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Raum für kreative Experimente

26.01.2012 | 17:53 Uhr
Raum für kreative Experimente
Farbenfroh und vielfältig sind die Werke, die die Künstler des Kunstlabors in der Schule an der Waldlehne zeigen. Foto: Arne Poll, WAZ Fotopool

Margarethenhöhe.  Der Verein Kunstlabor eröffnet am Samstag, 28. Januar, seine neue Ausstellung in der Schule an der Waldlehne. Die Werke von neun Künstlern sind bis zum 28. Februar zu sehen.

Ein Labor ist laut Duden eine Arbeitsstätte für naturwissenschaftliche, technische oder medizinische Arbeiten. Auf das Kunstlabor in der Schule an der Waldlehne trifft diese Beschreibung nicht zu. Zwar wird auch hier gearbeitet, jedoch ausschließlich im kreativen und künstlerischen Bereich. Was dabei heraus kommt, zeigen die Künstler ab Samstag, 28. Januar, einen ganzen Monat lang im Rahmen einer vielfältigen Ausstellung.

Seinen Ursprung hat das Kunstlabor bereits im Jahr 1945, als es von Heinz-Gerhardt Friese unter dem Namen „La Boheme“ in Berlin gegründet wurde. Doch schon kurze Zeit später verschlug es Friese nach Essen und er nahm den Verein kurzerhand mit.

Erst 2004 wurde aus „La Boheme“ das Kunstlabor. Seitdem steht der Verein unter Leitung von Dagmar Schenk-Güllich. Einmal in der Woche gibt die Künstlerin in einem ausgedienten Klassenraum Kurse für Anfänger, aber auch für Teilnehmer, die schon seit vielen Jahren mit dabei sind und bereits Erfahrungen im Umgang mit Pinsel und Leinwand haben. Von letzteren gibt es einige - der „harte Kern“ setzt sich derzeit aus knapp zehn Leuten zusammen. Die Fluktuation ist, so Schenk-Güllich, sehr niedrig. Dies liegt, da sind sich die Mitglieder einig, nicht zuletzt an der netten Gemeinschaft, die sich hier entwickelt hat. „Ich habe lange gesucht, bis ich etwas Passendes gefunden habe. Hier im Kunstlabor fühle ich mich wirklich sehr wohl“, betont Mitglied Ingrid Fischer. Die Heilpraktikerin bringt irische Landschaften zu Papier; demnächst möchte sie dafür die Öltechnik anwenden. Nachhilfe gibt es auf diesem Gebiet dann natürlich von Dagmar Schenk-Güllich, aus deren Lebenslauf schon viele künstlerische Stationen hervorgehen. Neben einem Studium der Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie und einem Kunststudium an der Folkwanghochschule kann sie auf zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland zurückblicken.

Heute ist sie als freischaffende Künstlerin, Kritikerin und Musikwissenschaftlerin tätig. Als Leiterin des Kunstlabors hat es sich Schenk-Güllich zur Aufgabe gemacht, Unterricht und Informationen auf allen theoretischen und praktischen Gebieten der bildenden Kunst zu erteilen. Ihre Kurse umfassen sowohl grafische Techniken, Zeichnungen und Radierungen, als auch Maltechniken wie Aquarell oder Acryl.

Dagmar Schenk-Güllichs Schüler arbeiten mit den Techniken, die ihnen liegen, sollen aber durchaus auch einmal etwas Neues ausprobieren. Ebenso mannigfaltig wie die Teilnehmer sind die knapp 80 Werke, die im Rahmen der anstehenden Ausstellung bis zum 28. Februar im Kunstlabor in der Schule an der Waldlehne, Waldlehne 111, zu besichtigen sind.

Geöffnet ist das Atelier während der Präsentation dienstags in der Zeit von 16 bis 18 Uhr oder nach Vereinbarung unter 74 19 04. Weitere Informationen zum Kunstlabor im Internet unter www.kunstlabor-essen.de

Julia Bodlin

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