Unbekannte legen Schrauben auf ETB-Trainingsgelände aus

Auf dem kleineren Kunstrasenplatz, den ETB Schwarz-Weiß Essen nutzt, wurden Schrauben geufnden.
Auf dem kleineren Kunstrasenplatz, den ETB Schwarz-Weiß Essen nutzt, wurden Schrauben geufnden.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Auf der gemeinschaftlichen Bezirkssportanlage am Krausen Bäumchen ist die Stimmung zwischen Vereinen und Anwohnern angespannt. Trauriger Höhepunkt des Konflikts waren spitze Schrauben, die Unbekannte zum wiederholten Mal auf dem ETB-Trainingsplatz auslegten. Der Verein will Anzeige erstatten.

Rellinghausen/Stadtwald.. Es kriselt gewaltig am Krausen Bäumchen. Nachdem bislang Unbekannte zum wiederholten Mal Schrauben auf dem Kunstrasen-Trainingsplatz des ETB streuten, hat die ohnehin angespannte Stimmung auf der Bezirkssportanlage an Brisanz gewonnen. „Wir trainieren nicht mehr, ohne zuvor den Platz kontrolliert zu haben“, sagt Peter Schäfer, Leiter der Abteilung Nachwuchs beim ETB.

Die Vereins-Verantwortlichen wollen in dieser Woche Anzeige gegen Unbekannt bei der Polizei erstatten. Beschuldigen will man bei ETB niemanden, allerdings sagt Peter Schäfer auch ganz klar: „Wir waren hier von Anfang an wie ein Fremdkörper, wurden auch von Anwohnern beschimpft.“

Im März hatte U12-Trainer Lars Nübel als erster die goldenen Spax-Schrauben entdeckt, damals glaubten die ETBler noch an einen Zufall. Am vergangenen Freitag aber entdeckte Trainer Tom Schikora rund zehn Schrauben auf dem Platz, mindestens vier solcher Funde wurden bislang gemacht. „Das ist hoch gefährlich. Ich mag mir gar nicht ausmalen, was passiert, wenn einer unserer jungen Spieler da herein fällt“, sagt Schäfer.

Sechs Kabinen für alle Sportler

Dabei hatte zur Eröffnung der neuen Plätze im vergangenen Jahr alles so gut geklungen: Der ESC Rellinghausen, Yurdumspor Essen und die Nachwuchsteams von ETB sollten sich das neue Trainingsgelände teilen, ein Kunstrasenplatz wurde den Schwarz-Weißen vom Uhlenkrug zugesprochen. Denn auf der heimischen Anlage ist schlichtweg zu wenig Platz, der vorhandene Ascheplatz wird den hohen Anforderungen des auf Nachwuchsförderung spezialisierten Vereins nicht

gerecht. Rund 200 Kinder und Jugendliche spielen beim ETB, von der U10 bis zur U23. Dass drei Fußballvereine und die umliegenden Anwohner aber auf Dauer unter diesen Bedingungen keine gute Mischung sind, wurde bereits im Frühjahr deutlich.

Da warf etwa Wolfgang Priester, sportlicher Leiter des ESC Rellinghausen, den Sportskameraden vom ETB vor, „zu machen was sie wollen“. Von rüden Umgangsformen war die Rede, „hier soll scheinbar ein zweiter Uhlenkrug entstehen“, sagte Priester damals im Gespräch mit Reviersport.

Fair Play auf allen Seiten, bitte!

Thomas Jung, Abteilungsleiter der ESC-Jugend, wirft dem ETB außerdem vor, Nachwuchs abzuwerben. „Es herrscht ein gewisses Maß an Unfrieden“, bestätigt Wolfgang Priester gestern im Gespräch mit dieser Zeitung. Bedingt wird das auch durch die Trainingssituation vor Ort - gerade mal sechs Kabinen stehen allen Sportlern zur Verfügung.

Stadt arbeitet an Lösung

Bei der Stadt ist das Problem bekannt. Durch den Neubau sind die Anwohner bei jeder Trainingseinheit unfreiwillige Zuschauer und -hörer. Mit den Vereinsverantwortlich werde derzeit an einer Lösung gearbeitet, sagt Ulrike Vetter vom Dezernat Sport und Kultur. U.a. wird zur Verbesserung des Lärmschutzes der vier Meter hohe Maschendrahtzaun durch einen sechs Meter hohen Stahlmattenzaun mit Sichtblendschutz ersetzt. Zudem sollen im Herbst Bäume gepflanzt werden. Peter Schäfer vom ETB wirbt auch bei den Anwohnern um Verständnis: „Wir alle fördern gemeinsam den Nachwuchs.“