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Gastronomie

Transsilvanische Tradition

10.01.2011 | 17:06 Uhr
Transsilvanische Tradition
Kinga Horneac serviert in ihrem Café die Spezialität Baumstriezel. Foto: Joachim Kleine-Büning

Holsterhausen. Auf die transsilvanische Spezialität Baumstriezel haben sich Kinga und Ovidiu Horneac in ihrem vor kurzem eröffneten Café spezialisiert.

Vorsichtig schneidet Ovidiu Horneac den ausgerollten Hefeteig auf seiner Arbeitsplatte in dünne Streifen und wickelt diese auf eine Holzrolle. Mit Öl bestrichen und in Zucker gewälzt wird die süße Leckerei im Ofen gebacken, bis eine karamellisierte Oberfläche entsteht. „Das war immer mein Lieblingskuchen“, erzählt Kinga Horneac mit einem Lächeln. „Nun wollten wir dieses Gebäck auch nach Essen bringen.“

„Kürtöskalacs“ – besser bekannt als Baumstriezel – ist eine traditionelle transsilvanische Süßspeise. Neugierige Schleckermäuler können die „süße Rinde“ nun auch in Holsterhausen genießen. Im Oktober erfüllten sich Ovidiu und Kinga Horneac ihren Traum und eröffneten das „Café Baumstriezel“ an der Gemarkenstraße.

Erst im August 2009 kam das Ehepaar mit den zwei Kindern aus Rumänien nach Deutschland. „Meine Mutter hat einen deutschen Mann geheiratet und lebt seit 15 Jahren hier. Sie hat immer gesagt, wir sollen auch nach Deutschland kommen, damit die Familie näher zusammen ist“, erzählt Kinga. „Ich habe schon mal zwei Jahre in Deutschland gelebt und war auch oft zu Besuch. Deshalb fühle ich mich auch hier zu Hause.“ Ihrem Mann Ovidiu sei der Abschied von seiner rumänischen Familie etwas schwerer gefallen. Doch der Musiker, der in der Essener Kultband „Fresh“ Keyboard spielt, habe sich mittlerweile ebenfalls gut eingelebt.

„Eigentlich werden Baumstriezel traditionell über dem offenen Feuer gebacken“, verrät Kinga. „Das ist hier in den Räumlichkeiten aber natürlich nicht möglich. Deshalb machen wir sie frisch in einem Spezialofen.“ Neugierige Gäste können übrigens jederzeit einen Blick über die Theke werfen und bei der Zubereitung zuschauen.

Je nach Vorliebe kann der Baumstriezel dann mit verschiedenen Zutaten hergestellt werden. Besonders beliebt sind die Geschmacksrichtungen Walnuss, Kokos, Mohn, Kakao, Haselnuss oder Zimt. Bei Kindern kommen die Striezel mit bunten Streuseln gut an. „Wir probieren auch immer neue Sorten aus. Bald versuchen wir es mit Apfelkompott oder Vanillesauce“, verrät die 33-Jährige.

Von den Holsterhausern wird das süße Gebäck sehr gut angenommen. „Die meisten Kunden kennen Baumstriezel aus dem Urlaub. Anwohner mit ungarischen Wurzeln freuen sich, dass es diese Spezialität jetzt auch hier gibt.“ Viele Gäste haben zunächst ein wenig Angst, etwas Neues zu probieren. „Doch wir bekommen dann immer positive Reaktionen.“

Natürlich gibt es die Spezialität auch zum Mitnehmen. Am besten schmecke sie aber warm, wenn sie frisch aus dem Ofen kommt. Spätestens wenn sich der süße Geruch des karamellisierten Zuckers in den gemütlichen und liebevoll dekorierten Räumlichkeiten des Cafés verteilt, möchte jeder einmal die knusprige Süßigkeit probieren, weiß das Paar aus Erfahrung

„Viele Leute fragen nach Besteck. Am besten kann man die Baumstriezel aber mit den Fingern essen“, sagt die Inhaberin. „Schließlich lässt sich das Gebäck spiralförmig abwickeln und in mundgerechte Stücke zerteilen.“

Bald möchte das Paar weitere selbst gemachte Kuchen und Torten anbieten. Im nächsten Jahr werden sie ihre Spezialität dann an einem eigenen Stand auf dem Weihnachtsmarkt anbieten. Die Baumstriezel sollen dann auf traditionelle Art über dem offenen Feuer gebacken werden. „Wenn in Rumänien ein Fest stattfand und es Baumstriezel gab, musste man immer über eine Stunde in der Schlange stehen“, sagt Kinga. „Aber das war es mir wert. Baumstriezel bleiben eben immer mein Lieblingsgebäck.“

Jessica Hellmann



Kommentare
12.01.2011
13:03
Transsilvanische Tradition
von schwalbenalfred | #1

Ich wünsche viel Erfolg!

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