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Übergangsheim vor dem Aus

07.02.2008 | 14:55 Uhr

Unterkunft an der Sartoriusstraße soll im Laufe des Jahres geschlossen werden. Noch wohnen 14 russische Zuwanderer dort. Stadt hilft bei der Vermittlung in Mietverhältnisse. Bezirkspolitiker mehrheitlich erfreut

Rellinghausen. Die Zeit, in der die Stadt Obdachlose, Flüchtlinge und Aussiedler zu Tausenden in speziellen Heimen unterbringen musste, ist längst vorbei. Seit vielen Jahren läuft deshalb ein Programm zum Rückbau dieser Unterkünfte. Auch für das Übergangsheim an der Sartoriusstraße in Rellinghausen ist jetzt ein Ende in Sicht. Noch im Laufe dieses Jahres soll der Containerbau geschlossen werden.

Spürbare Erleichterung herrschte daher in der vergangenen Sitzung der Bezirksvertretung II, als das Thema zur Sprache kam. "Man kann sich ja freuen und auch mal jubeln", brachte Peter Lankes von der SPD seine Zufriedenheit zum Ausdruck. Immerhin bestehe die Möglichkeit, viel Geld einzusparen. Doch es gab auch Kritik. "Mich hat schon erstaunt, dass das so langsam in den Köpfen der Verwaltung angekommen ist", so Lankes. Als Skandal bezeichnete er es, dass man so lange für die Entscheidung gebraucht habe.

"Das ist ja alles nicht so einfach", versuchte Hermann-Josef Lenze (CDU) die Verwaltung ein wenig in Schutz zu nehmen. Denn möglicherweise könne das Land bei einer frühzeitigen Schließung Fördermittel zurückverlangen. "Ich glaube nicht, dass die Stadt in der Lage ist, Millionen-Beträge zurück zu zahlen." Stattdessen denkt Lenze bereits einen Schritt weiter: "Wir sollten überlegen, was wir nach dem Abriss mit dem Platz machen." Sein Vorschlag: Aus dem Gelände soll ein vom Deutschen Fußballbund geförderter Kunstrasenbolzplatz werden.

Bevor es soweit ist, muss die Stadt das Übergangsheim aber erst einmal vollständig aufgeben. Zurzeit leben noch 14 jüdische Zuwanderer aus Russland an der Sartoriusstraße 46. Die könnten allerdings kurzfristig in Mietwohnungen vermittelt werden, heißt es in dem Abschlussbericht der Verwaltung zum Rückbauprogramm. Zuvor müssen der Sozialausschuss (19. Februar) und der Rat (27. Februar) den Abbau endgültig beschließen. "Wenn das entschieden ist, geht es aus meiner Sicht ziemlich rasch", sagt Robert Grebe vom Amt für Soziales und Wohnen.

Dass es überhaupt zur deutlichen Reduzierung von Unterkünften kommen konnte, führt die Verwaltung auf einen wirkungsvollen Maßnahmen-Mix zurück. So wurden Möglichkeiten geschaffen, um Flüchtlinge sozial verträglich in Mietwohnungen unterzubringen. Der Wohnungsbezug von Aussiedlern wurde beschleunigt. Obdachlosen half die Stadt mit individuellen Plänen, um sie mietfähig zu machen. Zudem konnten mit dem Ausbau der Wohnungsnotfallprävention Neueinweisungen verhindert werden.

Doch gerade bei der Vermittlung von Obdachlosen zeigt sich Cornelia Swillus-Knöchel von den Linken skeptisch. "Ich weiß nicht, ob es sich die Verwaltung da nicht zu einfach macht." Die Bezirkspolitikerin regt an, die Situation gemeinsam mit Sozialarbeitern noch einmal genau zu hinterfragen.

Von Christoph Dittmann

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