Kanalbau im Walpurgistal sorgt für Behinderungen

Gedanken über das Verkehrskonzept während der Bauzeit haben sich Claudia Köster und Dirk Pomplun gemacht.
Gedanken über das Verkehrskonzept während der Bauzeit haben sich Claudia Köster und Dirk Pomplun gemacht.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Voraussichtlich ab April darf niemand mehr an der Straße Im Walpurgistal parken. 29 Ersatzstellplätze wurden im Umfeld geschaffen.

Essener Süden..  Von dieser Kanalbau-Maßnahme hängt die Realisierung zahlreicher Bauprojekte im Essener Süden ab, noch immer laufen Gespräche zwischen Stadt und Bezirksregierung über die Abwasserproblematik: Dementsprechend groß ist das Interesse an der Kanalerneuerung, die die Stadtwerke im Annental und Walpurgistal planen. Die eigentliche Verlegung des 1,4 Kilometer langen, größeren Abwasserrohrs soll im April beginnen, wenn die entsprechenden Firmen beauftragt sind.

Bisher liefen Vorbereitungsarbeiten, in diesem und letzten Winter vor allem Rodungen. Wenn in Kürze die Vogelbrutzeit beginnt, müssen diese Arbeiten abgeschlossen sein. Im Vorfeld wurden zudem im Boden liegende Leitungen verlegt, die bei den Kanalarbeiten im Weg sein könnten. Während viele Investoren den Beginn der Maßnahme herbeisehnen, müssen sich die direkten Anwohner auf jahrelange Behinderungen einstellen. Das gilt besonders für die Bewohner der Straße Im Walpurgistal, aber auch für Besucher des Sportplatzes und der Kleingärten.

Die Rohre sind mit einem Innendurchmesser von teils 3,60 Metern nicht nur sehr groß, sondern mit einem Gewicht von 40 Tonnen pro 2,50 Meter langem Stück auch extrem schwer. Zudem werden große Mengen Erde bewegt. „Dort werden riesige Sattelschlepper zum Transport eingesetzt. Die benötigen den gesamten Fahrbahnraum der engen Straße Im Walpurgistal, so dass dort für die Dauer der Arbeiten in Abstimmung mit dem Straßenverkehrsamt ein komplettes Parkverbot am Straßenrand eingerichtet werden muss“, erklärt Stadtwerke-Sprecher Dirk Pomplun. Möglicherweise könne man am Wochenende, wenn nicht gebaut werde, das Parken stellenweise erlauben. Eine Sperrung der Straße ist nicht vorgesehen. „Für Anwohner und Besucher werden insgesamt 29 befestigte Ersatzparkplätze an der Sperber- und Eschenstraße und am Bohrmühlental eingerichtet“, so Pomplun. Für die Anwohner bedeute das in den kommenden Jahren weite Fußwege zum Auto. Eine Baustellenampel soll im Bereich Am Glockenberg/Rellinghauser Straße, wo es eine starke Steigung gibt, für einen reibungslosen Abfluss des Baustellenverkehrs sorgen.

Die Stadtwerke schließen oberhalb der Ruhr an die Arbeiten des Ruhrverbandes an, der in der Straße St. Annental seinen Stauraumkanal fertiggestellt hat. Die Stadtwerke arbeiten sich von der Straße Am Glockenberg in Richtung Gönterstraße vor. „Nach dem Ende der dreijährigen Kanalarbeiten wird der Rellinghauser Mühlenbach im vierten Jahr naturnah wiederhergestellt“, so Projektleiterin Claudia Köster von den Stadtwerken.

Da Abwasser während der Bauzeit in den Bach geleitet werde, könne es bei starkem Regen zu Überflutungen kommen. Um die Arbeiter vor Ort zu schützen, behalte man nicht nur gemeinsam mit dem Wetteramt die Großwetterlage und die aktuelle Vorhersage im Auge. Die Daten von Messsonden würden auch aufs Handy übermittelt. Wenn Überflutungsgefahr drohe, würden die Arbeiter durch optische und akustische Signale gewarnt und müssten die Baustelle sofort verlassen.