Runder Tisch unterstützt Flüchtlinge in Bergerhausen

Der ehemalige Pfarrer Eberhard Kerlen leitet den runden Tisch für das Heim an der Pregelstraße.
Der ehemalige Pfarrer Eberhard Kerlen leitet den runden Tisch für das Heim an der Pregelstraße.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Rund 30 Bürger organisieren Hilfsangebote für die Bewohner an der Pregelstraße. Das nächste Treffen findet am 22. Januar statt.

Essen-Bergerhausen..  Der runde Tisch zur Unterstützung von Flüchtlingen im Wohnheim an der Pregelstraße trifft sich erneut am Donnerstag, 22. Januar, um 19 Uhr im Saal der Arbeiterwohlfahrt an der Weserstraße 82 . Die Organisatoren unter der Führung des ehemaligen Pfarrers der evangelischen Gemeinde Bergerhausen, Eberhard Kerlen, hoffen, dass möglichst viele Bürger teilnehmen, um Ideen zur Unterstützung und Integration von Flüchtlingen einzubringen.

Seit dem Herbst wohnen Flüchtlinge aus Krisenregionen des Nahen Ostens, Afrikas und Südeuropas in zwei Gebäuden des ehemaligen Wohnheims an der Pregelstraße. Die Häuser verfügen über 50 Einzelzimmer, so dass dort fast ausschließlich alleinreisende Männer und keine Familien untergebracht worden sind. Viele dieser Menschen sind aufgrund ihrer Erlebnisse in den Heimatländern und auf der Flucht traumatisiert oder auch in großer Sorge über das Schicksal ihrer Angehörigen, zu denen sie oft keinen Kontakt haben. Das Heim wird von einer Sozialarbeiterin und einem Sozialarbeiter geführt.

Bereits bei der Informationsveranstaltung der Stadt im vergangenen September hatte sich ein runder Tisch von Bürgern und Vertretern der Kirchengemeinden, von Parteien und Verbänden, der Stadt Essen und des Betreibers European Homecare gebildet, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Bewohner des Heims zu unterstützen.

Eberhard Kerlen moderiert diesen offenen Kreis, in dem sich rund 30 Bürger aus Bergerhausen und aus den angrenzenden Stadtteilen regelmäßig treffen, um die Situation der Flüchtlinge zu besprechen und gezielte Hilfsangebote zu koordinieren. Obwohl sich der runde Tisch erst dreimal getroffen hat, gibt es schon eine ganze Reihe von Initiativen.

So haben zum Beispiel die Nachbarn des Gemeinschaftsgartens Siepental den Heimbewohnern angeboten, beim regelmäßigen Gärtnern mitzumachen oder auch gemeinsam den Garten hinter dem Wohnheim zu pflegen. Vier Frauen und Männer bieten wöchentlich Deutschunterricht an, was auf sehr große Resonanz stößt. Andere haben eine Musikgruppe mit den Bewohnern gegründet oder sind einfach „mit einem Schachbrett unter dem Arm“ in das Heim gegangen und spielen jetzt regelmäßig eine Partie Schach mit Interessierten. Zusammen arbeiten, spielen oder Musik machen kann man offensichtlich auch ganz hervorragend, wenn die gemeinsame Sprache als Kommunikationsmittel nicht vorhanden ist. Es hat sich auch ein Computerclub gebildet, der den Bewohnern die Möglichkeit verschafft, über soziale Netzwerke mit der Familie und Freunden in der Heimat in Kontakt zu bleiben.

Neben diesen sehr konkreten Maßnahmen für die Flüchtlinge werden bei den Treffen des runden Tisches, so auch am 22. Januar wieder, natürlich auch die politischen Rahmenbedingungen, die Situation in den Heimatländern und die langfristigen Perspektiven der Flüchtlinge erörtert.