Ruf des Rüttenscheider Christinenparks weiter verbessern

Kinder und Familien standen bei der 15. Auflage des Parkfests im Mittelpunkt.
Kinder und Familien standen bei der 15. Auflage des Parkfests im Mittelpunkt.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Mit dem Parkfest wollen die Organisatoren ein Zeichen für den positiven Wandel setzen. Doch einige Probleme halten trotz der Umgestaltung weiter an.

Essen-Rüttenscheid.. Stadtteilfeste sind für viele eine Gelegenheit, um mit Nachbarn und Bekannten in lockerer Atmosphäre ins Gespräch zu kommen. Ein Stadtteilfest, das mittlerweile so tief in der Bürgerschaft verankert ist wie kaum ein zweites, ist das Parkfest im Christinenpark, das nun zum 15. Mal gefeiert wurde. Das Fest ist gleichzeitig Ausdruck der Bemühungen um die Imageverbesserung eines Parks, der mehr als einmal in die Kritik geraten ist.

Werner Settels, Leiter des Bürgerzentrums „Villa Rü“, das von Beginn an treibende Kraft des Festes war, erinnert sich an die Anfänge: „Aus der Stadtteilkonferenz kam die Idee, ein solches Fest zu veranstalten. Zusammen mit der Awo und dem Team Jugendarbeit haben wir diese aufgegriffen.“ Hintergrund sei zum einen gewesen, Kinder- und Jugendgruppen auf die Bühne zu bringen, zum anderen habe aber auch der Wunsch, den Christinenpark zu beleben, eine nicht zu vernachlässigende Rolle gespielt. „Der Park war ja früher mehr ein Hundeklo als alles andere. Der neue Spielplatz, das Fest, die verschiedenen Außengastronomen, die den Park erschlossen haben, all das sind Faktoren, die den Christinenpark für die Rüttenscheider attraktiver machen konnten“, so Settels.

Raubüberfall Anfang März

An dieser Attraktivität könnte zumindest der eine oder andere Anwohner begründete Zweifel hegen. So stand der Park zuletzt des Öfteren in der Kritik. Exzessiver Alkoholkonsum und Sachbeschädigung durch Jugendliche an Halloween und ein brutaler Raubüberfall auf einen jungen Mann Anfang März, brachten dem Park wieder negative Schlagzeilen ein. Einige Anwohner hätten nach solchen Vorfällen die Lust verloren, in den Christinenpark zu gehen, heißt es mancherorts.

Auch Bezirkspolizist Rüdiger Buers kennt das anhaltende Problem. Vor zwei Jahren hatte er den Versuch unternommen, ein auf die Nachtzeit beschränktes Aufenthaltsverbot zu erwirken, die Politik sprach sich dagegen aus: „Die bevorstehenden Sommermonate werden für die Anwohner sicherlich wieder etwas unbequemer. Aktuell gibt es an den Wochenenden häufiger Beschwerden über lautstarke Jugendliche“, sagt Buers. Positiv merkt er jedoch an, dass sowohl Vandalismus als auch Vermüllung im Park im Vergleich zum vergangenen Jahr nachgelassen hätten. Ein Aufenthaltsverbot hält der Bezirkspolizist nach wie vor für sinnvoll: „Dann hätten die Kollegen des Ordnungsamts eine Handhabe, einen Platzverweis auszusprechen.“

Am Samstag aber gelang es allemal, den Park von seiner besten Seite zu präsentieren – offen, familienfreundlich, einladend. Dazu trugen vor allem die zahlreichen Auftritte und Aktionen bei, die von Kindergärten und Jugendeinrichtungen in Eigenregie auf die Beine gestellt worden waren. Die Ausrichtung als Familienfest sei ursprünglich ausschlaggebend gewesen für den Erfolg des Festes, sagte Werner Settels.