Parkhaus Hügel ist seit 60 Jahren in Familienbesitz

So sah das Umfeld des Restaurants an der Freiherr-vom-Stein-Straße Mitte der 1950er Jahre aus.
So sah das Umfeld des Restaurants an der Freiherr-vom-Stein-Straße Mitte der 1950er Jahre aus.
Foto: privat
Was wir bereits wissen
1955 übernahm der Konditor Hubert Imhoff das Restaurant Parkhaus Hügel. Dessen Geschichte ist eng mit der Familie Krupp verbunden.

Essen-Bredeney.. Eines der traditionsreichsten Restaurants in Essen, das Parkhaus Hügel am Baldeneysee, befindet sich seit genau 60 Jahren in der Hand der Familie Imhoff. Zum Jahresbeginn hat Katinka Imhoff (30) die Leitung übernommen, auch ihr Bruder wird in das Unternehmen einsteigen.

Als Hubert Imhoff am 1. Februar 1955 die damalige Hügel-Gaststätte an der Freiherr-vom-Stein-Straße übernahm und sie in Parkhaus Hügel umbenannte, ahnte niemand, dass sich daraus eine Erfolgsgeschichte entwickeln würde.

„Mein Großvater hatte in den 1950er Jahren in Rüttenscheid eine Konditorei, in die nach dem Zweiten Weltkrieg auch mein Vater Leo einstieg“, erzählt Hans-Hubert Imhoff (61). Als Konditor belieferte Imhoff die Cafés am Baldeneysee wie Seeterrassen, Schloss Baldeney und eben auch die Gaststätte Hügel. Das von Alfred Krupp erbaute Haus war ursprünglich nur als Casino für die Bauingenieure der Villa Hügel gedacht. Als die Gaststätte 1955 zur Verpachtung stand, übernahm sie Hubert Imhoff. „Mein Großvater wollte sich aber nicht in die Einöde hier abschieben lassen, sondern lieber im lebendigen Rüttenscheid bleiben. Hier am See war damals nichts los außer Sommerfrische. Die Leute kamen zum Kaffeetrinken her“, so Imhoff.

Buffet für 300 Personen

Da der Großvater in Rüttenscheid blieb, musste Vater Leo die Gastronomie am See führen. „Irgendwann kam von der Villa Hügel, wo Krupp und Beitz oft Staatsgäste und Wirtschaftsbosse empfingen, der Auftrag, ein Buffet für 300 Personen herzurichten. Mein Vater hatte keine Ahnung von Gastronomie, hatte nicht mal für 30 Personen ein Buffet geplant“, berichtet Imhoff schmunzelnd.

Sein Vater habe sich also Kochbücher gekauft, einen Küchenchef engagiert – und das Buffet hingekriegt. Später habe seine Mutter das Parkhaus Hügel viele Jahre geleitet, weil die Familie sich mit ihren Restaurants wie Burghof, Saalbau, Blumenhof und dem Messe-Catering nicht über Arbeitsmangel beschweren konnte.

Hans-Hubert Imhoff, der eine Hotelfachlehre und ein Betriebswirtschaftsstudium absolvierte, stieg 1983 in das Familienunternehmen an. „Ich habe mich schon gefragt, ob das tatsächlich meine Neigung ist oder ob ich das nur mache, weil es der elterliche Betrieb ist“, so Imhoff. Heute sind neben dem Parkhaus Hügel noch das Steeler Stadtgarten-Restaurant, der Erich-Brost-Pavillon auf Zollverein, das Messe-Catering und die Stadthallen in Mülheim und Oberhausen in der Hand der Imhoffs. Knapp 100 fest angestellte Mitarbeiter und bis zu 50 Teilzeitkräfte sind in den Betrieben tätig.

„Die Zahl der Auszubildenden haben wir reduziert“, sagt Imhoff. Es gebe weniger Bewerber, auch weil viele Vorurteile über den Beruf kursierten. „In einem gut geführten Betrieb arbeitet man nicht länger als anderswo, aber natürlich zu anderen Zeiten“, so der Gastronom. Er selbst habe die Entscheidung für den Beruf nie bereut. Auch Tochter Katinka tauschte den Computer-Arbeitsplatz als Medienwissenschaftlerin doch lieber gegen den Job, der sie täglich mit neuen Menschen zusammenführt und ihr jeden Tag aufs Neue eine Rückmeldung zu ihrer Arbeit bringt.