"Verlässliche Betreuung nötig"
16.10.2008 | 16:35 Uhr 2008-10-16T16:35:00+0200Holsterhauser SPD-Politiker fürchten Engpass, wenn mit dem Umzug des Berufskollegs eine Einrichtung wegfällt
Holsterhausen. Der Kommunalpolitische Arbeitskreis der SPD Holsterhausen beschäftigte sich mit dem Thema Kinderbetreuung im Stadtteil. Aktueller Anlass: Wenn das Berufskolleg im Sommer 2009 ins Nordviertel umzieht, fällt auch die von den angehenden Erziehern angebotene hort-ähnliche Kinderbetreuung im Rahmen einer "Teiloffenen Tür" (TOT) weg.
Schüler und Lehrer des Berufskollegs betreuen bisher nach Angaben des Holsterhauser SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Benno Justfelder nachmittags 80 bis 90 Kinder im Alter von sieben bis 14 Jahren. Die Kinder erhalten Mittagessen, werden bei den Hausaufgaben betreut und können an Freizeitaktivitäten teilnehmen.
Justfelder: "Während eigentlich das Jugendamt für Organisation und Finanzierung dieser Art von Betreuung zuständig ist, fiel das Angebot in diesem speziellen Fall bisher in den Zuständigkeitsbereich des Schulamtes." Die SPD-Politiker befürchten nun, dass sich ab Sommer 2009 niemand mehr so recht zuständig fühle und so eine erhebliche Lücke in der Betreuung der Schulkinder bis 14 Jahre entstehe. Bei der Betreuung von Kindern im Kindergartenalter sei Holsterhausen durchschnittlich versorgt, so SPD-Bezirksvertreter Rainer Pflugrad.
Die Cranachschule, die in Zukunft die einzige nichtkonfessionelle Grundschule in Holsterhausen sein werde, wolle in Kooperation mit der Einrichtung an der Barthel-Bruyn-Straße, die "aus allen Nähten platze", ihren "Offenen Ganztag" ausweiten. Die Planckschule und die Diergardtschule an der Grenze zu Frohnhausen liefen derzeit aus. Justfelder: "Die Holsterhauser Kinder werden also in Zukunft auf die Cranachschule und die kath. Bardelebenschule zuströmen." Die Forderung der SPD-Politiker: "Alle Grundschulen müssen eine vernünftige, verlässliche Tagesbetreuung anbieten." Nur so erhielten berufstätige Eltern Planungssicherheit. Justfelder: "Gerade in Holsterhausen gibt es viele berufstätige Alleinerziehende, die auf solche Angebote angewiesen sind."
"Es gibt bald keine verlässliche schulische Betreuungsarbeit mehr für Elf- bis 14-jährige", sehen die Mitglieder des Arbeitskreises große Probleme auf den Stadtteil zukommen. "Es reicht nicht, einfach einen Kicker aufzustellen. Es geht um echte Betreuung mit Mittagessen und Hausaufgabenhilfe", plädiert Justfelder an die zuständigen Stellen der Stadt. Für die TOT des Berufskollegs müsse ein adäquater Ersatz geschaffen werden. Dafür wollen sich die Holsterhauser SPD-Politiker bei den zuständigen Gremien einsetzen.
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