Spielplatzfest mit bürokratischen Hindernissen

Die beiden Bezirkspolizisten Werner Schroeter (Mitte) und Rüdiger Buers begleiten das Spielplatzfest an der Hedwigstraße bereits seit Jahren und lassen die Kinder oft in ihrem Streifenwagen Probe sitzen. Trotz kleineren Rahmens sagten sie Elke Henke-Gau (l.) aber ihren Besuch zu.
Die beiden Bezirkspolizisten Werner Schroeter (Mitte) und Rüdiger Buers begleiten das Spielplatzfest an der Hedwigstraße bereits seit Jahren und lassen die Kinder oft in ihrem Streifenwagen Probe sitzen. Trotz kleineren Rahmens sagten sie Elke Henke-Gau (l.) aber ihren Besuch zu.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Patin Elke Henke-Gau wollte an der Hedwigstraße im großen Stil feiern. Auf eine Sondergenehmigung für den angrenzenden Parkplatz wartete sie aber vergebens.

Essen-Rüttenscheid..  Eigentlich hatte Spielplatzpatin Elke Henke-Gau ein großes Fest für Kinder und Nachbarn geplant: Der Spielplatz an der Hedwigstraße ist umfassend saniert, im vergangenen Jahr musste das Fest wegen des Sturms ausfallen. Überdies betreut die 50-Jährige das Areal nun schon seit zehn Jahren ehrenamtlich als Patin, wurde dafür noch im Mai von Oberbürgermeister Paß geehrt. Gute Gründe also, der Spielplatzparty am 27. Juni einen größeren Rahmen zu geben.

Auf dem direkt am Spielgelände angrenzenden kleinen Parkplatz sollte ein Kinderkarussell aufgebaut werden, auch Künstler wie Jongleure waren zu Beginn des Jahres schon angefragt worden. Was noch fehlte, war die Sondernutzungsgenehmigung der Stadt. Um Planungssicherheit zu haben, hatte Elke Henke-Gau diese Genehmigung bereits am 18. März beantragt. „Ich veranstalte bereits seit elf Jahren die Spielplatzfeste hier. Dieses kleine Teilstück der Hedwigstraße zu sperren, war früher nie ein Problem“, sagt sie. Es vergehen einige Wochen, eine Antwort oder gar Bestätigung der Stadt bleibt aus. Am 28. April sendet die Patin erneut eine E-Mail ans zuständige Amt für Straßen und Verkehr. „Leider habe ich bis heute keinerlei Reaktion erhalten“, schreibt sie darin und bittet nochmals um eine Antwort. Vergeblich.

OB Paß um Amtshilfe gebeten – vergeblich

Als sie im Mai für ihr Engagement im Rathaus ausgezeichnet wird, bittet sie direkt den Oberbürgermeister um Hilfe. Da ihr E-Mail-Postfach nichtsdestotrotz leer bleibt, verabschiedet sie sich am 21. Mai von ihren Plänen. „Der Karussell-Betreiber wollte endlich eine finale Zusage, ebenso die Künstler. Da ich die ohne Genehmigung nicht geben wollte, sagte ich ihnen ab“, so Henke-Gau. Außerdem schickt sie nochmals eine E-Mail an die Stadt, in der sie ihren Antrag auf Sondernutzung zurückzieht. „Ich kann es nun nicht mehr schaffen, das Jubiläum so zu feiern, wie ich es vorhatte“, schreibt sie darin, „was wohl daran liegt, dass meine E-Mails ins Leere gegangen sind“. Daraufhin erhält sie plötzlich eine Antwort – mit der Zusage, sich dem Thema anzunehmen. Nur ist es da schon zu spät für die Ehrenamtliche.

Die Stadt bedauert den Vorfall. „Es tut uns leid, dass es so gekommen ist“, so Stadtsprecherin Nicole Mause. Grundsätzlich würden die Kollegen versuchen, alle Veranstaltungen möglich zu machen. Da durch die Sturmfolgen nach wie vor geprüft werden müsste, an welchen Stellen noch Kontrollbedarf besteht, könnten Genehmigungen mitunter nur sehr kurzfristig erteilt werden. „Auch in diesem Fall hätte Grün und Gruga den Parkplatz prüfen müssen“, sagt Mause. Die Sturmfolgen brächten für das zuständige Amt große Herausforderungen mit sich.

Gefeiert wird an der Hedwigstraße am 27. Juni aber dennoch: Allerdings nur auf dem Spielplatz-Gelände, dafür braucht es schließlich keine Genehmigung. „Ich würde mich freuen, wenn trotz des kleineren Rahmens von 14 bis 19 Uhr viele Besucher vorbeischauen. Die Einnahmen fließen in diesem Jahr ausnahmsweise nicht in den Spielplatz, sondern gehen an den Grugapark zur Wiederaufforstung.“