Sanierung der Kirche St. Hubertus wird verschoben

Die Kirche St. Hubertus sollte komplett saniert werden.
Die Kirche St. Hubertus sollte komplett saniert werden.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Der zum Teil abgebrannte Turm der Bergerhauser Kirche wird abgedichtet. Weitere Arbeiten erfolgen erst, wenn das Zukunftskonzept für die Pfarrei vorliegt.

Essen-Bergerhausen.. Zwei Jahre, nachdem ein Blitzeinschlag den Turm der katholischen Kirche St. Hubertus an der Töpferstraße beschädigte, wird die Spitze ab Januar mit einer provisorischen Kappe so abgedichtet, dass kein Wasser mehr eindringen kann. Das erklärt Altfrid Norpoth, stellvertretender Gemeinderatsvorsitzender von St. Hubertus und Raphael. Für mindestens zwei Jahre verschoben wird allerdings die Komplettsanierung der Kirche, deren Sandsteinfassade durch Witterungseinflüsse so gelitten hat, dass sich immer wieder Steine lösen.

„Wir warten jetzt erst einmal das Ergebnis des Pfarrei-Entwicklungsprozesses ab. Das Bistum hat die Pfarreien aufgefordert, sich Gedanken über die Zukunft und Sparvorschläge zu machen. Dabei kommt alles auf den Prüfstand. Wir wollen diesen Prozess Anfang 2016 fair beginnen und nicht unsere Kirche aufgrund der Sanierung als unantastbar darstellen“, sagt Norpoth. Er begrüße es generell, dass das Bistum die Gläubigen dieses Mal einbeziehe, statt Schließungen oder andere Maßnahmen zu verordnen, wie es in der Vergangenheit geschehen sei. „Es gibt auch Leute, die das anders sehen und die lieber eine Entscheidung des Bistums gehabt hätten, um nicht selbst Verantwortung übernehmen zu müssen“, so Norpoth.

Gerüst wird zwei Jahre stehen bleiben

Ursprünglich wollte die Bergerhauser Gemeinde die Erneuerung der Turmspitze, für die das Bistum finanziell aufkommt, mit der schon vor dem Brand geplanten Fassaden-Sanierung verbinden. So hätte man das teure Gerüst nur einmal aufstellen lassen müssen. Für die Sanierung hat die Gemeinde schon rund 43.600 Euro an Spenden gesammelt, die für diesen Zweck aufgehoben werden. Künftige Kollekten werden nun erst einmal Flüchtlingen zugute kommen. „Jetzt wird die Pfarrei St. Lambertus, zu der St. Hubertus und Raphael gehört, das Gerüst kaufen. Es wird die zwei Jahre stehen bleiben, bis klar ist, wie es mit unserer Kirche weitergeht“, so Norpoth.

Angesichts sinkender Zahlen bei Gläubigen, Priestern und Finanzen werde eine Arbeitsgruppe ab Januar genau überlegen müssen, was man für das pastorale Leben brauche und auf was man notfalls verzichten könne. Auf dem Prüfstand ständen dabei Gemeinde-Gebäude, Aufgabenbereiche und sogar die Kirchen selbst. Zur Pfarrei St. Lambertus mit der Filialkirche St. Theresia gehören auch St. Ludgerus und Martin, St. Andreas und St. Hubertus und Raphael. Man werde aber auch pfarrei-übergreifend denken und mit den evangelischen Nachbar-Gemeinden sprechen. „Das wird schon ein schmerzhafter Prozess“, ist Norpoth überzeugt.

Sinkende finanzielle und personelle Ressourcen der Kirche

Die Arbeitsgruppe, die in zwei Jahren ihr Konzept vorlegen soll, besteht aus Seelsorgern sowie Mitgliedern von Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat. Sie wird inhaltlich vom Bistum begleitet.

Die Pfarreien im Bistum sollen bis Ende 2017 Konzepte entwickeln, wie man die seelsorgerische Situation vor Ort mit den sinkenden finanziellen und personellen Ressourcender Kirche zusammenbringen kann, so Jens Albers vom Bistum.

Dabei geht es auch um Möglichkeiten, zu sparen. Ziel sei eine Planungssicherheit zumindest bis zum Jahr 2030.