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Stadt Essen will Sprayern legale Flächen für Graffiti zur Verfügung stellen

27.04.2011 | 18:00 Uhr
Stadt Essen will Sprayern legale Flächen für Graffiti zur Verfügung stellen
Gerd Dubiel (links) von der Jugendkulturarbeit setzt sich mit dem erfahrenen Sprayer Ingo Ahlborn für legale Sprayflächen in Essen ein. Foto: Dennis Strassmeier

Essen.   In Essen-Rüttenscheid sollen nach dem Willen der Politiker zwei legale Sprayflächen für Jugendliche nahe der Villa Rü und am Girardet-Haus entstehen. Mit dem Projekt sollen Schäden durch illegale Graffiti an Gebäuden vermieden werden.

„Der Ausdruck einer weltweiten Jugendkultur, die sich nicht aufhalten lässt“ – das ist Graffiti-Kunst aus Sicht der Stadtverwaltung. Da diese Kunst aber noch immer zu einem großen Teil in der Illegalität stattfindet – oder stattfinden muss – will die Stadt Essen den Sprayern nun verstärkt Freiflächen zur Verfügung stellen . Zum einen geht es hierbei darum, Schäden an öffentlichen sowie privaten Gebäuden zu vermeiden und letztlich auch die mühsame und kostspielige Verfolgung der Täter. Zum anderen sollen Kreativität und Partizipationsrechte von Jugendlichen gestärkt werden.

Video
Ein Sprayer erklärt, warum legales Graffiti-Malen das einzig Wahre ist.

Im Bezirk II sind es bisher zwei an der Zahl: An der Villa Rü und am Girardet-Haus in Rüttenscheid können sich die Sprayer kreativ austoben. Bei der Plattenwand am Girardet-Haus handelt es sich jedoch um eine „Eventwand“, die nur von ausgewählten Künstlern genutzt werden darf. Die Fläche an der Villa Rü kann nach Absprache genutzt werden.

Besitzer des Gebäudes hat eingewilligt

„Wir halten das für eine gute Idee“, sagt Alexandra Bremer vom städtischen Jugendhaus und Bürgerzentrum Villa Rü. Man habe die kleine Mauer zwischen dem benachbarten Bürogebäude und dem Durchgang zum Christinenpark als Fläche für die Sprayer vorgeschlagen. Der Besitzer des Gebäudes habe eingewilligt, die Mauer gestalten zu lassen, um so Schmierereien entgegenzuwirken. Jetzt müssten nur noch die politischen Gremien entscheiden, dann könne Koordinator Gerd Dubiel vom Jugendamt mit seinen Sprayern anrücken. „Ich denke, es geht bald los“, vermutet Bremer. Eine Wand der Villa Rü könne zudem im Rahmen des Projekts „mitWirkung“, zum Beispiel im Rahmen des Kunstunterrichts, von Jugendlichen gestaltet werden.

Andere Städte haben es bereits vorgemacht: In Bochum, Hagen und Duisburg wurden in den letzten Jahren verstärkt Sprayflächen zur Verfügung gestellt - das Ganze unter dem Aktionstitel „Hall of Fames“. Durch Studien sei belegt worden, „dass durch die Schaffung mehrerer legaler Wände die Anzahl illegaler Werke deutlich zurückgegangen ist“, berichten die Verantwortlichen. Essen will nun also nachziehen. An verschiedenen Stellen im Stadtgebiet sollen Freiflächen eingerichtet werden.

Bisher kosten Flächen jährlich 2500 Euro

Graffiti in Essen

Die Kosten für das Projekt sollen die Bezirksvertretungen tragen. Für die bisher eingerichteten Flächen wird mit jährlich 2500 Euro für Abfallentsorgung, Reinigung und Graffiti-Entfernung gerechnet.

Auf den Bezirk II entfallen zunächst jedoch nur 100 Euro. Im Rahmen der letzten Sitzung beschloss die BV II, diese Kosten zu übernehmen. „Die Finanzierung ist kein Problem. Ich werde die Mittel aus meinem Etat zur Verfügung stellen“, erklärte die Kinder- und Jugendbeauftragte Irmgard Krusenbaum (Grüne).

Die Vertreter der anderen Parteien begrüßten dies mehrheitlich. Es handle sich um ein sinnvolles Projekt, das der Zustimmung bedürfe, merkte etwa Cornelia Swillus-Knöchel von der Linken an. Lediglich der EBB-Vertreter äußerte sich kritisch: „Damit ist das Problem nicht gelöst. Jugendliche sprayen illegal meist aus Gründen der Profilierung und der Verewigung“, erklärte Theo Feldmann-Pootmann. Die Schaffung von legalen Freiflächen könne nicht alle Sprayer auffangen. Der Beschluss der BV erfolgte letztlich aber einstimmig.

Kristin Skoberne

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Kommentare
29.04.2011
03:31
Stadt Essen will Sprayern legale Flächen für Graffiti zur Verfügung stellen
von hannemann | #13

@ Altenessener

Danke für den schönen Link. Ja, das sind sehr schöne Motive und ein schönes Projekt. Solche Künstler sind im Strassenbild jedoch ziemlich selten präsent und sollten sogar als eigenständige Kultur und Kunstform mehr gefördert werden.

Am eigentlichen Poblem im spezifischen Fall geht der Gedanke imo vorbei.

28.04.2011
18:27
Stadt Essen will Sprayern legale Flächen für Graffiti zur Verfügung stellen
von Altenessener | #12

Ist doch eine super Sache - und hat in anderen Städten auch funktioniert. Und dazu noch bei verschwindend geringen Kosten, die die sonst ggf. notwendige Reinigung um ein Vielfaches unterbieten. Die Künstler können ihre Werke in Ruhe malen (bzw. sprayen), gleichzeitig werden weniger öffentliche Flächen dekoriert. Ein Gewinn für alle, denke ich.

Dass die Idioten, die nur Ihren dämlichen Spitznamen an jede Häuserwand schmieren (Tag) da nicht partizipieren werden, ist völlig klar. Aber man muss halt trennen zwischen ernsthaften Sprayern und Schmierfinken.

Ein sehr schönes Beispiel einer legalen Sprayfläche (die auch zu einer weniger-Besprühung anderer öffentlicher Flächen geführt hat) ist derdiedas Berenkuil in Eindhoven: http://nl.wikipedia.org/wiki/Berenkuil_(Eindhoven)

28.04.2011
14:09
Stadt Essen will Sprayern legale Flächen für Graffiti zur Verfügung stellen
von Komisch66 | #11

Meine Herren.. es geht hier nicht um Schwerverbrecher,sondern um junge begabte Menschen, die sich künstlerisch ausleben wollen und sollen.
Natürlich will NIEMAND Graffiti besprühte Einfamilienhäuser, aber bei manchen Bahnstrecken, sind Graffitis auch bunte Farbkleckse...
Hier geht es jedoch darum, dass diese jungen Menschen eben NICHT kriminell werden müssen um sich auszuleben.
Sie sprayen..Sie dealen nicht, sie morden nicht,sie klauen nicht,sie fahren nicht schwarz...
Man man... wie verbohrt sind denn hier einige eigentlich?

28.04.2011
13:32
Stadt Essen will Sprayern legale Flächen für Graffiti zur Verfügung stellen
von Andy-aus-Essen | #10

Das ist ja ein klasse Ansatz. Es wird ein Bereich geschaffen in dem Verbotenes erlaubt ist.
Da fehlt nur noch der Bus in dem man keinen Fahrschein braucht und das Geschäft in dem Ladendiebstahl erlaubt ist. Und schwupps gibt es keinerlei Kriminalität mehr!
Nur Drogen müssen weiterhin verboten bleiben. Sonst werden ja die Dealer arbeitslos!

28.04.2011
12:28
Stadt Essen will Sprayern legale Flächen für Graffiti zur Verfügung stellen
von BorbeckerBefreiungsFront | #9

Das wäre doch ein Deal: hier dürft ihr ohne Strafen herumschmieren.
Wenn wir euch woanders erwischen, hacken wir euch die Finger ab oder es gibt eine andere Strafe.
Aber wahrscheinlich endet das wieder in der Kuschelpädagogik, das alle ja eine so schwere Jugend hatten und einer mündlichen Belehrung durch einen städtischen Berufsjugendlichenbetreuer.

28.04.2011
10:13
Stadt Essen will Sprayern legale Flächen für Graffiti zur Verfügung stellen
von panecho | #8

... Politiker Essen-Rüttenscheid ... usw usw
Merken denn diese Herren noch was, wo bleibt denn da der Reiz des Illegalen ???

28.04.2011
09:45
Stadt Essen will Sprayern legale Flächen für Graffiti zur Verfügung stellen
von hannemann | #7

äh, sorry, es soll heissen: Ich stehe auch nicht auf die Schmiererei.

28.04.2011
09:43
Stadt Essen will Sprayern legale Flächen für Graffiti zur Verfügung stellen
von hannemann | #6

Mannomann, im Westen wird ja scharf geschossen...
Da wird das Besprühen einer Wand mit Mord und Vergewaltigung gleichgesetzt... Was ist eigentlich bei euch los?
Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich sehe auch nicht auf die Schmiererei.

28.04.2011
09:35
Stadt Essen will Sprayern legale Flächen für Graffiti zur Verfügung stellen
von Franz_Kanns | #5

So geht das also - man muss nur konsequent und lange genug Straftaten begehen, schon bekommt man etwas zugewiesen um sich ausleben zu können.

Wann bekommen die ersten Vergewaltiger Gutscheine fürs Bordell?

28.04.2011
09:09
Stadt Essen will Sprayern legale Flächen für Graffiti zur Verfügung stellen
von foolproof | #4

Klasse Idee! Graffiti-Sprayer bekommen ihre eigenen Wände und demnächst bekommen Mörder und Psychopathen ihren eigenen Straßenzug, wo sie dann nach Herzenslust Menschen umbringen können?

Welche verqueren Hirne denken sich so einen Schwachsinn aus?

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