Kita im Essener Südviertel betreut mehr Kinder als erlaubt

Seit 2008 betreibt der SKF die Kita Hoppetosse an der Beethovenstraße und eröffnete 2013 eine Dependance an der Fischerstraße.
Seit 2008 betreibt der SKF die Kita Hoppetosse an der Beethovenstraße und eröffnete 2013 eine Dependance an der Fischerstraße.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Ohne Erlaubnis des Landesjugendamts werden in der Kita Hoppetosse 41 statt 30 Kinder betreut. Ein verändertes Bewegungskonzept soll Abhilfe schaffen.

Essen-Südviertel.. Wirbel an der Kita Hoppetosse im Essener Südviertel: Dort wurden ohne Betriebserlaubnis des Landesjugendamts die beiden Kindergartengruppen aufgestockt. Der Sozialdienst katholischer Frauen (SKF), der die Kita an der Beethovenstraße im Auftrag der Caritas als Trägerin betreibt, beschwichtigt: „Das Landesjugendamt war in sämtliche Planungen involviert. Dass die Betriebserlaubnis auf dem Papier nicht vorliegt, wissen wir selbst erst seit vergangener Woche, sie wird aber demnächst erteilt“, sagt SKF-Geschäftsführer Björn Enno Hermans.

Demnach habe man das veränderte Betriebskonzept beim zuständigen Landschaftsverband Rheinland (LVR) eingereicht. Warum es dort nie ankam, kann sich Hermans nicht erklären. Eine LVR-Sprecherin bestätigt die fehlende Betriebserlaubnis für die jetzige Gruppenstärke. Sobald das Konzept des SKF eingehe, werde für die beiden Gruppen zunächst eine befristete Betriebserlaubnis bis zum Jahr 2018 erteilt. Im Fokus steht dabei ein verändertes Bewegungskonzept – da das Außengelände für die Anzahl der Kinder zu klein geworden ist.

Außengelände ist zu klein

Eltern hatten sich häufiger über den knappen Platz beschwert, der in der ursprünglichen Betriebserlaubnis aus dem Jahr 2008 für 30 Kinder ausgelegt ist – aktuell teilen sich 41 Mädchen und Jungen die Spielfläche. „Dass unser Außengelände mit 401 Quadratmetern zu klein ist, wissen wir. Diese Kritik vollziehen wir nach. Schon jetzt steuern wir gegen, indem Ausflüge in benachbarte Parks unternommen werden. Zudem werden wir dem Bewegungsdrang der Kinder mit entsprechenden Angeboten gerecht“, sagt Hermans. Im Sommer 2016 würden mehrere Kinder eingeschult, dann entspanne sich die Situation auch wieder.

Der Fall zeigt nach Ansicht Hermans einmal mehr, unter welchem enormen Druck die Träger stehen, den geforderten Platz für die U3-Betreuung zur Verfügung zu stellen. Vor dem Hintergrund des rechtlichen Betreuungsanspruchs hatte das Essener Jugendamt 2013 alle Träger aufgefordert, mit Dependance-Lösungen mehr Platz für Unter-Dreijährige zu schaffen. Im Fall der Kita Hoppetosse war das auch möglich: In der benachbarten Fischerstraße wurden zwei Wohnungen angemietet, in denen seit dem Kindergartenjahr 2013/2014 zehn Kinder betreut werden.

Großen Freiflächen sind Mangelware

Das knapp bemessene Außengelände an der Beethoven­straße sei nicht zuletzt der Lage im Südviertel geschuldet, in der große Freiflächen nun mal Mangelware seien. „Das Wichtigste ist doch die personelle Qualität. Aktuell liegen wir bei unseren Stellen sogar über dem Soll“, betont Hermans.

Auch die Eltern lassen an der pädagogischen Qualität der Kita keine Zweifel. „Die Leistung der Erzieherinnen vor Ort ist lobenswert. Uns stört, dass das Aufstocken der Gruppen immer so verkauft wurde, als sei alles rechtens und auch der Elternrat zu spät informiert wurde“, so ein Elternteil, das namentlich nicht genannt werden möchte.