Rüttenscheid plant für die Zeit nach Roy
20.10.2011 | 18:56 Uhr 2011-10-20T18:56:00+0200
Essener Süden. Bezirksbürgermeister Michael Roy (SPD) wird sein Amt wohl in Kürze aufgeben. Als Nachfolger wird SPD-Fraktionssprecher Peter Lankes gehandelt. CDU-Politiker Heinz-Leo Draese hofft, "dass das Klima nach dem Weggang angenehmer wird".
Seit Tagen gibt es konkrete, ernst zu nehmende Hinweise, dass Bezirksbürgermeister Michael Th. Roy (SPD) sein Amt im Stadtbezirk II (Rüttenscheid, Bergerhausen, Rellinghausen, Stadtwald) aus beruflichen Gründen aufgeben und Essen zum Jahresende in Richtung Süddeutschland verlassen wird. Roy selbst wollte sich dazu auf Anfrage noch nicht äußern. Dennoch macht man sich zum Beispiel bei der CDU bereits Gedanken über die mögliche Nachfolge.
Heinz-Leo Draese , Fraktionssprecher der CDU im Bezirk II, vermutet, dass Roy noch die November- und Dezember-Sitzung der Bezirksvertretung leiten werde. „Ich hoffe, dass nach dem Weggang von Michael Roy das Klima bei uns wieder angenehmer wird“, so Draese. Er selbst sei zu Zeiten der schwarz-grünen Koalition gerade in wichtigen Haushaltsfragen immer wieder auf die Sozialdemokraten zugegangen. Inzwischen habe er den Eindruck, dass die SPD, seit sie an der Macht ist, sich nicht mehr für die Meinung des politischen Gegners interessiere und die ehemals gute Zusammenarbeit im Bezirk aufgekündigt habe. Das sorge bei den Christdemokraten für Frust.
„Ich habe immer die Auffassung vertreten, dass wir im Bezirksparlament nicht grundsätzlich eine Opposition brauchen“, plädiert Draese für gemeinsame Problemlösungen. Auch unter der inzwischen verstorbenen SPD-Bezirksvorsteherin Helga Todtberg sei die Stimmung eher freundschaftlich gewesen.
„Wir haben keinen gemeinsamen Termin mehr gefunden"
Draese erinnert sich noch gern an die Bildungsfahrten, unter anderem nach Brügge und Quedlinburg, die die Bezirksvertreter aller Fraktionen früher einmal im Jahr gemeinsam unternahmen. Draese: „Man konnte menschliche Kontakte pflegen, abends beim Bier ins Gespräch kommen.“ Roy habe aus Termingründen an den Fahrten nicht teilgenommen. 2009 sei die Tradition abgerissen: Draese: „Wir haben keinen gemeinsamen Termin mehr gefunden.“
Zum Thema Nachfolger vermutet Draese, dass sich der Stadtwälder Sozialdemokrat Gerhard Barnscheidt zur Wahl stellen wird. „Er hatte schon nach dem Tod von Helga Todtberg Interesse“, erinnert sich Draese. Möglicherweise mache Barnscheidt seine Entscheidung vom Gesundheitszustand seiner Frau abhängig. Laut Draese erhebe meist der Ortsverein Rüttenscheid als stärkster den Anspruch auf das Amt des Bezirksbürgermeister: „Das ist eine Frage des Machtgefüges.“ Ob die Rüttenscheider SPD-Vertreterin Susanne Demmer allerdings Interesse habe, wisse er nicht, so Draese.
Dutzende von Einladungen, Ehrungen, Sitzungen
Er halte es jedenfalls für wenig wahrscheinlich, dass SPD-Fraktionssprecher Peter Lankes das Amt gern übernehmen würde. Als Fraktionssprecher habe man weitaus mehr politischen Einfluss, sei auch in Ratsthemen involviert. „Als Bezirksbürgermeister muss man nicht nur die Sitzungen leiten, sondern sich ein bis zwei Vormittage in der Woche für Ehrungen der über 90-Jährigen frei halten. Dazu kommen Dutzende von Einladungen“, spricht Draese das Zeitproblem an.
Ob die CDU gegebenenfalls einen Gegenkandidaten ins Rennen schicken würde, sei noch nicht entschieden. Das sei eine Frage der Mehrheiten. „Es bringt nichts, jemanden ins Rennen zu schicken und dann scheitern zu lassen“, ärgert sich Draese über den „Schnellschuss“ seiner Fraktionskollegin Heidemarie von Münchhausen, die bei Bekanntwerden des möglichen Rückzugs von Roy eine eigene Kandidatur angekündigt hatte. Wenn die CDU keinen eigenen Kandidaten stelle, müsse man sehen, wie man abstimme: einheitlich als Fraktion oder individuell.
12:48
#5
Ihre Sichtweise hat Sinn und sie ja auch nur den vorhandenen Abläufen als Übersetzung ins Deutsche geschuldet !
01:51
Nur noch einmal zum Nachdenken.
Dieser royale Despot wurde von einer Mehrheit gewählt, von der keine Fraktion bereit war, seiner selbstherrlichen Regentschaft ein Ende zu setzen.
Roy geht und hinterlässt ein politisches Stimmvieh, dass höchstwahrscheinlich blind auf seinen nächsten Metzger zugeht.
18:13
...armes Süddeutschland!!!
16:54
Ich denke,
Rüttenscheid und die SPD haben es nicht nötig,
einem selbstverliebten Wichtigtuer nachzutrauern....
16:18
Also wenn in einer 5-köpfigen Fraktion der Bürgermeister zurücktritt und sein Mandat niederlegt, dann ist der Kandidatenkreis doch sehr überschaubar - und eine Spekulation nicht gerade mutig.
Natürlich wäre es aufschlussreicher, wenn die SPD sich dazu äußern würde - ich bin mir sicher, die wurden auch angefragt, und ich bin mir sicher, die hätten den größten Teil des Artikels eingenommen, wenn sie denn geantwortet hätten!
14:25
Rüttenscheid plant für die Zeit nach Roy
WAS soll diese Überschrift?
CDU Draese spricht über SPD Personal würde viel besser passen. Was soll der ganze Unsinn, was ist das für ein Stil?
Fragt die WAZ etwa Frau Merkel, wer der nächste Spitzenkandidat der SPD wird?
Es doch gerade eine Frage des Stils, dass man über andere nicht spekuliert und sich mit Meinung zurückhält a la Der wollte immer schon. Da wundert sich Draese, dass in der BV2 die Stimmung nicht gut ist. Wenn ein BV-Kollege sich mit jedem Personalgerücht bei der Presse wichtig macht, ist das sehr vertrauensbildend.