Nervliche Zerreißprobe für Anwohner der Brigittastraße

Seit Juni vergangenen Jahres leben die Anwohner der Brigittastraße auf einer Dauerbaustelle. Dort werden die Kanäle umfassend saniert
Seit Juni vergangenen Jahres leben die Anwohner der Brigittastraße auf einer Dauerbaustelle. Dort werden die Kanäle umfassend saniert
Foto: Essen
Was wir bereits wissen
Die Baustelle an der Brigittastraße sorgt weiter für Unmut. Ein Nachbar beklagt Arbeiten bis in späten Abend. Außerdem war am Mittwoch das Wasser weg.

Essen-Rüttenscheid..  Die nervliche Zerreißprobe für Anwohner der Brigittastraße geht weiter. Am frühen Mittwochnachmittag war in der Straße, in der die Stadtwerke seit vergangenem Sommer umfassend die Kanäle sanieren, auf einmal das Wasser weg. Erst gegen Mitternacht war die Versorgung wieder hergestellt.

Nach Angaben von Anwohner Thomas Twickler ist das nicht zum ersten Mal passiert. „Und wir wurden nicht darüber informiert. Hinzu kommt, dass die Baustelle gefühlt nur zentimeterweise vorankommt und teilweise auch in den späten Abendstunden gearbeitet wird. In der Nacht zu Dienstag bin ich um 2 Uhr von Baustellenlärm geweckt worden“, sagt Twickler. Meist zögen sich die Bauarbeiten „und damit die extreme Lärmbelästigung bis etwa 21 Uhr hin“, so Thomas Twickler.

Schnelle Schadensbegrenzung nach Wasserrohrbruch

Stadtwerkesprecher Dirk Pomplun hat zumindest für die Unterbrechung der Wasserversorgung eine Erklärung. So sei aus unbekannten Gründen die veraltete Gussleitung am Mittwoch plötzlich gebrochen. „Durch den Wasserrohrbruch lief die Baugrube voll. Um weiteren Schaden abzuwenden, etwa unter Wasser stehende Keller, musste der Hahn sofort abgedreht werden. Deswegen konnten wir die Anwohner auch nicht vorab darüber informieren. Bis Mitternacht waren die Arbeiter damit beschäftigt, die Leitung zu flicken. Parallel wurde eine stabile Ersatzleitung gelegt, die in der nächsten Woche in Betrieb gehen kann“, sagt Pomplun. Eine Erklärung für die nächtlichen Arbeiten hat er nicht, „das waren wir nicht, die Mitarbeiter haben ja festgelegte Arbeitszeiten. So spät passiert auf der Baustelle nichts“, sagt Pomplun. Ob die Bauzeit eingehalten werde, könne er noch nicht konkret sagen: „Aktuell liegen wir noch im Zeitplan. Wir müssen um Geduld bitten, schließlich haben wir es hier mit einer größeren Maßnahme zu tun, die frühestens Ende des Jahresfertig gestellt ist.“

Auch im Bereich der Emmastraße sorgen die umfassenden Kanalarbeiten für Unmut. So beklagt Rolf Krane von der Interessengemeinschaft Rüttenscheid, das die ursprünglich auf 30 Meter festgelegte Wanderbaustelle mitunter weit mehr Platz einnehme. „Ein weiteres Ärgernis bleibt, dass Absperrungen und Halteverbotsschilder oft auch nach Beendigung der Arbeiten stehen bleiben. Autofahrer beginnen mitunter schon selbst, Warnbaken abzuräumen, etwa im Bereich Emmastraße. Dort tut sich bei einer unverschlossenen Baugrube seit November nichts, das ist für mich nicht nachvollziehbar“, so Krane.

Stadtwerkesprecher Dirk Pomplun begründet die teilweise Ausweitung der Wanderbaustelle auch mit praktischen Gründen: „Je größer das Baufeld ist, in dem wir arbeiten können, umso schneller und einfacher lassen sich die Kanäle in dem Bereich verlegen. Auch dort sind die Arbeiten absolut notwendig und lassen sich leider nicht ohne Einschränkungen bewerk­stelligen.“