Umbau der Eleonorastraße für Radler ärgert Anwohner

Dieser Abschnitt der Eleonorastraße soll Fahrradstraße werden. Auf der anderen Straßenseite (vor Mc Donalds) verläuft bereits ein kombinierter Fuß- und Radweg.
Dieser Abschnitt der Eleonorastraße soll Fahrradstraße werden. Auf der anderen Straßenseite (vor Mc Donalds) verläuft bereits ein kombinierter Fuß- und Radweg.
Foto: WAZ FotoPool
Im Mai soll ein 250 Meter langer Abschnitt der Eleonorastraße für 55 000 Euro umgebaut werden. Für Anwohner Peter Dieck eine „Luxussanierung“.

Essen-Rüttenscheid..  Peter Dieck, sachkundiger Bürger im Ordnungsausschuss und Vorstandsmitglied im Essener Bürgerbündnis (EBB), lebt seit 20 Jahren nahe der Eleonorastraße. Aller Voraussicht nach im Mai wird die Anwohnerstraße an der Grenze zwischen Rüttenscheid und Bergerhausen zur Fahrradstraße umgebaut. Kosten allein für den 250 Meter langen Abschnitt: 55 000 Euro. Die gesamte Maßnahme – inklusive der bereits erfolgten Öffnung der angrenzenden Einbahnstraßen wie Agnes- und Wandastraße für den Radverkehr, dem Anbringen von Piktogrammen und neuen Verkehrsschildern – schlägt mit 178 000 Euro zu Buche. Das Land NRW übernimmt dabei 75 Prozent der Kosten.

In Diecks Augen ist das Projekt eine unnötige „Luxussanierung“. „Der Radverkehr in Richtung Richard-Wagner-Straße fließt aktuell in der Tempo-30-Zone und ist von einer massiven Mauer zur Hauptfahrbahn bestens geschützt. In Richtung Rellinghauser Straße existiert längst ein Radweg. Wofür also die große Umbaumaßnahme?“, ist Dieck verärgert. Der Radverkehr auf diesem Abschnitt laufe schon jetzt reibungslos, hat der Anwohner beobachtet: „Das Miteinander in der Wohnstraße funktioniert, Unfälle sind mir nicht bekannt. Ich fahre selbst mit dem Rad und komme problemlos klar.“

„Wichtiger Lückenschluss“

Die Stadt hat die Eleonorastraße – also den Wohnstraßenbereich hinter der gleichnamigen Hauptverkehrsstraße – schon 2004 ins Radverkehrsnetz aufgenommen – neben einer Fülle von weiteren Abschnitten. „Alle Maßnahmen dieses Rad-Infrastrukturprogramms werden seitdem nach Priorität abgearbeitet. Die Eleonorastraße ist eine wichtiger Lückenschluss zwischen Bergerhausen, Rüttenscheid und der Innenstadt“, argumentiert Stadtsprecher Stefan Schulze. Dass der Radverkehr dort bereits problemfrei läuft, sei subjektiv vielleicht richtig. „Wenn Radler etwa von der Wandastraße aus nach links auf die Eleonorastraße abbiegen, fahren sie in den Gegenverkehr – bei einer Strecke des Hauptroutennetzes geht das natürlich nicht“, so Schulze. Überdies wolle man die bewilligten Fördermittel des Landes natürlich auch nutzen. In der kommenden Woche sei ein Termin zur Verkehrssicherung geplant, in etwa einem Monat rechnet er mit dem Baubeginn. Dann werden beispielsweise die Bordsteine abgesenkt, um das halbseitige Parken zu ermöglichen und so die Straße für Radfahrer zu verbreitern. Dann ist es auch möglich, die Einbahnstraßenregelung für Radfahrer aufzuheben.

Peter Dieck wüsste die Fördermittel und auch den gut 40 000 Euro umfassenden Eigenanteil der Stadt lieber in die Sanierung bestehender Wege investiert: „Ein bereits vorhandener Abschnitt des Radverkehrsnetzes wird ohne erkennbaren Bedarf kosmetisch verschönert, während an anderer Stelle die Straßen verfallen.“

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