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Neuer Mitarbeiter soll Migranten für den Sport begeistern

21.01.2015 | 08:00 Uhr
Neuer Mitarbeiter soll Migranten für den Sport begeistern
Fikret Sisman soll die Migranten in Bewegung bringen.Foto: Stefan Arend

Essen-Holsterhausen.   TVG Holsterhausen hat mit Fikret Sisman einen türkischstämmigen Mitarbeiter eingestellt, der für Bewegung im Verein werben soll.

Menschen in Bewegung zu bringen, unabhängig von ihrer Herkunft und ihrem kulturellen Hintergrund – das ist nur ein Ziel des Sportvereins TVG Holsterhausen. Der an der Keplerstraße beheimatete Klub sieht sich auch in der sozialen Verantwortung für das friedliche, harmonische Zusammenleben in der Nachbarschaft, wie der Vorsitzende Peter Wehr betont. „Nur deshalb sind wir gemeinnützig“, betont er die soziale Rolle des Sportvereins. Angesichts der aktuellen Diskussion um Religionen und Kulturen will TVG Holsterhausen deshalb ein Zeichen setzen.

Zu Jahresbeginn hat der Sportverein den 44-jährigen Fikret Sisman als hauptamtlichen Mitarbeiter eingestellt. Neben seiner Tätigkeit als Übungsleiter ist es seine Aufgabe, Menschen mit einem anderen kulturellen Hintergrund an den Sport im Verein heranzuführen. „Während hier bei den meisten Menschen im Bewusstsein verankert ist, dass Sport und Bewegung die Gesundheit fördern, ist das bei vielen Migranten, gerade aus dem türkisch-arabischen Raum, keineswegs so“, meint Peter Wehr. Gerade Ältere seien nur schwer für den Vereinssport zu motivieren.

„Ältere Migranten kommen manchmal zum Reha-Sport nach Krankheiten oder Operationen, weil der Arzt das angeordnet hat“, so die Erfahrung des Vorsitzenden. Er wünscht sich, dass sie lieber freiwillig an Kursen teilnehmen würden.

Fikret Sisman, der aufgrund seiner türkischen Sprachkenntnisse vielleicht besser Zugang zu den Migranten bekommt, soll den Menschen die Scheu vor dem Vereinssport nehmen. Der 44-Jährige lebt in Frohnhausen, hat Sport und Physik studiert. Viele Jahre lebte er in Bremen, arbeitete unter anderem für den Landessportbund. Im August kam er der Liebe wegen nach Essen. „Das erste halbe Jahr wollte ich mich hier erstmal orientieren“, sagt Sisman, der die Jahre bis zu seiner Einschulung in der Türkei verbrachte.

Fikret Sisman soll jetzt laufende Projekte ausarbeiten. Er wird bei Moschee- und Lesevereinen, nachbarschaftlichen Vereinigungen und anderen Institutionen für den Sport im Verein werben und so auch Integration durch gemeinsames Sporttreiben fördern. „Ein weiterer Schritt könnte irgendwann die Arbeit mit Flüchtlingen sein“, so Peter Wehr. „Aber das ist ein schwieriges Feld, auch was die finanzielle und rechtliche Seite angeht.“ Fikret Sisman wird auch als Übungsleiter, erst einmal vertretungsweise, arbeiten, Seine Schwerpunkte sind Schwimmen und Rettungsschwimmen, Rudern, Kanu, aber auch Rückenschule.

Elli Schulz

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2015-01-21 08:00
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