18
?Vom Kunststudenten bis zur Kiez-Oma?
von hartz4istnichtgut | #4

immer mehr kneipen machen auf, wer soll da hingehen? unsre kids haben hunger, wir haben kein geld.harzt4 mus weg, sonst wird es imme schlimma!

07.04.2010
12:17
?Vom Kunststudenten bis zur Kiez-Oma?
von Gilda Schlotgauer | #3

Servus, ich habe den Bericht mit großem Interesse gelesen und da ich von meiner besten Freundin Verena schon sehr viel positives über den Laden gehört habe, schaue ich demnächst defenetiv mal vorbei...
Und werde bestimmt auch Stammkundin :D
Lieben Gruß G!LD@

07.04.2010
09:39
?Vom Kunststudenten bis zur Kiez-Oma?
von Ulli_Essen | #2

Ja, ganz nett der Laden, aber ob das jetzt so ne absolut einzigartige Idee ist? Coole Läden gibts in Essen viele. Von daher kann man wohl kaum behaupten, dass man in Essen erst seit Eröffnung dieses Ladens dabei ist, das großstädtische Potenzial zu entdecken. Das ist Schwachsinn. Ich wünsche dem Wirt trotzdem gutes Gelingen und alles Gute -- auch wenn das bei der Lage vielleicht sehr sehr schwierig werden dürfte!

P.S.: Kreative Köpfe gibt es auch in Essen viele. Was ein proto-stereo-typischer unterbelichteter Klischeebericht, Herr Walther!

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