Pina Colada auf vier Rädern
06.05.2010 | 19:55 Uhr 2010-05-06T19:55:00+0200
Essen.André Hartmann aus Kray gründet mit 20 Jahren das erste „Cocktail-Taxi“ im Ruhrgebiet – und liefert mit seinen Freunden 18 verschiedenen Longdrink-Sorten bis zur Haustür.
Ob Pina Colada, Mojito oder Caipimara – das Cocktail-Mixen ist eine Kunst für sich, nicht nur wegen des bunten Schirmchens und dem Obststückchen am Glas. Für André Hartmann ist die Mixerei seit dem vergangenen Wochenende nicht nur ein netter Zeitvertreib. Mit dem ersten „Cocktail-Taxi“ im Ruhrgebiet will der 20-Jährige zusammen mit Freunden die Terrassen, Balkone und Schrebergärten der Region erobern – und sich so neben seiner Ausbildung zum Marketing- und Kommunikationskaufmann ein bisschen Kleingeld dazu verdienen.
Ein Berliner Import
Wie das Cocktail-Taxi funktioniert? Ganz einfach: „Erst das Wunsch-Getränk auswählen, per Telefon, E-Mail oder Fax bestellen und rund 30 Mi-nuten warten. „Dann steht das Cocktail-Taxi vor der Türe“, erzählt der findige Jung-Unternehmer. Die Cocktails mixen er und seine Freunde frisch im ausgebauten Keller: „Das Eis wird aber erst beim Kunden dazu gegeben, damit der Drink nicht verwässert. Dazu kommt noch ein Stückchen Obst und tada: der Cocktail ist fertig“, schildert Daniel Pahnke (22) das Prozedere.
Die Idee fürs ungewöhnliche Ruhrgebiets-Taxi hat André Hartmann beim Besuch in Berlin aufgeschnappt: „Dort wird bereits ein sehr erfolgreiches Cocktail-Taxi betrieben. Auch im Ruhrgebiet schlummert ein unentdecktes Potenzial“, zeigt sich der Cocktail-Mixer zuversichtlich, eine echte Marktlücke entdeckt zu haben. In Gedanken schwelgt er schon bei seinen Kunden im Vorgarten: „Stellen Sie sich vor, Sie haben Besuch eingeladen, die Stimmung ist gut und dann überraschen Sie die Gäste mit ihren Lieblings-Drinks. Sie sind der Held des Abends.“
Pfiffig ist die Idee des ehemaligen Gustav-Heinemann-Gesamtschülers alle Male, nur ob sie gewinnbringend ist? André Hartmann wagt den Versuch: „Geliefert wird freitags und samstags, von 18 bis 24 Uhr – um zu sehen, wie das Angebot im Ruhrpott ankommt.“
Ganz unerfahren auf dem Cocktail-Parkett ist er aber nicht: „Im März 2009 habe ich ein mobiles Cocktailcatering für Events gegründet. Das Taxi ist der nächste Schritt.“ Zuvor hat der Krayer sich als Barkeeper in der lokalen Gastronomie versucht: „Früher, neben dem Abitur – doch verdienen kann man da nichts. Es ist ein anstrengender Job hinter dem Tresen, da bin ich lieber mein eigener Boss.“
Sein Ausbildungsbetrieb, eine Düsseldorfer Werbeagentur, fördert ihn dabei, genau so wie seine Familie: „André ist schon immer mutig und zielstrebig. Wenn er sich einmal was vornimmt, setzt er es auch um“, weiß seine Mutter Gudrun Hartmann. Und wenn er mal nicht hinter’m Steuer sitzt und Cocktails ausfährt, dann greift der Jung-Unternehmer gerne selbst zum Longdrink: „Caipirinha mag ich am Liebsten, natürlich selbst gemixt – so viel Zeit muss sein!“
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