Makro-Fotos zeigen Grugapark von seiner verborgenen Seite

Hobby-Fotograf Simon Magin aus Holsterhausen entdeckte die Makro-Fotografie vor etwa vier Jahren für sich – die meisten seiner Aufnahmen entstehen im Grugapark, am Baldeneysee und auf der Margarethenhöhe.
Hobby-Fotograf Simon Magin aus Holsterhausen entdeckte die Makro-Fotografie vor etwa vier Jahren für sich – die meisten seiner Aufnahmen entstehen im Grugapark, am Baldeneysee und auf der Margarethenhöhe.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Hobby-Fotograf Simon Magin zeigt die Essener Natur in seiner Ausstellung „Blick in die Winkel“ aus einer ungewöhnlichen Perspektive.

Essen.. Die Schwebfliege wirkt wie paniert in Pollenstaub. Die zarten Wasserperlen an den dünnen Fäden eines Spinnennetzes glitzern wie winzige Discokugeln. Und eine gewöhnliche Spinne sieht plötzlich aus wie eines der Tolkien’schen Fabelmonster aus der Saga „Herr der Ringe“.

Für Simon Magin sind es solche Bilder, die die Makro-Fotografie so spannend machen: „Extreme Nahaufnahmen eröffnen ganz neue Perspektiven und erlauben gleichzeitig mehr Spielraum für Fantasie“, sagt der 34-Jährige aus Holsterhausen, der heute seine erste Ausstellung in der Orangerie des Grugaparks eröffnet.

Magin kennt sich aus mit winzigen Details, schließlich beschäftigt er sich als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Uni-Klinikum mit Strahlenbiologie und der Grundlagenforschung zur DNA-Reparatur. Zur Fotografie aber kam er schon viel eher, nutzte das Hobby vor allem zur Entspannung. „Man muss viel Zeit und Geduld mitbringen. Aber gerade das macht diese Form der Fotografie ja so reizvoll“, findet Magin, der sich mit seiner Kamera vor allem im Grugapark aber auch am Baldeneysee und auf der Margarethenhöhe tummelt. „Die Grundvoraussetzung ist viel Natur. Aber eigentlich versuche ich, meine Kamera immer mitzunehmen“, sagt der Hobby-Fotograf.

Schlaraffenland für Insekten

Aus dieser Nähe betrachtet, hat die Natur ihm viele neue Erkenntnisse gebracht, wie er erzählt: „Natürlich gibt es auch Bilder vom Fressen und Gefressen werden, der sogenannten grünen Hölle. Aber gerade jetzt im Frühjahr und Sommer lässt sich erkennen, wie unglaublich viel die Natur zur Verfügung stellt, das ist für die Insekten gerade das reinste Schlaraffenland.“

Ausstellungen in der Orangerie Darüber hinaus habe er den gewöhnlichen Ekel gegenüber Spinnen abgelegt – vielleicht auch, weil er mittlerweile so viele von ihnen vor der Linse hatte. „Und selbst die ganz kleinen Lebewesen haben manchmal ihren eigenen Kopf, um sich durchzusetzen“, weiß Magin. So habe ihn ein winziger Clownfisch bei einem Tauchausflug einmal regelrecht angegriffen, habe sich aufgeplustert und sei immer wieder aggressiv gegen die Linse der Unterwasserkamera geschwommen. „Offenbar hatte der Fisch Nachwuchs in der Nähe. Dieser Mut hat mich wirklich beeindruckt“, sagt Magin.

Kleine Dinge, die im Verborgenen liegen, sichtbar zu machen, das sei ein Ziel seiner Fotografie. Ganz ohne Tiere komme er dabei nie aus, irgendein mit bloßem Auge kaum sichtbares Lebewesen finde sich am Ende fast immer auf seinen Bildern. Eine Lupe müssen Besucher seiner Ausstellung natürlich nicht mitbringen – auf großen Leinwänden sind 30 Fotografien ab heute zu sehen.