Verkauf des Hertie-Hauses eine Hängepartie
24.06.2010 | 12:44 Uhr 2010-06-24T12:44:00+0200
Essen.Das ehemalige „Hertie“-Haus am Rüttenscheider Stern soll abgerissen werden, wenn ein neuer Investor gefunden ist. Doch der Verkauf scheint sich zur Hängepartie zu entwickeln. Der Neubau soll einen Mix aus Einzelhandels- und Büroflächen bieten.
Erste Pläne für einen Neubau sind bis 2. Juli einzusehen, obwohl noch kein Investor unterschrieben hat. Adresse: Lindenallee 10, Amt für Stadtplanung und Bauordnung. Mo, Di und Do von 8 bis 16 Uhr, Mi 8 bis 15.30 Uhr, Fr von 8 bis 15 Uhr. 5. Etage, Raum 501
Der geplante Verkauf des früheren „Hertie“-Hauses am Rüttenscheider Stern scheint sich zur Hängepartie zu entwickeln. Ein Investor ist noch nicht endgültig gefunden für das Gebäude an exponierter Stelle. Dort begann 1961 Karstadt und schloss im August 2009 Hertie. Im Winter zog für mehrere Monate ein „Benetton“-Fabrikverkauf ein, mittlerweile werden dort Möbel verkauft, auch nur vorübergehend. Mancher in Rüttenscheid spekuliert mittlerweile: „Das Objekt soll vielleicht gar nicht verkauft werden.“
Gerüchte – die gibt es ganz viele: Angeblich soll Immobilien-Besitzer Dawnay Day ganz kurz vor Vertrags-Abschluss mit einem Projektentwickler den Kaufpreis um satte 30 Prozent heraufgesetzt haben. Und es gibt ideenreiche Investoren, die nach ersten Verhandlungen wieder absprangen, weil die Preisvorstellungen einfach zu unterschiedlich waren – und Dawnay Day sich dabei nicht gerade als kompromissbereit gezeigt haben soll.
„In Essen scheint viel geredet zu werden“
Alle Gerüchte und Spekulationen dementiert Christoph Meyer von der Immobilienfirma BNP Paribas. Sie vermarktet bundesweit alle ehemaligen Hertie-Filialen. In Altenessen ging das Ladenlokal an ECE, den Betreiber des Einkaufszentrums. In Borbeck schlug „Kaufland“ zu. Und in Rüttenscheid? „In Essen scheint viel geredet zu werden“, sagt Meyer über die Gerüchte – und dementiert: „Wir haben den Kaufpreis nicht hoch gesetzt, sondern liegen derzeit 20 Prozent unter dem, was wir anfangs gefordert haben.“
Heißt angeblich: Acht Millionen Euro, nicht zehn. Meyer sagt auch: „Es wird derzeit wild verhandelt“, wobei es mehrere konkrete Interessenten gebe. Er sei jedenfalls zuversichtlich, dass der Abschluss kurz bevorstehe.
Derweil ist die Stadt die einzige Beteiligte, die Fakten schafft im Rahmen ihrer Möglichkeiten: Seit Montag liegen Pläne für einen möglichen Neubau aus – denn eins ist offenbar klar: Mit diesem Gebäude kann man nichts mehr anfangen. Offenbar hat bislang jeder, der nur ansatzweise Kauf-Interesse signalisiert hat, klar zu erkennen gegeben: Abriss muss sein. Dass das Objekt nicht nur ein Kaufhaus beherbergte, sondern auch Büros und Wohnungen, machte die Vermarktung nicht gerade einfacher. Nichtsdestotrotz kündigt die Stadt an: „Der geplante Neubau wird einen Mix aus Einzelhandels- und Büroflächen bieten.“ Die Frage ist nur: Wann?
10:01
Haha, war Dawnay Day nicht der Investor, der Hertie über die Klinge springen ließ angeblich, weil Hertie keine marktüblichen Mieten zu zahlen bereit war? Jetzt sitzen wahrscheinlich einige Schlauberger mit hängenden Köpfen im Sitzungsraum und der Chef fragt: Wer von euch Nieten hat nochmal behauptet, Ahnung vom deutschen Gewerbeimmobilienmarkt zu haben?! (Am Gebäude hängt (hing?) übrigens ein Zettel mit einer Handynummer für Kaufinteressenten. Anrufen und auslachen!)
14:44
Und was ist mit den Etagen über der eigentlichen Karstadt/Hertie-Fläche? Die scheinen doch eigentlich zu funktionieren.
Aber das soll ruhig der künftige Eigentümer entscheiden ... daher finde ich die Abrissphantasien noch sehr übereilt.