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Blues mit Pop für Herz und Hirn

20.01.2012 | 12:19 Uhr
Blues mit Pop für Herz und Hirn
Foto: Privat

Essen.Delta Bluesband feiert Comeback mit Album. Oft kommt alles anders, als man denkt – das gilt auch für die Geschichte der „Delta Blues Band“. Die Truppe rund um den Essener Blues-Veteranen LoneCat Erichson hat sich 25 Jahre nach ihrer Auflösung wieder zusammengetan und innerhalb eines halben Jahres ein neues Album produziert. „Alles bleibt anders“ heißt die CD, die Sänger, Songwriter und Pianist Andreas Schroer-Erichson dem Genre des „Blues-Pop“, aber mit deutschen Texten, zuschreibt. Und von bitterbösen Stücken wie „Gift vom Fass“ oder Musikerballaden ist inhaltlich eigentlich alles dabei, was dem Musikstil Blues entgegenkommt.

Menschen kommen und gehen, so war das auch 1984, als sich die Band trennte. „Jeder hatte seine eigenen Pläne. Wir sind aber nicht im Bösen auseinandergegangen“, erinnert sich Erichson. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die Gruppe drei LPs aufgenommen. Eine davon, „Dr. Dortmund“, bekam damals den „Vierteljahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik“. Die Initialzündung für die Fortsetzung des Projektes kam, so der Sänger, dann überraschenderweise beim 40-jährigen Bühnenjubiläum des Drummers Helmut Schafhausen in Dortmund. „Wir ind auf die Bühne gekrabbelt und haben alles von ,Dr. Dortmund’ gespielt. Und es sah auch noch aus, als hätten wir vorher geprobt“, erzählt der Essener lachend. Seither treffen sich Gitarrist Gromus Gromotka, Bassist Thomas von Haefen, Drummer Helmut Schafhausen und LoneCat Erichson alle vier Wochen zum Proben, wenn möglich auch alle 14 Tage.

Nachdem sie wieder neu zueinander gefunden hatten, arbeitete das Quartett „konsequent auf eine neue Scheibe hin“. Musik und Texte stammen allesamt aus Erichsons Feder. „Die Scheibe war im April 2011 fertig,. Wir spielen zum einen auf Wurzeln des Blues, zum anderen geht es aber darüber hinaus in Richtung Blues-Pop oder Blue-Eyed Blues“, sagt er. Es sei ein Genre, was es so noch nicht gäbe. Und: „Es sind eben auch mehr Akkorde drin, als mancher Blues-Musiker überhaupt kennt“, witzelt Erichson. Keine einfache Sache war für ihn das Texten auf Deutsch: „Dabei ist es wichtig, möglichst auf ellenlange Wörter zu verzichten, sonst klappt das nicht.“

Den Album-Titel erklärt der 63-Jährige mit der Wiederbelebung der Band: „Wir treten fast in Originalbesetzung wieder an und machen eigentlich dort weiter, wo wir aufgehört haben, nur eben anders.“ Dennoch sieht er eine Kontinuität, was den Stil der Platten angeht. Anders gesagt: Es bleibt eben doch alles beim Alten.

Info: www.delta-bluesband.de

Tim Walther

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