Kanalerneuerung: Bauzeit verkürzt sich um ein Jahr

Gut besucht war die Anwohnerversammlung der Stadtwerke zu der Baumaßnahme im Walpurgistal.
Gut besucht war die Anwohnerversammlung der Stadtwerke zu der Baumaßnahme im Walpurgistal.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Stadtwerke informieren Anwohner über den jetzt beginnenden Bauabschnitt im Walpurgistal. Bürger fürchten um ihre Nachtruhe.

Essen-Rellinghausen/Stadtwald/Rüttenscheid..  Die Stadtwerke beginnen am 1. April mit dem zweiten Bauabschnitt ihrer Kanalerneuerung im Walpurgistal. Bei einer Anwohnerversammlung gab es gute Nachrichten: Statt im Frühjahr 2019 sollen die Arbeiten inklusive Mühlenbach-Renaturierung nun schon ein Jahr früher abgeschlossen werden. Und: Statt der vorher prognostizierten 3500 Lkw-Ladungen Erde sollen nur 1300 durch das Tal bewegt werden.

„Außerdem wird das Ingenieur-Büro Fischer während der Arbeiten acht Stunden pro Tag mit einem Ansprechpartner vor Ort sein. Die Parkverbote werden auf fünf Tage pro Woche beschränkt und nur abschnittweise nach Bedarf eingerichtet“, erläuterte Stadtwerke-Sprecher Dirk Pomplun.

Die Verbesserungen gegenüber den ursprünglichen Planungen seien in der Auftragsvergabe an die Firma Uhrig Straßen- und Tiefbau begründet, die Anfang März erfolgte. Die Zeitersparnis resultiere unter anderem daraus, dass die beiden kommenden Bauabschnitte und später der Gewässerausbau teils parallel laufen werden. Der dritte Bauabschnitt soll Anfang 2016 starten und bis Ende 2017 dauern. Insgesamt wird der jetzt beginnende zweite Abschnitt drei Jahre, der dritte zwei Jahre dauern.

Für die jetzt startenden Arbeiten seien elf Angebote und 65 Nebenangebote eingegangen. Die Stadtwerke-Vertreter machten noch einmal deutlich, dass Hochwasserschutz und ökologische Verbesserung die beiden Hauptziele des Projekts seien, das Kosten in zweistelliger Millionenhöhe verursache.

Echte Freude wollte trotz dieser Nachrichten bei den Bewohnern des Tals nicht aufkommen: Dass es während der Bauphase lediglich „keine Verschlechterung“ der aktuellen Abwasser- und Überschwemmungssituation geben werde, sorgte für ziemliche Aufregung bei den Anwesenden. „Wofür müssen wir jahrelang diese riesige Baustelle ertragen?“, wollten Anwohner wissen. Viele beklagten, dass ihre Keller und Grundstücke schon etliche Male vollgelaufen seien beziehungsweise überschwemmt wurden und sie mit Fäkalien und Unrat zu kämpfen hätten. Die Aussage von Stadtwerke-Vertreter Marcel Rodewig, dass schon in drei Jahren aufgrund der riesigen neuen Rohre eine deutliche Verbesserung zu erwarten sei und dann kein Abwasser mehr austreten werde, trug nur wenig zur Beruhigung der Gemüter bei.

Die Bürger fürchten, dass angesichts der Neubauvorhaben im Umfeld bald deutlich mehr Abwasser anfalle und sich die Lage im Tal weiter verschlechtern könnte. Zu möglichen Bauvorhaben wollten die Stadtwerke-Vertreter allerdings nichts sagen. „Für die weitere Entwicklung ist die Stadt zuständig. Da sind wir nicht die Herren des Verfahrens“, so Pomplun, der bei den Anwohnern mit dieser Aussage auf Unverständnis stieß.

Die Baufirma werde in der Regel von montags bis donnerstags, jeweils von 7 bis 19 Uhr arbeiten, erläuterte Marcel Rodewig, so dass die Anwohner freitags und am Wochenende Ruhe hätten. Sorgen bereitet den Bürgern auch die Anlieferung der großen Rohre, die bis 6 Uhr morgens abgeschlossen sein muss. Sie erwarten nachts eine massive Lärm-Belästigung durch die großen Transportfahrzeuge. „Es werden wohl an jedem Bautag neue Rohre angeliefert, die dann sofort verarbeitet werden“, so Rodewig. Von Rohren dieser Größe könne man nur zwei oder drei vor Ort lagern.