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Unterwegs mit offenen Augen

12.01.2012 | 17:27 Uhr
Unterwegs mit offenen Augen
Malerin Ilse Straeter illustrierte das Buch ihres Mannes. Foto: Uwe Möller / WAZ FotoPool

Rüttenscheid.   Der Rüttenscheider Autor Ulrich Straeter hat sein neues Reise-Buch „Sizilianische Zitronen“ veröffentlicht, in dem er Reise-Erlebnisse mit historischen und politischen Hintergründen verknüpft. Ehefrau Ilse Straeter sorgte für die Illustrationen.

Wer vom hiesigen Nieselwetter genug hat, könnte es mit der Lektüre von Ulrich Straeters gerade erschienenem 15. Buch „Sizilianische Zitronen“ versuchen. Doch Vorsicht: Wie die titelgebenden Zitronen süß und sauer zugleich schmecken, zeichnet der Autor ein durchaus vielschichtiges Bild der italienischen Insel, von eindrucksvollen Landschaften bis hin zu Mafia-Machenschaften. Die geschilderten Erlebnisse, vermischt mit Fiktion, gehen auf eine zweimonatige Reise zurück, die Straeter vor drei Jahren gemeinsam mit seiner Frau, der Künstlerin Ilse Straeter, unternahm. Sie illustrierte das Buch mit zwölf farbigen Zeichnungen.

„Wir machen keinen Urlaub, wir reisen“, erklärt Ulrich Straeter. Dabei sei der Weg das Ziel: Über Venedig, Assisi, die Abruzzen, die Amalfi-Halbinsel und Eboli kamen die Straeters mit ihrem eigens dafür gekauften Transporter nach Sizilien - und waren fasziniert.

„Natürlich bereitet man sich ein bisschen vor. Aber nicht zu viel. Der erste Eindruck, den man von einem fremden Land hat, ist für mich wichtig“, sagt Straeter. Erst nach der Sizilien-Reise las er über 60 Bücher zum Thema und gibt die Literaturliste auch an die Leser weiter, die tiefer einstiegen wollen. Vier Themenbereiche interessierten ihn besonders, die dann auch einen größeren Raum im Buch einnehmen: die Geschichte von Odysseus zwischen den Klippen von Skylla und Charybdis in der Straße von Messina, der für seine Zeit sehr fortschrittliche Staufer-König Friedrich II, der auch König von Sizilien war, die Revolution im 19. Jahrhundert, als Garibaldi für die Einheit Italiens kämpfte, und die heutige Zeit mit Mafia-Aktivitäten und afrikanischen Bootsflüchtlingen.

„Ich beschreibe meine persönliche Reise, verbinde Schilderungen von schönen Landschaften mit historischen und politischen Hintergründen“, sagt der Autor. Die Erlebnisse auf Reisen seien für ihn Arbeitsmaterial. Übernachtet wird im Zelt, VW-Bus oder Transporter - oft eigens für die jeweilige Reise angeschafft.

Da die Straeters aus ökologischen Gründen nicht fliegen, bereisen sie ausschließlich Europa. „Zu Hause haben wir bis heute ganz bewusst kein Auto“, erläutert der Autor, der sich seit vielen Jahren umweltpolitisch engagiert, Mitglied im Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) ist und im Aktionskreis Rüttenscheid gegen die Messe-Erweiterung zu Lasten des Grugaparks kämpft.

Mit Ehefrau Ilse (64), die Grafik an der Folkwang-Hochschule studierte und als Malerin aktiv ist, bildet Ulrich Straeter ein eingespieltes Team. Seit 1969 sind die Straeters verheiratet, für die erste große Reise - vor 30 Jahren war es Straeters fixe Idee - ein Jahr lang in Europa unterwegs zu sein - gaben beide ihre festen Jobs auf. Damals ging es entlang der Küsten Westeuropas, teils per Fahrrad: „Wenn wir langsam fahren, wird Europa größer.“ Straeter sieht die Reisen auch unter dem Aspekt der Zeiterfahrung. „Die Zeit bekommt eine andere Dimension, das Wetter spielt keine Rolle mehr“, weiß er aus Erfahrung. Straeter führte schon bei dem Ein-Jahres-Trip ein Reisetagebuch, sammelte reichlich Material für seine Bücher über Portugal, Südfrankreich, die Bretagne, brachte immer wieder Erlebtes mit Gedichten auf den Punkt. „Wir bewegen uns abseits der gewohnten touristischen Pfade, sind viel draußen“, sagt der Rüttenscheider, der vor 20 Jahren den Arka-Verlag (mit-)gründete und inzwischen auf rund 30 Publikationen zurückblickt.

Das Buch „Sizilianische Zitronen“ ist im Horlemann-Verlag erschienen, hat 160 Seiten und kostet 12,90 Euro.

Elli Schulz

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