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Sport-Konflikt

Unbekannte legen Schrauben auf ETB-Trainingsgelände aus

27.07.2012 | 06:00 Uhr
Unbekannte legen Schrauben auf ETB-Trainingsgelände aus
Auf dem kleineren Kunstrasenplatz, den ETB Schwarz-Weiß Essen nutzt, wurden Schrauben geufnden.Foto: Konopka

Rellinghausen/Stadtwald.   Auf der gemeinschaftlichen Bezirkssportanlage am Krausen Bäumchen ist die Stimmung zwischen Vereinen und Anwohnern angespannt. Trauriger Höhepunkt des Konflikts waren spitze Schrauben, die Unbekannte zum wiederholten Mal auf dem ETB-Trainingsplatz auslegten. Der Verein will Anzeige erstatten.

Es kriselt gewaltig am Krausen Bäumchen. Nachdem bislang Unbekannte zum wiederholten Mal Schrauben  auf dem Kunstrasen-Trainingsplatz des ETB streuten, hat die ohnehin angespannte Stimmung auf der Bezirkssportanlage an Brisanz gewonnen. „Wir trainieren nicht mehr, ohne zuvor den Platz kontrolliert zu haben“, sagt Peter Schäfer, Leiter der Abteilung Nachwuchs beim ETB.

 Die Vereins-Verantwortlichen wollen in dieser Woche Anzeige gegen Unbekannt bei der Polizei erstatten. Beschuldigen will man bei ETB niemanden, allerdings sagt Peter Schäfer auch ganz klar: „Wir waren hier von Anfang an wie ein Fremdkörper, wurden auch von Anwohnern beschimpft.“

Im März hatte U12-Trainer Lars Nübel als erster die goldenen Spax-Schrauben entdeckt, damals glaubten die ETBler noch an einen Zufall. Am vergangenen Freitag aber entdeckte Trainer Tom Schikora rund zehn Schrauben auf dem Platz, mindestens vier solcher Funde wurden bislang gemacht. „Das ist hoch gefährlich. Ich mag mir gar nicht ausmalen, was passiert, wenn einer unserer jungen Spieler da herein fällt“, sagt Schäfer.

Sechs Kabinen für alle Sportler

Jugendtrainer Lars Nübel (l) und Peter Schäfer auf der Tribüne von ETB Schwarz-Weiß am Uhlenkrug. Foto: Uwe Möller WAZ FotoPool
So sehen die Schrauben aus, die wiederholt gefunden wurden.

Dabei hatte zur Eröffnung der neuen Plätze im vergangenen Jahr alles so gut geklungen : Der ESC Rellinghausen, Yurdumspor Essen und die Nachwuchsteams von ETB sollten sich das neue Trainingsgelände teilen, ein Kunstrasenplatz wurde den Schwarz-Weißen vom Uhlenkrug zugesprochen. Denn auf der heimischen Anlage ist schlichtweg zu wenig Platz, der vorhandene Ascheplatz wird den hohen Anforderungen des auf Nachwuchsförderung spezialisierten Vereins nicht gerecht. Rund 200 Kinder und Jugendliche spielen beim ETB, von der U10 bis zur U23. Dass drei Fußballvereine und die umliegenden Anwohner aber auf Dauer unter diesen Bedingungen keine gute Mischung sind, wurde bereits im Frühjahr deutlich.

Da warf etwa Wolfgang Priester, sportlicher Leiter des ESC Rellinghausen, den Sportskameraden vom ETB vor, „zu machen was sie wollen“. Von rüden Umgangsformen war die Rede, „hier soll scheinbar ein zweiter Uhlenkrug entstehen“, sagte Priester damals im Gespräch mit Reviersport.

Kommentar
Fair Play auf allen Seiten, bitte!

Anwohner beschimpfen Fußballer, die Vereinsverantwortlich gießen derweil Öl ins Feuer. Es ist unfassbar, was auf einer Bezirkssportanlage, die für alle gedacht ist, zurzeit passiert. Wer für die Schrauben-Aktion verantwortlich ist, wird nur schwer aufzuklären sein. Die feige Tat ist der Gipfel eines seit Monaten schwelenden Konflikts, bei dem niemand auch nur einen Meter auf den anderen zugeht. Die Fronten scheinen verhärtet, der Ton ist rauer geworden. Eltern wird das Leben schwer gemacht, wenn ihr Kind auch nur ein Probetraining beim ETB absolvieren will, ist da zu hören. Dabei geht es hier nicht um Profi-Kicker und Millionensummen, sondern zumeist um Kinder und Jugendliche, die nur spielen wollen. Sport ist ohne Konkurrenzkampf nicht denkbar. Zum Wohle der von allen Mannschaften so hochgejubelten Junioren sollten sich die Verantwortlichen dennoch an einen Tisch setzen und gemeinsam eine Lösung finden. Trainer und sportliche Leiter nehmen schließlich nicht nur auf dem Platz eine Vorbildfunktion ein.

Thomas Jung, Abteilungsleiter der ESC-Jugend, wirft dem ETB außerdem vor, Nachwuchs abzuwerben. „Es herrscht ein gewisses Maß an Unfrieden“, bestätigt Wolfgang Priester gestern im Gespräch mit dieser Zeitung. Bedingt wird das auch durch die Trainingssituation vor Ort - gerade mal sechs Kabinen stehen allen Sportlern zur Verfügung.

Stadt arbeitet an Lösung

Bei der Stadt ist das Problem bekannt. Durch den Neubau sind die Anwohner bei jeder Trainingseinheit unfreiwillige Zuschauer und -hörer. Mit den Vereinsverantwortlich werde derzeit an einer Lösung gearbeitet, sagt Ulrike Vetter vom Dezernat Sport und Kultur. U.a. wird zur Verbesserung des Lärmschutzes der vier Meter hohe Maschendrahtzaun durch einen sechs Meter hohen Stahlmattenzaun mit Sichtblendschutz ersetzt. Zudem sollen im Herbst Bäume gepflanzt werden. Peter Schäfer vom ETB wirbt auch bei den Anwohnern um Verständnis: „Wir alle fördern gemeinsam den Nachwuchs.“

Jennifer Schumacher



Kommentare
27.07.2012
14:05
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #5

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

27.07.2012
13:31
Unbekannte legen Schrauben auf ETB-Trainingsgelände aus
von EinOerer | #4

Sich streiten und sich nicht leiden können ist eine Sache. Die Art und Weise, wie man das austrägt oder nicht austrägt eine Andere.

Aber solche Schrauben auf einem Sportplatz auszubringen, ist nichts anderes als kriminell.

Wer da nicht nur in Kauf nimmt, sondern ganz klar darauf abzielt, dass sich jemand verletzt, möglicherweise schwer und dann noch im Jugendbereich bis hinunter zu den Kleinsten, der gehört aufs allerhärteste bestraft!!!

Das müssen die Verantwortlichen schnellstens klären - und zwar auf höchster Ebene, nicht durch den Platzwart!

27.07.2012
13:29
Unbekannte legen Schrauben auf ETB-Trainingsgelände aus
von daphnina | #3

Schrauben und Nieten gehören auf keinen Fußballplatz, ob Asche-, Rasen-, oder Kunstrasenspielfeld.
"Alte Schraube" oder "Niete" ist die Bezeichnung für ein unglückliches Spielverhalten eines Sportlers.
Vielleicht hat das unsportliche Wort "Alte Schraube" einen klein geistigen Sport-Aktivisten so beflügelt, dass er schleunigst zum nächsten Baumarkt gerannt ist, um dort Spannplatten-Schrauben zu kaufen, um diese dann bei Nacht Am Krausen Bäumchen im Kunstrasen zu säen.

1 Antwort
Unbekannte legen Schrauben auf ETB-Trainingsgelände aus
von MichaP | #3-1

Nieten laufen aber schon oft genug über den Platz. :-))

27.07.2012
11:54
Unbekannte legen Schrauben auf ETB-Trainingsgelände aus
von Helmut11 | #2

Das Problem liegt doch auf der Hand. Der ESC Rellinghausen versucht seit Jahren schon vergeblich mit der ETB-Jugend zu konkurrieren. Der ETb hat die 2.Beste Jugendförderung in Essen, da ist es doch logisch, dass man im E- bis C-Jugendbereich die besten Talente in Essen beobachtet und zum ETB lotsen möchte, um Sie dort noch besser zu fördern.
Ich erinnere mich noch an die Zeit als Wolfgang Priester beim FC Kray was zu sagen hatte...da hat er auch bei jedem angeeckt...das Ende vom Lied ist bekannt. Seitdem Priester da weg ist, läuft der Laden in Kray. Der Typ stiftet nur Unruhe, ohne dabei Probleme zu lösen.
Das die Platzteilung zwischen ETB und Rellinghausen nicht gut geht, hätte der Stadt schon vorher klar sein müssen. Aber das Rellinghausen immer noch meint, auf einer Stufe mit dem ETB zu stehen, ist lächerlich.
Andererseits verstehe ich zumindest den Unmut der Rellinghausener, da Sie sich Ihrer Heimat beraubt fühlen. Trotzdem ist und bleibt es eine städtische Einrichtung.

2 Antworten
Kommentar
von Erbeck1 | #2-1

Klare , ehrliche und passende Worte im Sinne des Sports - guter Kommentar !

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Name von Moderation entfernt | #2-2

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

27.07.2012
06:32
Bild
von Erbeck1 | #1

Ein ganz unrühmliches Bild für den Fußball wird hier aufgezeigt . Ich behaupte einfach mal , dass dies bei vielen anderen Sportarten so nie vorkommen würde und den Schuh dürfen sich die Verantwortlichen anziehen - unfassbar ! Man hört über diesen Bericht hinaus auch einiges in dieser Sache und das ist erbärmlich .Dort ist dringend Hilfe notwendig und zwar mit einem Machtwort . Der "Platzmeister" kommt mir in Gesprächen auch viel zu viel vor , welche ich bisher hören konnte . Dieses Kompetenzgehampel gab es allerdings auf dieser Ebene auch schon vor 30 Jahren !

Mit sportlichem Gruß

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