Straßen-Wahlkampf vor Bürgerentscheid in Essen
06.01.2013 | 16:10 Uhr 2013-01-06T16:10:00+0100
Essen-Rüttenscheid. Für die Initiativen „Irmgard und Ortrud“ und „Pro Von“ startet die heiße Phase vor dem Bürgerentscheid am 3. Februar. Es geht darum, wie die Von-Seeckt-Straße und die Von-Einem-Straße künftig heißen sollen. Die Stadt verschickt zu Beginn der Woche Wahlbenachrichtigungen an 45 741 stimmberechtigte Bürger.
Nach der Weihnachtspause ist vor der Wahl: Heute verschickt die Stadt die Benachrichtigungen an die 45 741 Bürger im Bezirk II, die am 3. Februar zum Bürgerentscheid aufgerufen sind. Die Frage: „Sind Sie dafür, dass die Von-Seeckt-Straße und die Von-Einem-Straße ihre Namen weiterhin behalten sollen?“ Folglich starten die Bürgerinitiativen „Irmgard und Ortrud“ und „Pro Von“ in den - in diesem Fall doppeldeutigen - Straßen-Wahlkampf.
Günter Hinken und seine Mitstreiter beginnen heute damit, die Straßenzüge zu plakatieren. Ziel ist die Rückbenennung in Ortrud- und Irmgard-Straße. „Mädchen gegen Generäle“ hat das Team seine Kampagne getauft, die, so Hinken, „endlich Ruhe in die Jahrzehnte schwelende Diskussion bringen soll“. Für Erdmuthe Dittmar hat die Debatte eines in jedem Fall jetzt schon bewirkt: „Wir haben uns besser kennengelernt und viel über die Geschichte dieser Straßen gelernt.“
So gründete sich innerhalb der Initiative ein Geschichtskreis. Unabhängig vom Wahlergebnis hat die Initiative nun auch den Plan gefasst, sich für Stolpersteine auf dem Parkplatz an der Straßenkreuzung einzusetzen. Damit erinnert der Bildhauer Gunter Demnig an die NS-Opfer. Auf dem Platz stand bis zu seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg ein Haus, in dem viele Juden bis zu ihrer Deportation untergebracht wurden.
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18:33
hängt heute Abend 250 Plakate auf. Darauf: Offizier von Seeckt mit Adolf Hitler.
Lustig: Stalin mit Ulbricht wäre wenigstens passend zur Thematik gewesen :-)
Hat noch jemand ein Foto von SED-Politikerin Swillus-Knöchel mit Honecker drauf? Auch das wäre passend.
Demnächst müssen alle Gegner der Bezirksvertretung Armbinden mit durchgestrichenem Hakenkreuz tragen - oder was?
Hängt eigentlich schon die von der BV II beantragte Kommunisten-Ehrentafel an der Rüttenscheider Brücke? Oder steht uns das auch noch bevor?
Armes Essen - wer hat denn diese Deppen überhaupt gewählt?
16:12
Lesen kann das jeder hier selber
https://media.essen.de/media/wwwessende/aemter/12/Informationsbeilage_Druckversion.pdf
ProVon schreibt da: "Die Konfrontation mit diesen Namensträgern trägt wesentlich zur Sensibilisierung gegenüber Demokratie gefährdenden Entwicklungen bei." - doch die Initiative zeigt sich abgestumpft und setzt sich mit den Generälen nicht auseinander, genau wie die Straßennamen nie die Diskussion über die beiden Generäle befruchtet hat. CDU und Co. versucht, die beiden zu verteidigen, bringt aber nur das Ebert-Argument für von-Seeckt vor.
Die rot-grüne Darstellung der beiden ist da schon um einiges ausführlicher und zeigt, dass eine Ehrung der beiden auf Straßenschildern absolut fehlgeleitet ist.
Ausrufezeichen: die SPD verwendet 0, die CDU 1 in einer Zwischenüberschrift und 4 in der Schlussargumentation, die Grünen 1 im ersten Absatz, 3 in Zwischenfazits und 3 in der Schlussargumentation. Sagt über die Lager nichts aus.
13:47
Wer die "Informationsbeilage der Stadt Essen zum Bürgerentscheid Keine Umbenennung der Von-Seeckt-Straße und der Von-Einem-Straße" gelesen hat, wird feststellen daß dort
1. eine sachliche Kritik wider die Willkür der Politik und gegen die Verschwendung von Steuergeldern durch die BV II
2. eine politisch einseitige Auseinandersetzung mit den Straßen-Namensgebern mündend in polemische Hetze (Antidemokraten, Nazi-Unterstützer, Völkermörder)
zu finden sind.
Speziell die Grünen sparen dabei nicht gerade an Ausrufzeichen - und verwenden somit den gleichen Propaganda-Stil, den sie bei den Nazis anklagen.
Die einzige Frage, die noch offenbleibt: Wie konnten SPD und Grüne nur jahrzehntelang erdulden daß die Straßen so heißen - wenn es jetzt doch scheinbar den Weltuntergang bedeute, wenn die Straßenschilder hängenblieben?
Ich werde mit Sicherheit JA ankreuzen, und hoffe daß dieses Schelmenstück ein Nachspiel für die linken Betonköpfe hat.
17:18
Das ist grob unwahr: wer die Gemeindeordnung liest, erkennt schnell, wer den Bürgerentscheid ausgelöst hat - Pro Von. Die haben nämlich den Entscheid beantragt.
Ob es bei Demokratiekosten wirklich eine Schuldfrage gibt, würde ich aber mal bestreiten.
...das Menschen, die unterdrückt und bevormundet werden, nicht nur den Wunsch, sondern auch die Pflicht haben, sich dagegen zu wehren.
Eine Rechtsauffassung, die den Unterdrückern freies Handeln gewährt und die Unterdrückten gleichermaßen rechtlos wie mundtot machen soll, darf als fragwürdig betrachtet werden.
Wie Ihnen bereits bekannt ist, handelten NSDAP und SED mit exakt den gleichen Methoden. So etwas nennt man Perfidität.
Längst ist das eigentliche Thema nur Kulisse. Wenn am letzten Samstag die CDU am Stern in großer Aufmachung prominent Zettel verteilt, dann trieft daraus nur Profilierung und der Pulverdampf im Wahljahr 2013 kündigt sich an. Der politische Gegner ist erkannt, man kann ihn mit Halbwahrheiten und falschen Darstellungen diffamieren. Keiner von SPD und Grünen hat gefordert, 60 Strassennamen in dieser Stadt um zu benennen. Keiner denkt daran, sich von der Richard-Wagner und der Krupp Strasse zu verabschieden, nur weil diese Herren sich nicht wirklich für die Demokratie einsetzten. Sie haben aber in ihrem Leben sich kreativ für die Menschen in Stadt und Land eingesetzt und uns etwas hinterlassen, was uns heute noch als Wert erscheint. Das unterscheidet sie von den Generälen von Seekt und von Einem, deren menschenfeindliche Gesinnung und antidemokratisches Handeln eine Ehrung auf Strassenschildern verbieten sollte..
Mitreisende gibt es immer - ob provon oder CDU. Letztendlich dürften sich auch gerade die Parteien der politischen Gegenseite aufgerufen fühlen, sich dem von RotRotGrün eröffneten Wahlkampf anzuschließen.
Sicherlich wäre Hindenburg, der Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannte und unterstützte, ein schlechterer Namensgeber für Straßen als die 2 maßlos überschätzten und sicherlich dann wohl auch weniger "menschenfeindlichen" preussische Generäle.
Das Einzige, was hier antidemokratisch erscheint ist die rigorose Vorgehensweise der BV II. Um Straßennamen geht es hier nicht - und 70 Jahre lang hat sich auch niemand daran gestört. Dies sollte zu denken geben.
13:10
Zu #3: Stimmt, es geht nicht um Straßen. Es geht um die Ehrung von Generälen mit antidemokratischer und menschenfeindlicher Gesinnung auf Straßenschildern.
Und das will ich nicht! Nicht in meinem Stadtteil, nicht in meiner Stadt, nirgendwo!!!
Wenn Sie mich nun in gleichstellen mit "Nazi-Keulen" schwingenden Menschen, halte ich das für empörend.
Nochmal: Die Nazis waren es, die die Straßen umbenannt haben. Heute sind es Demokraten, die für Rückbenennung eintreten.
Die SED hat nicht nur zu 25% aus NSDAP-Mitgliedern bestanden, sondern auch gleichermaßen totalitär und diktatorisch Menschenrechte unterdrückt, gefoltert und gemordet. Und dies bis 1989 - ein halbes Jahrhundert nach Beendigung des 2. Weltkriegs (zu dessen Beginn die preussischen Generäle übrigens bereits verstorben waren).
Eine Fortführung solcher Politik kann keinem sozial denkenden Menschen sinnvoll erscheinen. Wehret den Anfängen.
08:52
Es geht auch nicht um Straßen.
Es geht um die rigide Vorgehensweise der 10 linken, grünen und roten Mitglieder der Bezirksvertretung II, die sich zum Ziel gesetzt haben in Essen die ganz große Nazi-Keule zu schwingen.
Perfide ist, daß die BV II als Verursacher der entstandenen Kosten von mehr als 100.000 Euro den Bürgern in die Schuhe schieben will, die sich gegen solch eine Bevormundung wehren.
Bei der Abstimmung sollten sich die Bürger fragen, ob sie solch eine "Politik" unterstützen wollen, oder lieber nicht.
Wehret den Anfängen.
08:14
Na, dann dankt doch Herr Dr. Kieseler (Ex NRZ Chef) und der CDU, die im Hintergrund mit dem EX Stadtdirektor die Hetze betreibt. Auch Fr. von Münchhausen und Frau Pintzke, die an jeder Stelle versuchen ihre Gesinnung (verdeckt) zu platzieren.
Am Besten indem ihr nicht abstimmt oder aber auf jeden Fall mit "Nein" abstimmt.
allein schon aufgrund der ganzen dämlichen und unsachlichen Kommentare wie diesem hier werde ich Pro-Von bzw. gegen eine Umbenennung abstimmen !
verantwortungsvoll gehandhabte Demokratie - seine Wahl an der vermeintlichen Qualität anderer Meinungenäußerungen orientieren.
07:44
andere Probleme scheint es in Essen anscheinend nicht zu geben, als sich mit Bürgerentscheiden über Straßennamen zu beschäftigen.....
Die Kosten für diese Befragung wäre für die Ausbildungsünterstützung von hilfsbedürftigen Kindern wohl besser angelegt. Dass Jahr fängt ja schon gut an...
Ich glaube, das Geld wäre auch ganz gut in Rechtschreibkursen für einige hiesige Forumsmitglieder angelegt ! ;-)
@damalsinessen | #1
Es zeigt sich in der Presse, welche Probleme zu DEN Problemen in Essen gemacht werden.
Da wird monatelang darüber berichtet,
dass das politisch gewählte Gremium 2 Straßen die Umbenennung zweier Straßen beschlossen hat ODER
(immer noch auf der ersten Lokalseite online) dass es im Sommer einen "Flashmob" auf der RÜ gab, weil einem Gastwirt ein paar Tische vor der Siechenkapelle nicht genehmigt wurden.
Sagen Sie das mal den Leuten von Pro Von ... die haben den Bürgerentscheid beantragt, deshalb muss der auch gemäß Gemeindeordnung durchgeführt werden.
Sagen Sie es doch mal den 10 Vertretern der BV II, die jede Chance, den Unfug zurückzuziehen, ungenutzt ließen und genau dadurch den Bürgerentscheid provozierten.
Es geht auch nicht um die paar provon-Initiatoren des Aufstandes "Das Volk gegen die BV II", sondern um die mehreren tausend Menschen, die bereits gegen die BV II unterschrieben haben.
Ihr stoischer Hinweis auf die Gemeindeordnung ist jämmerlich.