Stadt  will Lidl-Ansiedlung in Rüttenscheid verhindern

Der Bereich rund um die Veronikastraße steht erneut im Fokus der Stadtentwicklung. Die Ansiedlung von Lebensmitteldiscountern soll verhindert werden.
Der Bereich rund um die Veronikastraße steht erneut im Fokus der Stadtentwicklung. Die Ansiedlung von Lebensmitteldiscountern soll verhindert werden.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Nachdem Adams und Partner vom Kauf des Van -Eupen-Geländes zurückgetreten ist, soll die künftige Nutzung vom Rat auf Wohnungsbau beschränkt werden.

Essen-Rüttenscheid.. Noch ist völlig unklar, wie es mit den Van-Eupen-Gelände an der Veronikastraße weitergeht, nachdem die Wohnbaugesellschaft „Adams und Partner“ wegen der Entwässerungsproblematik im Walpurgistal vom Kauf zurück getreten war. Klar ist für die Stadt aber eines – sie möchte mit allen Mitteln die Ansiedlung eines Lebensmitteldiscounters verhindern.

Aus diesem Grund berät der Rat im März über eine sogenannte Veränderungssperre für den 1,7 Hektar großen Bereich zwischen Wittenberg-, Virgilia-, Veronika und Müller-Breslau-Straße. Eine solche Sperre hätte zur Folge, dass Vollsortimenter, wie etwa Lidl, künftig dort nicht mehr bauen dürften.

Anhängige Lidl-Klagen

Bereits im vergangenen Jahr hatte Discounter Lidl seine Fühler ausgestreckt und eine Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern beantragt. Der Stadt war dieser Plan ein Dorn im Auge: Eine solche Ansiedlung stünde schließlich dem Einzelhandelskonzept entgegen, das vor allem die Zentren stärken möchte – in diesem Fall also vor allem die Rüttenscheider Straße – hieß es damals und heißt es auch heute zur Begründung. Entsprechend wurde die Bauvoranfrage im vergangenen Jahr zurückgestellt.

Lidl reagierte umgehend und reichte noch im Mai vergangenen Jahres Klage beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen auf Erteilung eines Bauvorbescheids ein. Ein Anruf in Gelsenkirchen offenbart, dass der Lebensmittelriese offenbar häufig diesen juristischen Weg wählt. Da noch Lidl-Klagen aus dem Jahr 2013 anhängig seien, könne er noch keinen Termin für eine Entscheidung im Rüttenscheider Fall nennen, sagte Wolfgang Thewes, Vorsitzender Richter am Verwaltungsgericht. „Nachdem Adams und Partner das Gelände weiter entwickeln wollte, war das Thema für uns eigentlich vom Tisch“, sagt Planungsdezernent Hans-Jürgen Best.

Kompromiss bei Rü Nuvo in Sicht

Da Investor Adams und Partner, der zwischen 25 und 27 Millionen Euro in die Hand nehmen wollte, abgesprungen ist, ist die Zukunft nun aber wieder offen. Nach bestehendem Planungsrecht sei eine Abweisung der Lidl-Ansiedlung schwierig. Aus diesem Grund wählte die Verwaltung den Weg der Veränderungssperre, die auch die Bezirksvertretung II in der nächsten Woche zur Kenntnis nimmt. Nicht zuletzt möchte die Verwaltung damit auch der starken Wohnungsnachfrage begegnen – bis zu 160 Wohneinheiten könnten dort entstehen.

In direkter Nachbarschaft soll es aller Voraussicht nach im März endlich Klarheit geben, wie es mit dem Neubauprojekt Rü Nuvo des Projektentwicklers Hopf weitergeht. Aktuell verhandeln Stadt und Bezirksregierung noch an einem Kompromiss, um einen kompletten Baustopp für weite Bereiche Rüttenscheids zu verhindern.