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Stadt Essen testet kameragestützte „Feuerwehr-Ampel“

28.05.2013 | 11:00 Uhr
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Stadt Essen testet kameragestützte „Feuerwehr-Ampel“
Die Feuerwache an der Manfredstraße testet eine neue Ampelanlage, mit der Rückstaus vermieden werden.Foto: Franziska Bombach

Essen-Rüttenscheid.   Eine neue, kameragestützte Anlage an der Rüttenscheider Manfredstraße, nahe der Rettungswache 9, erkennt die Nummernschilder der Löschfahrzeuge und springt nach deren Passieren automatisch auf Grün um. Das soll lange Rückstaus und „Rot-Fahrer“ vermeiden.

Mit einem stadtweiten Pilotprojekt testet die Essener Feuerwehr eine neue Ampelschaltung nahe der Rüttenscheider Rettungswache 9 an der Manfredstraße. Bislang wurden die Ampeln an den Kreuzungen Rüttenscheider - und Alfred­straße im Falle eines Einsatzes über eine Zeitsteuerung bedient, um den Querverkehr zu stoppen. Das hatte zur Folge, dass Autofahrer in der Vergangenheit bis zu fünf Minuten „Rot“ sahen und sich lange Rückstaus bildeten – auch dann, wenn „nur“ ein Feuerwehrwagen ausrückte.

Erste Erfolge in der Testphase

Grünen-Bürgermeister Rolf Fliß war durch einen Besuch im Friseursalon von Peter Pieper schon vor drei Jahren auf das Problem aufmerksam geworden. „Dort konnte man bei einem Feuerwehreinsatz fast täglich Autos beobachten, die bei Rot über die Ampel fahren – bei einer solch langen Wartezeit haben viele Fahrer einfach gedacht, die Schaltung sei defekt“, so Fliß.

Die „Rot-Fahrer“ seien vor allem wegen des nahe gelegenen Spielplatzes und des Seniorenzentrums St. Martin gefährlich. „Anschließend begannen die Verhandlungen mit der Verwaltung, die sich mit Blick auf die Kosten für eine Umrüstung der Ampelanlage erst sträubte“, so Fliß. Am runden Tisch einigten sich alle Beteiligten schließlich auf das Pilotprojekt.

Die Ampel ist seit einigen Wochen an der Manfredstraße im Einsatz

Seit wenigen Wochen ist die umgerüstete Ampel an der Manfred­straße im Einsatz, die mit der Anlage an der Alfredstraße gekoppelt ist. Eine darauf angebrachte Kamera erkennt die Kennzeichen der Löschfahrzeuge und gibt den Verkehr automatisch wieder frei, wenn 30 Sekunden lang kein Einsatzwagen mehr die Stelle passiert hat.

„Wir sind noch in der Testphase. Der Kollege im Leitstand der Rettungswache 9, der die Anlage bei einem Einsatz auslöst, hat aber bereits bestätigt, dass vor allem auf der Alfredstraße die Rückstaus abgenommen haben“, sagt Feuerwehrsprecher Mike Filzen.

„Der fließende Verkehr kann nicht überwacht werden“

Stadtsprecher Stefan Schulze gibt in puncto Datenschutz Entwarnung: „Die Kamera kann nur die zuvor technisch hinterlegten Kennzeichen der Rettungsfahrzeuge erkennen, die mit Hilfe eines Chips aus den Einsatzwagen gesendet werden. Es erfolgt dabei keine Aufzeichnung, der fließende Verkehr kann also nicht überwacht werden.“ 6000 Euro kostete die Umrüstung und Modernisierung der Ampel.

Nicht ausgeschlossen, dass weitere Anlagen nach gleichem Vorbild folgen: Verläuft die Pilotphase erfolgreich, hat die Feuerwehr bereits Interesse bekundet, die kameragestützten Ampeln an weiteren Standorten in Betrieb zu nehmen. „An der Eisernen Hand etwa bilden sich auf den umliegenden Straßen bei Einsätzen ebenfalls Rückstaus. Die Alternative zur Ampelsteuerung wäre direktes Einschalten der Sirenen – was natürlich zu einer erhöhten Lärmbelästigung führt“, so Mike Filzen.

Jennifer Schumacher

Kommentare
29.05.2013
01:01
Stadt Essen testet kameragestützte „Feuerwehr-Ampel“
von Jorgel | #4

Dummerweise beschweren sich aber bei unserer dichten Besiedelung die Anwohner in der Nachbarschaft von Feuerwachen - und zwar zu Recht, denn solche Ruhestörungen den ganzen Tag über und vor allem Nachts sind völlig unnötig.

Außerdem ist das überfahren einer roten Ampel mit Sondersignal immer ein Risiko und eine Verzögerung dazu. Denn der Fahrer so eines Fahrzeuges ist verpflichtet anzuhalten und darf erst dann vorsichtig weiterfahren, wenn er sich überzeugt hat, dass alle angehalten haben.

Trotzdem kommt es dabei immer wieder zu Unfällen, weil manche Verkehrsteilnehmer offenbar blind und taub durch die Gegend fahren. Dazu trauen sich einige nicht den Weg frei zu machen, wozu sie verpflichtet sind und bleiben stur vor der roten Ampel stehen, egal welch ein Spektakel hinter ihnen veranstaltet wird.

Warum sollte also dieses Problem nicht technisch gelöst werden, wenn die Technik dazu in der Lage ist? Und das ist sie - und nicht mal besonders teuer dazu...

28.05.2013
16:33
Stadt Essen testet kameragestützte „Feuerwehr-Ampel“
von sancho85 | #3

Die Alternative zur Ampelsteuerung wäre direktes Einschalten der Sirenen – was natürlich zu einer erhöhten Lärmbelästigung führt

JA! Sofort umsetzen ohne Rücksicht auf Verluste! Wenn Einsatzfahrzeuge in der Nähe sind, dann muss man die hören...und zwar nicht erst wenn sie hinter einem stehen und dann wie wild tröten, hupen und gestikulieren weil man sich nicht in Luft auflöst, sondern schon lange vorher.
Nicht nur das eine längere Vorwarnzeit es allen Verkehrsteilnehmern ermöglicht entsprechend zu reagieren, es hilft den Hilfesuchenden auch ungemein, wenn man gesagt bekommt "Der RTW ist gleich da" und gleichzeitig das Horn langsam zu hören ist...kommt irgendwie glaubwürdiger.

Wenn man keine Idee hat, wie man das umsetzen soll: Einfach mal die Kollegen in Übersee fragen, die hört und sieht man kilometerweit im Voraus ohne dass sich einer beschwert dass es so laut ist.

28.05.2013
16:29
Doppelte Lärmattacken gegen Feuerwache-Anwohner
von karlheinzspock | #2

Dass die Feuerwehr sich um die Lärmbelästigung ihrer Anwohner sorgt, ist mir neu, aber immerhin ein erfreulicher Gedanke. Den gab es jedenfalls noch nicht, als die Feuerwehr vor neulich neue Fahrzeuge bestellt oder bestehende umgebaut hat. Seit vielen Monaten gibt es nämlich in der Feuerwache 9 mindestens ein Fahrzeug, bei dem die Sirene auch noch mit der LKW-Hupe gekoppelt wurde.

Welchen Nutzen man sich davon verspricht angesichts der ohnehin immens lauten Sirene, das ist mir rätselhaft. Welche Folgen es für hunderte von Anwohnern hat, das erfahren wir regelmäßig aus nächster Nähe: Beim Einschalten wird neben dem Sirenengeheul gleichzeitig ein ohrenbetäubender Hornstoß abgegeben, regelmäßig vor immer denselben Häusern in der Manfredstraße. Konnte man sich auf das eine immerhin ein wenig einstellen - der zeitgleichen Attacke von zwei unterschiedlichen Großlärmgeräten sind menschliche Nerven definitiv nicht gewachsen. Wozu bloß, vor einer mit teurer Elektronik grün geschalteten Ampel?

28.05.2013
14:55
Stadt Essen testet kameragestützte „Feuerwehr-Ampel“
von mr_sanchez | #1

Oder die Besatzung teilt der Leitstelle über Funk mit, dass sie die Ampel passiert hat, sodass die die Ampel wieder freigeben kann. Aber warum so einfach, wenn es auch kompliziert und teuer geht?

1 Antwort
Stadt Essen testet kameragestützte „Feuerwehr-Ampel“
von sancho85 | #1-1

Ganz großes Kino auch immer mal wieder an der Hauptwache:
Kreuzung Herzogstr/Burggrafenstr/Gerlingstr wird für den Löschzug geblockt, der dann doch lieber über die Eiserne Hand ausrückt und erst in nem Kilometer Entfernung auf die Burggrafenstr einbiegt.

Oder:
Kreuzung wird blockiert, alles wartet nichts tut sich...Kreuzung wird freigegeben, Einsatzfahrzeug rückt aus und muss warten bis der Verkehr reagiert...

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