11-Freunde-Talk ein Elfmeter für das Essener Image
27.01.2012 | 16:47 Uhr 2012-01-27T16:47:00+0100
Essen. Gleich zwei Mal hat sich Essen in dieser Woche im Fernsehen von seiner Schokoladenseite gezeigt: Bei Sport1 warb RWE-Präsident Michael Welling beim 11-Freunde-Fantalk für den Essener Fußball. Auf ProSieben wollte Leonie Burgmer ihren Traum von Baku weiterverfolgen - und scheiterte am Ende knapp.
Der Sport1-Fantalk, der ab sofort wieder live aus der Rüttenscheider 11-Freunde-Bar gesendet wird, ist für das Image der Stadt ein geschenkter Elfmeter. Den hat RWE-Vorsitzender Thomas Welling bei der Premiere mit Gästen wie Hans Sarpei, Peter Neururer und Oliver Petszokat am Dienstag erfolgreich verwandelt. Mit einer standesgemäßen Mantaplatte - natürlich Rot-Weiß - und einem Stauder-Malzbier in der Hand wirbt Essens oberster Fußballpräsident im grellen Scheinwerferlicht für die Stadt und die Hafenstraße.
Wann das neue Stadion kommt und RWE endlich wieder da spielt, wo die Mannschaft hingehört, nämlich mindestens in die zweite Liga, fragt Moderator Frank Buschmann. „Für die zweite Liga brauchen wir wohl noch etwas Zeit. Ab August spielen wir aber schon in unserem neuen Stadion. Da kann ich nur jeden einladen, die Hafenstraße neu zu entdecken“, wirbt Welling für den Essener Fußball.
Dass er dabei von Kämmerer Lars-Martin Klieve flankiert wird, unterstreicht die Bedeutung des runden Leders für die Stadt einmal mehr. Auch Dezernentin Simone Raskob ist der Einladung von 11-Freunde-Hausherr Thomas Siepmann gefolgt. Sie komme oft hierher zum Fußball gucken, schließlich wohne sie ja direkt um die Ecke. Dabei drückt sie Schalke und Dortmund gleichermaßen die Daumen, sagt sie.
Eine Toleranz, die für die RWE-Prominenz am Stehbiertisch „gar nicht geht“. RWE-Marketing-Chef Thomas vom Hofe hält die historisch gewachsene Fehde zur königsblauen Nachbarschaft hoch und schüttelt über Hans Sarpei den Kopf, der Schalke als möglichen Meisterschafts-Aspiranten ins Rennen wirft. Dass Klieve, früherer Kämmerer in Gelsenkirchen, ebenfalls innige Sympathien für den S04 hegt, darüber sehen die RWE-Spitzen aber gerne hinweg. Schließlich wären ohne die Grasnarbenkämpfe Klieves und Co. die Flutlichter im Georg-Melches-Stadion vielleicht ganz ausgegangen.
Für Leonie Burgmer ist der Traum von Baku geplatzt
Nicht nur auf Sport1, auch auf dem Privatsender ProSieben wurde Essen in dieser Woche würdig vertreten: Beim Casting-Wettbewerb „Unser Star für Baku“ zerplatzte für Lehramtsstudentin Leonie Burgmer aus Horst aber leider der Traum von der Teilnahme am Eurovision Song Contest. In den letzten Sekunden des Live-Votings rutschte sie auf den neunten Platz. „Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich nicht ganz wohl gefühlt habe“, sagte sie gestern am Telefon. Quietschroter Lippenstift, eine 50er-Jahre-Hochsteck-Frisur, freche Kniestrümpfe, Nerd-Brille und sympathisches Lächeln reichten offenbar nicht aus, um einige schiefe Töne bei Charlie Winstons „Love your Smile“ wettzumachen. Die 21-Jährige nimmt’s gelassen: „Es hat trotzdem Spaß gemacht und war für mich ein Ausprobieren. Es überhaupt so weit zu schaffen, ist eine große Ehre.“ So sehr im Licht der Öffentlichkeit zu stehen, sei ohnehin nicht ihr Ding. Ganz aus dem Rampenlicht verschwinden wird sie aber zum Glück nicht - schließlich startet Leonie zurzeit mit dem Nachwuchsformat „Lottes Laden“ im Grillo-Theater durch.
Heribert Piel wechselt zur GSE
Heribert Piel gehört zu denen, die Politik machen, ohne dass sie jemand gewählt hat: Als Geschäftsführer zieht er seit dem historischen Wahlsieg 1999 in der CDU-Fraktion die Strippen. „Strippenzieher ist nicht beleidigend gemeint, Fraktionsmanager müssen umtriebig sein und geschickt in der Durchsetzung von Interessen, müssen virtuos zwischen Pragmatismus und beinhartem Kampf wechseln können. Mit dem Leben für die Politik ist es nun allerdings bald vorbei: Zum 1. März wird der 54-Jährige Abteilungsleiter in der städtischen Gesellschaft für soziale Dienstleistungen (GSE).
Ein Wechsel, der für Piel weitere Karrierechancen eröffnen dürfte, ihm aber durchaus nicht leicht fällt. „Das Faszinierende an der Fraktionsarbeit war, dass man sich morgens etwas vornahm und bis abends dann ganz andere Prioritäten setzen musste“. Auch die Kommunalpolitik ist eben unberechenbar, Themen können plötzlich aufpoppen, auf die man reagieren muss. „Man muss das mögen und damit leben, dass Feierabend ein relativer Begriff ist.“ Da wird es bei der GSE vielleicht nicht geruhsamer, aber doch weniger hopplahopp zugehen. Alles Gute, Heribert Piel!
17:41
"Auch Dezernentin Simone Raskob ist der Einladung von 11-Freunde-Hausherr Thomas Siepmann gefolgt. (...) Dabei drückt sie Schalke und Dortmund gleichermaßen die Daumen, sagt sie."
Das ist ja an Opportunismus kaum noch zu überbieten. Das geht gar nicht, dass man Schalke und Dortmund gleichermaßen die Daumen drückt ;)