Paß im Dialog – „Keine Denkverbote bei Flächen“

Im Katakombentheater feierte die Dialog-Reihe „Reinhard Paß konkret“ ihren Auftakt mit gut 40 Gästen.
Im Katakombentheater feierte die Dialog-Reihe „Reinhard Paß konkret“ ihren Auftakt mit gut 40 Gästen.
Foto: Essen
Was wir bereits wissen
Beim Auftakt der Dialog-Reihe mit dem Oberbürgermeister im Katakombentheater stellten die Gäste Fragen zu Stadttöchtern und Flächenentwicklung.

Essen-Rüttenscheid..  Keine Denkverbote – das war die deutliche Botschaft, die der Oberbürgermeister zum Auftakt seiner Stadtteilgesprächsreihe „Reinhard Paß konkret“ im Katakombentheater vermittelte. Dabei bezog er sich insbesondere auf die vielerorts umstrittenen Erweiterungsvorschläge für Wohn- und Gewerbeflächen des Stadtplanungsamts.

Horst Holtwiesche, Vorsitzender des Bürgervereins Haarzopf-Fulerum und einer von etwa 40 Gästen der Veranstaltung, hatte nach Paß’ Meinung zur vorgeschlagenen Umwandlung der landwirtschaftlichen Flächen und Kleingärten an der Hatzper Straße gefragt. In Haarzopf wird eine solche Umwidmung von vielen Bürgern abgelehnt. „Sicherlich wird über diese Fläche noch zu diskutieren sein – ebenso wie über alle anderen Vorschläge, auch die Fläche der Sportfreunde 07 an der Veronikastraße. Grundsätzlich aber gilt, dass wir seit Jahren nahezu eine Stagnation in der Stadtentwicklung haben und der steigenden Nachfrage bei Wohn- und Gewerbeflächen gerecht werden müssen“, so der Oberbürgermeister.

„Mittel für Instandhaltung nicht vorhanden“

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Insgesamt wurde der Abend von vielen Themen bestimmt, die Moderator Stefan Heinemann immer wieder engagiert einforderte. Die Fragen der Rüttenscheider zielten dabei ebenso auf die für den Stadionneubau verwendeten Millionen aus den Rücklagen fürs Folkwang-Museum wie auch auf die Arbeitslosenzahlen der Stadt und die aktuelle Via-Problematik ab. Paß gab sich dabei stets nüchtern sachlich. Bei den von der GVE verwendeten Mitteln handele es sich um Instandhaltungsrücklagen, die jetzt ohnehin noch nicht angetastet würden. Gleichwohl seien die Millionen nicht weg und stehe die Stadt vertraglich beim Museum Folkwang „zu 100 Prozent in der Verantwortung.“ Die auf dem Fuße folgende Kritik, die Stadt baue zwar viel neu, habe aber perspektivisch kaum die Mittel, ihre Infrastruktur auch instand zu halten, beantwortete Paß mit einem lapidaren „Ja, das ist so.“

Deutlichere Worte fand er beim Verkehrsverbund Via: „Ich bin dankbar, dass die Regierungspräsidentin das Wort ergriffen hat“, so Paß und bezog sich damit auf den Rüffel, den Anne Lütkes an die drei Oberbürgermeister der betroffenen Städte geschickt hatte. Paß sieht ebenfalls dringenden Handlungsbedarf bei dem Zusammenschluss von Essener, Mülheimer und Duisburger Verkehrsbetrieben. Zu viele Akteure wollten mitreden, zu komplex sei der ganze Apparat, kritisierte der OB.

Ziele bis 2020

Thomas Siepmann, Inhaber der Essener Werbeagentur TAS, war es schließlich, der Reinhard Paß als einziger konkret zu seinen Visionen für die Zukunft befragte – für den Fall, dass er sein Amt als Oberbürgermeister behalte. Der finanzielle Rahmen ließe ihm für Visionen wenig Gestaltungsspielraum so Paß zunächst. Dennoch wolle er mit Blick auf 2020 drei Ziele umsetzen: „Erstens: Jedes Jahr eine neue Schule im Bau, nach dem Vorbild der im vergangenen Jahr eröffneten neuen Haarzopfer Grundschule. Zweitens: Ein Flächenpool für neue Wohnbebauung. Und drittens möchte ich der nächsten Generation gerne etwas zum Gestalten hinterlassen, sprich einen ausgeglichenen Haushalt.“