Sundance Open Air in Essen wird bei Unwetter abgeblasen

Alles klar für das Smag Sundance Festival im Seaside Beach am Baldeneysee. Mitarbeiter verlegten gestern die letzten Kabel zur großen Bühne. Um zwölf Uhr geht es heute los. Bleibt nur die Frage, ob das Wetter mitspiel
Alles klar für das Smag Sundance Festival im Seaside Beach am Baldeneysee. Mitarbeiter verlegten gestern die letzten Kabel zur großen Bühne. Um zwölf Uhr geht es heute los. Bleibt nur die Frage, ob das Wetter mitspiel
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Am Samstag werden 10.000 Gäste beim Sundance Open Air Festival in Essen erwartet. Bei einem drohenden schweren Gewitter muss geräumt werden.

Essen.. Wer kann sich schon auf das Wetter verlassen?

Dabei könnte man sich am Samstag doch am Baldeneysee wie in der Südsee fühlen. 37 Grad. Tropisches Beach-Wetter. Eigentlich genau das Richtige für das bereits seit Donnerstag ausverkaufte zehnte Sundance-Festival im Seaside Beach.

Wäre da nicht der Warnlagebericht des Deutschen Wetterdienstes für NRW:

„Unwetterpotential...Am Samstag können sich im Laufe des Tages schwere Gewitter ausbilden! Dabei sind lokal auch extreme Starkregenereignisse nicht ausgeschlossen.“

Das kann man auch so lesen: „Könnte“ – muss also nicht. Und: „Lokal“ – heißt noch lange nicht in Essen.

Werner von Lindenau, Pressesprecher des Event „Smag Sundance Open Air Festival“, drückt es so aus. „Wir sind positiv gestimmt.“ Und beobachtet trotzdem genau wie die Organisatoren die Entwicklung über ihren Köpfen.

Sollte der Deutsche Wetterdienst tatsächlich eine akute Unwetterwarnung für die Stadt Essen herausgeben, „dann müssen wir abbrechen“, so von Lindenau am Freitag . „Wir sind uns bei einer so großen Veranstaltung der Verantwortung sehr bewusst.“

Aber am Freitag schien noch die Sonne, kein Wölkchen trübte den blauen Himmel – und beim Veranstalter hat die Hoffnung Oberhand.

Für den Fall der Fälle aber sei man bis ins Detail vorbereitet, um eine Räumung des Areals in kurzer Zeit über die Bühne zu bringen, ohne dass Panik aufkomme. Dafür wurden Ausweichflächen auf der Freiherr-vom-Stein-Straße freigemacht, wurden die rund 70 Ordnungskräfte instruiert, stehen schon wegen der Hitze mehr Rettungskräfte, insgesamt 20 Johanniter – und ein Notarzt zur Verfügung. Der nächste Fluchtpunkt bei einem Unwetter wäre der S-Bahnhof Villa Hügel - nur wenige Minuten entfernt.

„Das Wichtigste wäre ein geordneter, kontrollierter Rückzug“, betont von Lindenau. Dafür ließ Event-Manager Alex Jäger auch speziell ein Video-Clip erstellen, mit dem den Feiernden über Lautsprecher gleich die nötigen Anweisungen gegeben werden.

Die Premiere haben die Veranstalter übrigens schon hinter sich. Am 3. Juli 2010 musste das Festival mit dem parallel verlaufenden Pu-blic Viewing während der Halbzeit beim WM-Spiel Argentinien gegen Deutschland wegen einer Unwetterwarnung abgebrochen werden. Alle kamen sicher und heil raus – nur das Spielende, das haben sie verpasst.

Heute trifft das Management eine weitere Vorsichtsvorkehrung – und verteilt 1000 Mützen an die Gäste. Nicht, um sie vor Regen zu schützen – sondern vor der Sonne.