Mütterzentrum startet neu durch

Die Kinder frühstücken in dem bereits renovierten Raum des Mütterzentrums.
Die Kinder frühstücken in dem bereits renovierten Raum des Mütterzentrums.
Foto: Funke Foto Services
Das Mütterzentrum wurde vor 25 Jahren als Initiative gegründet. Im Sommer werden Betreuungsplätze in den Vorkindergartengruppen frei.

Essen-Rellinghausen..  Vor 25 Jahren gründeten engagierte Eltern das Mütter- und Familienzentrum (Müze), um eine Betreuungsmöglichkeit für ihre Kinder und sich selbst einen Treffpunkt zu schaffen. Aus der Initiative wurde 1999 ein Verein. Gegründet wurde das Müze im Jugendzentrum Papestraße, später zog man ins Kunsthaus an der Rübezahlstraße um. Im vergangenen Sommer stieg Janina Thom (33) in die Vorstandsarbeit ein. Ihre Tochter Emilia (2) besucht eine der beiden Vorkindergartengruppen. „Ich habe mir vorgenommen, die Angebote des Mütterzentrums bekannter zu machen“, sagt Janina Thom, die auch weitermachen will, wenn ihre Tochter ab Sommer den Kindergarten besucht.

„Mein Mann und ich sind hier aufgewachsen, leben in vierter Generation in Rellinghausen und fühlen uns dem Müze sehr verbunden“, sagt die Sozialwissenschaftlerin, die bei der Stadt Mülheim arbeitet. Vor Jahren habe es vier Vorkindergartengruppen gegeben, jetzt sind es nur noch zwei mit je acht Kindern. „Dabei ist das ein gutes Angebot für Eltern, die keinen Betreuungsplatz haben. Zwar ersetzt eine solche Gruppe, in der die Kinder an drei beziehungsweise zwei Tagen pro Woche für je vier Stunden von einer Erzieherin oder Kinderkrankenschwester betreut werden, keinen Kita-Platz. Aber wenn man zusätzlich auf die Unterstützung von Großeltern bauen kann, ist eine 20-Stunden-Stelle schon zu bewältigen“, weiß Janina Thom aus eigener Erfahrung.

In den Gruppen lernen die Kinder soziales Verhalten und üben schon mal die kurzzeitige Trennung von den Eltern. Die Gruppen laufen auch in den Osterferien und in der ersten Hälfte der Sommerferien. Ab Sommer sind noch einige Plätze frei. Wer Interesse hat, kann sich unter 279 00 10 (Anrufbeantworter) melden.

„Bundesweit gibt es etliche Mütterzentren, hier in Essen ist das eine einmalige Sache“, sagt Thom. Herzstück des Müze ist der offene Treff. Mütter und Väter treffen sich dienstags und donnerstags, 16 bis 18 Uhr, und freitags, 10 bis 12 Uhr, zum Austausch. Neu im Programm ist der Basteltreff für Eltern mit Kindern ab zwei Jahren mittwochs von 16 bis 17.30 Uhr. Der Basar für Kindersachen soll künftig drei bis vier Mal im Jahr stattfinden. Auch das Eltern-Frühstück könnte neu belebt werden.

Das Müze finanziert sich über Mitgliedsbeiträge und Spenden, für die Vorkindergartengruppen müssen Beiträge gezahlt werden. Spenden braucht das Müze auch, um die Räumlichkeiten im Kunsthaus zu renovieren. Die Arbeiten wird Janina Thoms Ehemann Sven (37) mit Mitarbeitern seines Malerbetriebs übernehmen. „Wir benötigen nur die Materialkosten in Höhe von rund 1200 Euro“, sagt Thom. Ein Raum wurde bereits im Februar renoviert, der zweite soll im Laufe des Sommers folgen. „Auch die Spielgeräte und ein Teil des Mobiliars stammen noch aus der Papestraße“, sieht Janina Thom weiteren Handlungsbedarf.