Rot-grün-rote Kooperation im Bezirk II
28.10.2009 | 18:14 Uhr 2009-10-28T18:14:00+0100Essener Süden. Auf eine rot-grün-rote Kooperation im Stadtbezirk II (Rüttenscheid, Stadtwald, Rellinghausen, Bergerhausen) für die kommenden fünf Jahre haben sich die Vertreter von SPD, Grünen und Die Linke geeinigt. Mit zehn von 19 Stimmen haben sie damit die Mehrheit.
So hat ihr Kandidat für den Posten des Bezirksbürgermeisters, Michael Th. Roy (SPD), gute Aussichten, bei der konstituierenden Sitzung der BV II am Donnerstag, 5. November, gewählt zu werden. Als zweite Stellvertreterin wird Irmgard Krusenbaum von den Grünen kandidieren, die auch wieder das Amt der Kinderbeauftragten übernehmen möchte.
„Wir sind uns einig, dass Inhalte vor Personen gehen”, so der alte und neue SPD-Sprecher Peter Lankes. Es gebe viele Gemeinsamkeiten: So wolle man verhindern, dass der extrem dicht besiedelte und versiegelte Stadtbezirk weiter zugebaut werde. „Und wenn die Bebauung von Grünflächen notwendig ist, bestehen wir darauf, dass Ausgleichspflanzungen auch wirklich im Bezirk getätigt und vom Bauherrn finanziert werden”, so Grünen-Sprecher Matthias Klahold.
Auf keinen Fall solle das Rüttenscheider Schwimmzentrum erweitert und der dort neu angelegte und gut angenommene Spielplatz geopfert werden, so Klahold. Stattdessen, sind sich die neuen Partner einig, könne das Grugabad ausgebaut werden. „Dort gibt es genügend Parkplätze und eine geeignete Infrastruktur”, ist Klahold überzeugt. Auch die Umgestaltung des Platzes am Rüttenscheider Stern sei vorrangiges Thema. „Durch den Wegzug von Hertie ist dort eine gewisse Verödung zu beobachten. Wir wollen auf keinen Fall Hochhäuser dort, sondern ein attraktiveres Umfeld”, sagt der Grünen-Politiker. „Die Umgestaltung könnte man mit der Schaffung einer öffentlichen Toilette verbinden, die gerade von älteren Bürgern in der Einkaufszone immer wieder nachgefragt wird”, ergänzt Cornelia Swillus-Knöchel, einzige Vertreterin der „Linken” in der BV II.
In Rellinghausen stehe die Schließung des Schrottplatzes Ludwig ganz oben auf der Prioritätenliste, betont Peter Lankes. Es sei ein Unding, dass trotz massiver Belästigung von rund 200 Anwohnern dem Schrotthändler nicht mit einer angemessenen Frist gekündigt werde. „Wir sind gegen eine Einhausung des Betriebs, die ja den Zustand nur zementieren würde”, sagt Lankes
Wichtiges Ziel sei der Verbleib des Rellinghauser Rathauses im städtischen Besitz. Der gegen den Willen der Bezirkspolitiker beschlossene Verkauf des historischen Gebäudes sei daran gescheitert, dass sich - trotz Fristverlängerung - kein Bieter für das renovierungsbedürftige, unter Denkmalschutz stehende Gebäude gefunden habe. „Wir wollen eine gemeinnützige Nutzung”, betont Lankes. Das könne der Umzug von Bezirksverwaltungsstelle und Bürgeramt dorthin sein, oder eine multifunktionale Nutzung als Bürgerbegegnungszentrum. „So etwas fehlt im Bezirk jenseits der Räume von Kirchen und Verbänden”, so Cornelia Swillus-Knöchel.
Die rot-grün-rote Koalition wolle den Bereich Weser-/Rellinghauser Straße städtebaulich aufwerten, sowie die Radwegeverbindungen in der Heisinger Aue und auf dem alten Rommenhöller Gleis ausbauen. In Sachen Lärmreduzierung fordern die Partner, dass bei jeder Asphalt-Erneuerung auf Durchgangsstraßen automatisch „Flüsterasphalt” aufgetragen werde. Die Schillerwiese soll als Jedermann-Sportanlage erhalten bleiben und jede Ausweitung der Messe in den Grugapark hinein verhindert werden, sind sich die politischen Partner einig.
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Die Schließung (Verlegung) des Schrottplatzes
Ludwig ist überfällig! Die Lärmbelästigung der
Anwohner muß aufhören.