Kultur im Rüttenscheider Seniorenzentrum tanken
16.02.2010 | 18:17 Uhr 2010-02-16T18:17:00+0100
Rüttenscheid. Mach Station bei St. Martin: Mit einer Heiligen Messe hat das Rüttenscheider Seniorenzentrum seine Funktion als „spirituelle Kulturtankstelle“ aufgenommen.
„An Tankstellen tanken Autofahrer normalerweise Kraftstoff für ihre Autos, um weiter voranzukommen“, so Markus Kampling, Geschäftsführer des Seniorenzentrums St. Martin. „Das Bistum Essen hat - als Kenner von Gleichnissen - dieses Bild für eins seiner Kulturhauptstadtprojekte benutzt.“
Unter dem Motto „Auch der Mensch braucht einen Antrieb“ hat das Bistum Essen 52 kirchliche Orte ausgewählt, die besonders geeignet sein sollen, um Kraft zu tanken, 13 davon stehen in Essen, und eins davon ist das Seniorenzentrum St. Martin.
Nach unterschiedlichen Kriterien, wie zum Beispiel im Fall der Basilika St. Ludgerus in Werden die „historische Bedeutung“, wurden die Plätze ausgewählt. „In unserem Fall war es der gelungene Umbau von einer Kirche zum Seniorenzentrum“, betont der Küster Berthold Breilmann. So war St. Martin die erste Kirche in Essen, die einer anderen Nutzung zugeführt wurde. „Wir hatten damals die Wahl zwischen Abriss und dem Bau eines Getränkemarktes oder der jetzigen Situation“, betont Breilmann.
„Menschen haben Kapelle im Seniorenzentrum als ihre Kirche akzeptiert“
Da sei die jetzige Situation für alle Beteiligten die bessere Lösung, meint auch die Missionsärztliche Schwester Mechthild Driesch, die im Haus als Seelsorgerin tätig ist. „Zum Gedanken der Lithurgie kam noch die Diakonie hinzu“. Denn in der Kapelle, die ins Seniorenzentrum integriert wurde, finden auch weiterhin regelmäßig Gottesdienste statt, an denen nicht nur die 102 Bewohner des Hauses teilnehmen.
„Anfangs war die Schwellenangst für die Gemeindemitglieder noch vorhanden“, erinnert sich Kampling. „Doch inzwischen haben die Menschen die Kapelle im Seniorenzentrum als ihre Kirche akzeptiert.“
Dafür habe nicht zuletzt der behutsame Aufbau der Außenfassade gesorgt, an der erkennungsstarke Elemente der Kirche, wie das große Kreuz, erhalten geblieben sind. An die Geschichte dieser „Spirituellen Kulturtankstelle“, die mit der Eröffnung der Kirche 1966 begann und mit der Eröffnung des Seniorenszentrums 41 Jahre später ihren vorläufigen Höhepunkt fand, erinnerte eine Diashow, die die Bewohner interessiert beobachteten. Berthold Breilmann hat die Bilder aus dem Archiv zusammengesucht und von Privatleuten zur Verfügung gestellt bekommen.
Eben diese Bilder werden in einer Ausstellung zu sehen sein, die ganzjährig im Erdgeschoss des Hauses verbleibt - schließlich ist die Geschichte des Hauses das leitende Thema dieser „Spirituellen Kulturtankstelle.“ Diese Geschichte kann man einmal im Monat auch bei den Führungen durchs Haus erleben, die an jedem zweiten Donnerstag um 15, 16 und 17 Uhr stattfinden - die nächste Führung ist am 11. März.
Auch die Senioren beteiligen sich aktiv am Programm: So präsentieren sie in einer Ausstellung, die im Mai eröffnet, ihre selbstgemalten Bilder zum Thema „Kulturhauptstadt.“
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