Ratsuchende sind bei offener Sprechstunde willkommen

Maria Schlingschröder spricht im Gemeindehaus am Brandenbusch mit den Ratsuchenden.
Maria Schlingschröder spricht im Gemeindehaus am Brandenbusch mit den Ratsuchenden.
Foto: Funke Foto Services
Seit Januar bietet der Verein Impulse eine offene Sprechstunde für Menschen in Lebenskrisen an. Am 13. Mai ist die Pädagogin wieder vor Ort.

Essen-Bredeney..  Nicht jeder, der Probleme in Partnerschaft und Familie hat, redet gern darüber. Dabei ist es sinnvoll, sich professionelle Hilfe zu holen, bevor „das Kind in den Brunnen gefallen ist“, wie Maria Schlingschröder es ausdrückt. Die diplomierte Heilpädagogin, die für den Verein Impulse arbeitet, bietet seit Jahresbeginn an jedem zweiten Mittwoch im Monat eine offene Sprechstunde im evangelischen Gemeindehaus, Am Brandenbusch 6, an. Nächster Termin ist am heutigen Mittwoch, 13. Mai, von 16 bis 17 Uhr. Die Beratung, die sich auf unterschiedliche Lebenssituationen, auf Paarprobleme oder Erziehungsfragen beziehen kann, ist kostenlos. „Es können auch gern Jugendliche zu mir kommen, die Probleme mit Eltern oder Lehrern haben oder sich gemobbt fühlen“, sagt Maria Schlingschröder. Auch Mitarbeiter von pädagogischen Einrichtungen seien angesprochen. Die Gespräche unterlägen der Schweigepflicht.

Wer Hilfe braucht, kann während der offenen Sprechstunde in Bredeney einfach vorbeischauen. „Wir wollen die Beratung bewusst als niederschwelliges Angebot anbieten“, sagt Kathrin Becker vom Familienzentrum am Brandenbusch, das seit 2008 mit dem Verein Impulse kooperiert. Die offene Sprechstunde startete Anfang 2015 mit sehr mäßigem Erfolg. „Wir haben uns von null auf zwei Gespräche gesteigert“, sagt Kathrin Becker, die sich von diesen Zahlen aber nicht entmutigen lassen will. Dass die Sprechstunde bisher schlecht angenommen werde, könne an zwei Dingen liegen: Entweder sei das Angebot im Stadtteil noch nicht ausreichend bekannt, oder die Bredeneyer scheuten sich, über ihre Probleme zu sprechen. Kathrin Becker, die auch die Kita der Gemeinde leitet, kennt die Klientel vor Ort seit langem und hält es für ausgeschlossen, dass es keinerlei familiäre Probleme in Bredeneyer Familien gibt. Auch an den beiden Gymnasien verlaufe der Alltag sicher nicht konfliktfrei.

Pädagogin Maria Schlingschröder wünscht sich, dass die Bürger rechtzeitig kommen. „Manchmal reicht schon ein Gespräch, ein Tipp von jemanden, der von außen auf das Problem schaut“, sagt sie. Jegliche Scheu sei unangebracht.

Am Sitz des Vereins an der Henriettenstraße gebe es diese Zurückhaltung nicht. Dort seien die sechs Mitarbeiter gut ausgelastet. Der Verein ist aus der Paar-, Lebens- und Erziehungsberatung der evangelischen Kirche hervorgegangen. Das Ehepaar Böhmer, bekannt durch seine Schuhgeschäfte, fand die Arbeit so wichtig, dass es die Marie-Luise-Busch-Stiftung ins Leben rief, die die Beratung aufrecht erhält. Neben den Stiftungsmitteln tragen Mitgliedsbeiträge, Spenden, der Landschaftsverband Rheinland und das Jugendamt zur Finanzierung des vor elf Jahren gegründeten Vereins Impulse bei.

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE