Vom Jungen mit Werkzeugkasten zum Möbeldesigner

Sebastian Bülowius designt, kreiert und fertigt Möbel und Wohnaccessoires.
Sebastian Bülowius designt, kreiert und fertigt Möbel und Wohnaccessoires.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Sebastian Bülowius designt, kreiert und fertigt Möbel und Wohnaccessoires in Eigenregie. Kürzlich gründete er seine eigene Marke „Pirol Furnituring“.

Essen-Rüttenscheid/Frohnhausen.. Was dieser Werkzeugkasten, den Sebastian Bülowius zum fünften Geburtstag geschenkt bekam, einmal für Auswirkungen haben würde, das hätten seine Eltern damals wohl nicht gedacht. Mit dem Geschenk war es um den Jungen aus Eckernförde geschehen: Hammer und Schraubendreher waren aus seinem Leben nicht mehr wegzudenken. „Meinen ersten Tisch habe ich im Alter von 13 Jahren gebaut“, erinnert sich Bülowius.

Was jahrelang immer nur ein leidenschaftliches Hobby war, damit hat sich der 33-Jährige nun selbstständig gemacht. Gelernt hat er das Handwerk nicht; Autodidakt ist das Stichwort. „Die einzige Ausbildung, die ich absolviert habe, war der Führerschein“, sagt der junge Mann mit dem Dreitagebart und lacht. Mit „Pirol Furnituring“ hat er nun seine eigene Möbel-Marke gegründet.

Vom Entwurf bis zur Fertigung

Für einen Job als Kameraassistent zog es das Kind vom Deich nach dem Realschulabschluss vor knapp 15 Jahren nach Essen. Es folgten weitere Jahre, die er als Veranstaltungstechniker auf Konzerten bekannter Bands in der ganzen Welt verbrachte. Bis 2009 der Wunsch größer wurde, beruflich doch den Weg einzuschlagen, den er immer gehen wollte und den Werkzeugkoffer wieder in die Hand zu nehmen. Zudem habe es ihn, wie er erzählt, oft gestört, dass schicke Möbelstücke meist entweder nicht funktional oder aber zu teuer sind. Da half nur eins: Möbel selber kreieren. Diese sollten praktisch und erschwinglich sein – und natürlich auch gut aussehen. Als Vorbild nennt er etwa die großen Nachkriegsdesigner Charles und Ray Eames, deren Stühle noch heute begehrt sind, weil sie keinem Trend unterliegen, qualitativ hochwertig und funktional sind. „Ich orientiere mich ein wenig an den 1930er- bis späten 1960er-Jahren. Ich mag die Formen, das Design ist zeitlos“, beschreibt der Wahl-Essener seinen Stil, den er in einer Werkstatt in Frohnhausen umsetzt. „Modern Vintage“ nennt er den Grundgedanken, mit dem er seine Stücke fertigt.

In Handarbeit entstehen Tische, Bänke, Lampen, Fahrradgarderoben oder aber auch Wohnaccessoires wie zum Beispiel der Flaschenöffner „Plubb“. Bislang setzt er seine Kleinserien neben einem regulären Job und komplett in Eigenregie um. Angefangen von den Entwürfen am PC bis hin zur Fertigstellung der Möbelstücke. Auch seine Internetseite hat Bülowius selbst gebastelt. Lediglich für das Gestalten des Logos oder von Flyern hat er sich Unterstützung geholt: vom Essener Illustrator und Zeichner Helge Jepsen.

Bislang können Bülowius Stücke online auf seiner Homepage gekauft werden. Teile seiner Kollektion gibt es zudem in Rüttenscheid, bei „Drei Zimmer Küche Bad“ (Annastr. 51). Und die Lampe hat sogar im Möbeldesignladen Vitra an der Rüttenscheider Straße Einzug gehalten. Hier reiht sie sich unter anderem zwischen den großen Designklassikern von Eames und Verner Panton ein.